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USADie Bushs boykottieren Trumps Wahlkampf

Nachdem Donald Trump so gut wie als Präsidentschaftskandidat feststeht, will er die Republikaner vereinen. Die beiden Expräsidenten Bush könnten das vereiteln.

von
ij
Hält sich aus dem Wahlkampf raus: Der frühere Präsident George W. Bush in Washington.(24. Juni 2015)

Hält sich aus dem Wahlkampf raus: Der frühere Präsident George W. Bush in Washington.(24. Juni 2015)

AFP/Brendan Smialowski

Auf den Rückhalt der früheren US-Präsidenten George Bush und George W. Bush kann Donald Trump für seinen Wahlkampf nicht zählen. Beide wollen den Immobilienmilliardär bei seiner Präsidentschaftskandidatur nicht unterstützen, wie sie mitteilen liessen.

George Bush habe sich «aus der Politik zurückgezogen», sagte sein Sprecher Jim McGrath der Zeitung «Texas Tribune». Seine wenigen Auftritte zur Unterstützung seines Sohnes Jeb, der bereits im Februar aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner ausgestiegen war, seien die Ausnahmen gewesen, «die die Regel bestätigen».

Der heute 91-jährige Bush senior, der von 1989 bis 1993 US-Präsident war, hatte die vorherigen fünf Präsidentschaftskandidaten der Republikaner noch mit grossem Engagement unterstützt.

Auch Bush junior hält sich zurück

Für seinen Sohn George W. Bush, der von 2001 bis 2009 das höchste Staatsamt ausübte, gab der Berater Freddy Ford in derselben Zeitung zu Protokoll, dass der Ex-Präsident «nicht vorhat, an der Präsidentschaftskampagne teilzunehmen oder diese zu kommentieren».

Beide wollen offenbar auch nicht am Parteitag im Sommer teilnehmen, an welchem der offizielle Präsidentschaftskandidat der Republikaner nominiert wird.

Trump hatte sich nach seinem Sieg in der Vorwahl am Dienstag im Bundesstaat Indiana die Präsidentschaftskandidatur faktisch gesichert. Der Quereinsteiger kündigte an, nun die Partei hinter sich vereinen zu wollen, die – auch als Folge des erbitterten Vorwahlkampfs – tief gespalten ist.

Trump kritisiert Militärinvasion im Irak

Im Verlauf seiner Kampagne hatte Trump Jeb Bush heftig attackiert. Auch übte er harte Kritik am Ex-Präsidenten George W. Bush. Dessen Militärinvasion im Irak im Jahr 2003 sei «eine der schlimmsten Entscheidungen in der Geschichte unseres Landes» gewesen.

Jeb Bush hatte nach seinem Ausstieg aus dem Rennen Trumps Rivalen Ted Cruz unterstützt. Cruz wiederum warf nach seiner Niederlage in Indiana am Dienstag das Handtuch. Jeb Bush hatte vorausgesagt, dass Trump als Präsidentschaftskandidat haushoch gegen die Demokratin Hillary Clinton verlieren würde. (ij/afp)

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