Die Chancen der Schweizer
Aktualisiert

Die Chancen der Schweizer

130 Athletinnen und Athleten, so viele wie noch nie an einem Wintersport-Anlass, vertreten die Schweiz an den Olympischen Spielen in Turin.

Ein ähnlich gutes Abschneiden wie vor vier Jahren in Salt Lake City - 3 Gold-, 2 Silber-, 6 Bronzemedaillen - ist der Schweizer Delegation zuzutrauen.

Die Rekordgrösse der Schweizer rührt in erster Linie davon her, dass sich nebst dem Eishockey-Team der Männer auch jenes der Frauen für das Olympia-Turnier qualifiziert hat. Einen aussagekräftigeren Überblick über die effektive Entwicklung bekommt man, indem man das Eishockey ausklammert. Von Lillehammer 1994 (62 Athletinnen und Athleten) über Nagano 1998 (74) bis Salt Lake City 2002 (91) war eine markante Steigerung auszumachen. Auf diesem hohen Niveau hat sich das Schweizer Team trotz strengerer Selektionsrichtlinien konsolidiert. Die Hockeyaner(innen) nicht eingerechnet, sind 87 Wettkämpferinnen und Wettkämpfer selektioniert. Dabei gilt es jedoch auch zu berücksichtigen, dass das Olympia-Programm in ähnlicher Proportion gewachsen ist. Allein von 1998 bis 2006 ist die Zahl der Entscheidungen von 68 auf 84 gestiegen.

Swiss Olympic und der Chef de Mission Werner Augsburger haben die Erwartungen für Torino 2006 eher tief angesetzt: Das Ziel lautet auf acht Medaillen; dies wären eine mehr als in Nagano und drei weniger als in Salt Lake City. Wenn die Schweizer Sportler auf Eis und Schnee ihrem Olympia-Slogan (»We are on fire») nachleben, könnte durchaus wesentlich mehr herausschauen.

Die Snowboarder haben mit Siegesserien und einer Fülle von Podestplätzen im Weltcup den Appetit auf Olympia-Medaillen geweckt. Punkto Erfolgsaussichten scheinen sie innerhalb von Swiss-Ski das üble Manko in den technischen Disziplinen des alpinen Skirennsports mehr als nur kompensieren zu können.

Neuere Olympia-Sportarten, zu denen nebst Snowboard beispielsweise auch Skiakrobatik, Curling und das 2002 ins Olympia- Programm zurückgekehrte Skeleton gehören, bescherten der Schweiz in Nagano vier von sieben, in Salt Lake City fünf von elf Medaillen, also jeweils rund die Hälfte. In all diesen Domänen stellt die Schweiz auch in Oberitalien Anwärter auf Edelmetall.

In den althergebrachten Sportarten waren die Schweizer Medaillenaussichten in jüngerer Zeit nie derart breit abgestützt. Sie haben sich von den Schweizer «Klassikern» Ski alpin (2 Medaillen in Nagano, 1 in Salt Lake City) und Bob (1 in Nagano, 2 in Salt Lake City) auf den Eiskunstlauf (Weltmeister Stéphane Lambiel) und das Skispringen (Andreas Küttel) ausgeweitet. Simon Ammann holte 2002 mit seinem doppelten Coup zwei von drei Schweizer Olympiasiegen, vor den Spielen war jedoch nicht ernsthaft mit einer Skisprung-Medaille zu rechnen gewesen - ebenso wenig mit einem Podestplatz in der Langlauf-Frauenstaffel, der dann ebenfalls eintraf.

Swiss Olympic wird für einen Olympiasieg wie vor vier Jahren Prämien von 20 000 (Einzel) respektive 30 000 (Zweierteam) und 35 000 Franken (Dreier- und Viererteams) ausschütten. Weitere Spitzenplatzierungen werden ebenfalls noch recht gut honoriert. So gibt es für Einzelathleten 18 000 Franken für eine Silbermedaille, 15 000 für Bronze und immerhin noch 3000 Franken für den 8. und letzten Diplomrang.

(si)

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