Weniger Delikte : Die Corona-Krise macht die Schweiz sicherer
Aktualisiert

Weniger Delikte Die Corona-Krise macht die Schweiz sicherer

Kaum Einbrüche, kaum Verkehrsunfälle, weniger Gewaltdelikte: In der Schweiz sind während der Corona-Krise weniger Delikte begangen worden als im Vorjahreszeitraum.

von
Qendresa Llugiqi
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Allen voran haben schweizweit die Einbruchsdelikte tendenziell abgenommen. «Die Zahlen sind in der Tat sehr tief», sagt Florian Schneider, Sprecher der Kantonspolizei St. Gallen.

Allen voran haben schweizweit die Einbruchsdelikte tendenziell abgenommen. «Die Zahlen sind in der Tat sehr tief», sagt Florian Schneider, Sprecher der Kantonspolizei St. Gallen.

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Auch in den Kantonen Aargau und Bern sind die Einbruchszahlen tiefer als sonst. Auch im Kanton Zürich wurde weniger eingebrochen – ausser in der Stadt Winterthur, wie Polizeisprecher Michael Wirz sagt.

Auch in den Kantonen Aargau und Bern sind die Einbruchszahlen tiefer als sonst. Auch im Kanton Zürich wurde weniger eingebrochen – ausser in der Stadt Winterthur, wie Polizeisprecher Michael Wirz sagt.

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Ebenfalls abgenommen haben im Kanton St. Gallen alkoholbedingte Schlägereien oder Gewaltdelikte, so Florian Schneider, Sprecher der Kantonspolizei: «Der Grund ist einfach: Restaurants und Bars sind geschlossen.»

Ebenfalls abgenommen haben im Kanton St. Gallen alkoholbedingte Schlägereien oder Gewaltdelikte, so Florian Schneider, Sprecher der Kantonspolizei: «Der Grund ist einfach: Restaurants und Bars sind geschlossen.»

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Die Schweiz ist sicherer geworden: Die Corona-Krise und der Lockdown haben dafür gesorgt, dass die Anzahl Straftaten zwischen Ende März und Ende April tiefer ist als im Vorjahreszeitraum. Allen voran haben schweizweit die Einbruchsdelikte tendenziell abgenommen. «Die Zahlen sind in der Tat sehr tief», sagt Florian Schneider, Sprecher der Kantonspolizei St. Gallen. Im Zusammenhang mit Einbruchdiebstählen seien 2019 zwischen dem 23. März und dem 24. April insgesamt 95 Einträge im Polizeijournal erfasst worden. Im selben Zeitraum 2020 seien es 76 Einträge gewesen.

Auch in den Kantonen Aargau und Bern sind die Einbruchszahlen tiefer als sonst. Jolanda Egger, Sprecherin der Kantonspolizei Bern, fügt hinzu: «Dies erscheint vor dem Hintergrund, dass Einbrüche in Wohnräumlichkeiten typischerweise dann erfolgen, wenn sich niemand darin aufhält, auch plausibel. In Bezug auf Meldungen zu Einbrüchen in Geschäftsräumlichkeiten lässt sich derzeit indes noch keine klare Tendenz erkennen.» Auch im Kanton Zürich wurde weniger eingebrochen – ausser in der Stadt Winterthur, wie Polizeisprecher Michael Wirz sagt: «Am Anfang der Corona-Krise gab es weniger Einbrüche, inzwischen haben diese aber zugenommen und sind insgesamt auf dem Stand des letzten Jahres. Unsere These ist, dass zwar weniger in Wohnhäusern eingebrochen wird, dafür aber vermehrt in Geschäften.»

«Wir haben rund 50 Prozent weniger Verkehrsunfälle»

Ebenfalls abgenommen haben im Kanton St. Gallen alkoholbedingte Schlägereien oder Gewaltdelikte, so Florian Schneider, Sprecher der Kantonspolizei: «Der Grund ist einfach: Restaurants und Bars haben geschlossen.» Gewaltdelikte allgemein haben auch im ganzen Kanton Zürich tendenziell abgenommen. Michael Wirz von der Stadtpolizei Winterthur sagt: «Glücklicherweise ist auch die Zahl von häuslicher Gewalt nicht signifikant gestiegen.» Auch im Kanton Aargau wurde bezüglich Gewaltdelikten keine markante Häufung verzeichnet.

Aufgrund des geringeren Verkehrsaufkommens hat in der Schweiz auch die Zahl der Verkehrsunfälle vielerorts abgenommen, so etwa im Kanton Zürich: «Hier liegen die genauen Zahlen aber noch nicht vor, sie sind statistisch noch nicht alle erfasst», sagt Ralph Hirt, Sprecher der Kantonspolizei Zürich. In der Stadt Winterthur, wo die Zahlen von der Stadtpolizei erhoben werden, sieht es ähnlich aus. «In Winterthur haben wir bei den Verkehrsunfällen einen Rückgang von rund 50 Prozent», sagt Michael Wirz. «So hatten wir im genannten Zeitraum letztes Jahr etwa 105 Verkehrsunfälle, dieses Jahr hingegen nur noch rund 45. Diese Zahlen sind aber noch nicht definitiv.» Bernhard Graser, Sprecher der Kantonspolizei Aargau, sagt: «Die Verkehrslage ist ruhig. «Das wirkt sich entsprechend positiv auf die Zahl der Verkehrsunfälle aus.» Ähnlich sieht es im Kanton Bern aus.

Und wie sieht es mit Ladendieben aus?

Auch bei den Ladendiebstählen geht der Trend nach unten – so etwa im Kanton Zürich, wie Ralph Hirt, Sprecher der Kantonspolizei, sagt. Ähnlich sieht es in der Stadt Winterthur aus, so Wirz: «Letztes Jahr wurden uns im genannten Zeitraum 38 Ladendiebstähle gemeldet, dieses Jahr nur noch 17. Vermutlich liegt es daran, dass viele Läden geschlossen sind.»

Eine Ausnahme stellt der Kanton St. Gallen dar: «Ladendiebstähle finden nach wie vor statt», sagt Florian Schneider, Sprecher der Kantonspolizei St. Gallen. «Hier erreichen uns regelmässig entsprechende Meldungen, die Zahl ist praktisch unverändert.»

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