Partys vermehrt draussen - Corona-Pandemie hat Schweiz zu riesiger Müllhalde gemacht
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Partys vermehrt draussenCorona-Pandemie hat Schweiz zu riesiger Müllhalde gemacht

Weil die Menschen ihre Partys seit Ausbruch der Corona-Pandemie vermehrt draussen feiern, hat das Littering zugenommen. Die städtischen Behörden sind am Anschlag.

von
Reto Heimann
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Das Littering-Problem der Schweiz wird grösser: Müll im Zürichsee

Das Littering-Problem der Schweiz wird grösser: Müll im Zürichsee

20min/News-Scout
Die Corona-Pandemie hat das Problem verschärft: Abfall am Birsköpfli in Basel.

Die Corona-Pandemie hat das Problem verschärft: Abfall am Birsköpfli in Basel.

20min/News-Scout
Die Leute feiern vermehrt draussen, wo sie früher in Clubs oder andere Lokale gingen: Dosen und Flaschen im Luzerner Seebecken.

Die Leute feiern vermehrt draussen, wo sie früher in Clubs oder andere Lokale gingen: Dosen und Flaschen im Luzerner Seebecken.

20min/Gianni Walther

Darum gehts

  • Freizeitorte wie Parks oder Uferpromenaden sind in den frühen Morgenstunden Müllhalden.

  • «Unsere Reinigungsteams müssen wirklich krampfen», schlagen die Städte über das Littering-Problem Alarm.

  • Die Politik prüft die Einführung einer Littering-Busse.

Egal ob auf dem Käferberg in der Stadt Zürich, am Birsköpfli in Basel oder an der Seepromenade von Lausanne: Regelmässig gleichen diese Orte in den frühen Morgenstunden Müllhalden. Dann nämlich, wenn am Vorabend gefeiert wurde – und zwar ohne Rücksicht auf Verluste und Abfall.

Die Corona-Pandemie hat das Littering-Problem in der Schweiz verschärft, schreibt die «Sonntagszeitung» (Bezahlartikel). Denn die Menschen feiern nun vermehrt draussen, statt dass sie Clubs oder andere Lokale aufsuchen. Dementsprechend katastrophal sehen die Freizeitanlagen wie Parks, Uferpromenaden oder Picknick-Plätze am nächsten Tag aus.

Müll in noch nie dagewesenen Mengen

In Zürich beginnt der Arbeitsbeginn für die Mitarbeitenden der Stadtreinigung früher – das liege aber mehr am Sommer als an der Pandemie, erklärt Tobias Nussbaum von Entsorgung + Recycling Zürich: «Alles muss sauber sein, wenn der ÖV startet und um sieben Uhr das Leben losgeht.» An Orten, an denen die Stadt weiss, dass am Abend regelmässig die Post abgeht, beginnt das Aufräumen deshalb schon um vier Uhr morgens.

Die Stadt Basel stellt in punkto Littering in letzter Zeit eine gewisse Entspannung fest. «Im Frühling, als Deutschland und Frankreich im Lockdown waren, kamen alle Feierlustigen nach Basel», erklärt Amtsleiter Dominik Egli. Besonders an der Uferstrasse im Hafengebiet habe sich der Müll in noch nie dagewesen Mengen getürmt. «Da mussten unsere Reinigungsteams wirklich krampfen.»

In Bern gibt es offenbar mengenmässig nicht mehr Müll als vor der Pandemie. Dafür bleibt er an anderen Orten liegen. Neu würden die Partys vermehrt am Waldrand oder am Aareufer gefeiert, wo es früher ruhig gewesen sei. «Unsere Teams mussten ihre Routen anpassen», sagt Rolf Müller, Leiter der hiesigen Strassenreinigung. Das Littering-Problem in der Stadt Bern ist seit Jahren akut – so akut, dass nun die nationale Politik handeln will.

Eine Subkommission des Nationalrats strebt eine Änderung des Umweltschutzgesetzes an. Damit soll es künftig möglich sein, Abfallsünderinnen und Abfallsünder mit einer Busse von 300 Franken zu bestrafen. Das berichtet die «NZZ am Sonntag» (Bezahlartikel).

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