Aktualisiert 11.07.2020 04:46

EU-Währungskommissar Paolo Gentiloni

«Die Covid-Rezession droht die Euro-Zone zu zerreissen»

EU-Währungskommissar Paolo Gentiloni macht sich Sorgen um die Euro-Zone: Die neue EU-Konjunkturprognose zeige, dass die Coronavirus-Krise die wirtschaftlichen Unterschiede schneller verstärke als gedacht.

1 / 5
«Wovor wir immer gewarnt haben, bestätigt sich jetzt», sagt Paolo Gentiloni in der Zeitung «Welt».

«Wovor wir immer gewarnt haben, bestätigt sich jetzt», sagt Paolo Gentiloni in der Zeitung «Welt».

REUTERS
«Die Covid-Rezession droht die Euro-Zone zu zerreissen.»

«Die Covid-Rezession droht die Euro-Zone zu zerreissen.»

REUTERS
Die neue EU-Konjunkturprognose zeige, dass die Coronavirus-Krise die wirtschaftlichen Unterschiede schneller verstärke als gedacht, sagt Gentiloni.

Die neue EU-Konjunkturprognose zeige, dass die Coronavirus-Krise die wirtschaftlichen Unterschiede schneller verstärke als gedacht, sagt Gentiloni.

Getty Images

Darum gehts

  • EU-Währungskommissar Paolo Gentiloni zeichnet aufgrund der Coronakrise ein düsteres Bild.
  • Er ruft die EU-Regierungschefs auf, sich schnell auf einen Plan zum Wiederaufbau zu einigen.
  • «Die Länder im Euro-Raum entwickeln sich wirtschaftlich noch stärker auseinander als noch im Frühjahr prognostiziert.»

Der EU-Währungskommissar Paolo Gentiloni hat die Staats- und Regierungschefs der EU aufgerufen, sich schnell auf einen Plan zum Wiederaufbau nach der Coronavirus-Krise zu einigen. Dies nahm der Italiener in einem Interview mit der Zeitung «Welt» vom Samstag vor.

«Wovor wir immer gewarnt haben, bestätigt sich jetzt: Die Covid-Rezession droht die Euro-Zone zu zerreissen», sagte er. Die neue EU-Konjunkturprognose zeige, dass die Coronavirus-Krise die wirtschaftlichen Unterschiede schneller verstärke als gedacht.

«Die Rezession wird tiefer als erwartet und die Länder im Euro-Raum entwickeln sich wirtschaftlich noch stärker auseinander als noch im Frühjahr prognostiziert», warnte Gentiloni. Doch falls die amtierende EU-Ratspräsidentin und deutsche Kanzlerin Angela Merkel einen Kompromiss vorantreibe, «können wir noch in diesem Monat eine Einigung erzielen».

Grosses Interesse sieht Gentiloni am Hilfsprogramm SURE, mit dem die Kommission den EU-Staaten 100 Milliarden Euro Kredite zur Finanzierung von Kurzarbeitsprogrammen bereitstellt. Frankreich, Deutschland und die Niederlande würden wohl keine Anträge einreichen. Doch es gebe Hinweise, dass zwei Drittel der Mitgliedstaaten dieses Programm nutzen wollten. «Wir haben für die Verteilung der Mittel keinen Schlüssel festgelegt, aber die 100 Milliarden sollten ausreichen», sagte Gentiloni.

(SDA)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.
74 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

100Milliarden Hilfsgelder

12.07.2020, 21:51

Vor der Corona-Krise hätte es schon Sinn gemacht. Jetzt kommt das grosse Aufräumen und man hat zuviel im Kopf.

Logo

12.07.2020, 18:02

Und die Kameraden meinen dass die EU seit 15 Jahren in 2 Wochen zusammenkracht.

Neumann

12.07.2020, 15:53

Schafft den Euro ab und löst die EU auf, dann kommt alles gut. Vorallem aber lasst die Schweiz mit eurem Nonsens in Ruhe, wir brauchen das nicht.