Umstrittene Kampagne: «Die CVP grätscht allen Parteien in die Beine»
Aktualisiert

Umstrittene Kampagne«Die CVP grätscht allen Parteien in die Beine»

«Unterste Schublade» und «dumm»: Die Vertreter der grossen Parteien haben kein Verständnis für die neue Wahlkampagne der CVP.

von
B. Zanni
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«Diese Kampagne ist nicht in Ordnung. Zuerst wirbt die CVP mit dem Slogan ‹Wir halten die Schweiz zusammen› und stellt sich als Partei des Kompromisses dar. Jetzt grätscht sie allen Parteien in die Beine. Das ist unterste Schublade», empört sich FDP-Präsidentin Petra Gössi.

«Diese Kampagne ist nicht in Ordnung. Zuerst wirbt die CVP mit dem Slogan ‹Wir halten die Schweiz zusammen› und stellt sich als Partei des Kompromisses dar. Jetzt grätscht sie allen Parteien in die Beine. Das ist unterste Schublade», empört sich FDP-Präsidentin Petra Gössi.

Keystone/Walter Bieri
Die CVP pfeift jetzt aus dem letzten Loch. Da ist ihr jedes Mittel recht – egal wie primitiv und dumm es ist», sagt Toni Brunner, Wahlkampfleiter der SVP im Kanton St. Gallen.

Die CVP pfeift jetzt aus dem letzten Loch. Da ist ihr jedes Mittel recht – egal wie primitiv und dumm es ist», sagt Toni Brunner, Wahlkampfleiter der SVP im Kanton St. Gallen.

Keystone/Alexandra wey
Der eehemalige Vize-Präsident der Grünen, Bastien Girod, twitterte: «Dass nun die CVP andere Politiker mit verleumderischen Unterstellungen direkt angreift und Google-Sucher mit objektiv wirkender Anzeige in die Irre führt, ist ein enttäuschender Tiefschlag.»

Der eehemalige Vize-Präsident der Grünen, Bastien Girod, twitterte: «Dass nun die CVP andere Politiker mit verleumderischen Unterstellungen direkt angreift und Google-Sucher mit objektiv wirkender Anzeige in die Irre führt, ist ein enttäuschender Tiefschlag.»

Keystone/Anthony Anex

Mithilfe von fremden Parteikandidaten buhlt die CVP um die Gunst der Wähler. So erscheint nach der Eingabe von Kandidatennamen aus der FDP, SP oder SVP in der Google-Suche nicht etwa deren Web- oder Parteiseite als erster Treffer, sondern eine Kampagne der CVP. Negative Reaktionen, die der Partei eine «Schmutzkampagne» vorwarfen, überschlugen sich am Dienstag im Netz.

Am Abend machten Vertreter der grossen Parteien ihrer Wut über das Vorgehen der CVP Luft. «Diese Kampagne ist nicht in Ordnung. Zuerst wirbt die CVP mit dem Slogan ‹Wir halten die Schweiz zusammen› und stellt sich als Partei des Kompromisses dar. Jetzt grätscht sie allen Parteien in die Beine. Das ist unterste Schublade», empört sich FDP-Präsidentin Petra Gössi.

«Die CVP pfeift jetzt aus dem letzten Loch»

Die FDP-Chefin bezeichnet die Kampagne als völlig unschweizerisch. «Sie ist zudem handwerklich erst noch schlecht gemacht und vermischt undifferenziert.» So werde zum Beispiel der Eindruck erweckt, dass der Luzerner FDP-Ständerat Damian Müller geholfen hätte, das CO2-Gesetz zu verwässern, obwohl dieses bis anhin nur im Nationalrat behandelt worden sei.

Toni Brunner, Wahlkampfleiter der SVP im Kanton St. Gallen, sagt, er sei am Dienstag einige Male auf die Kampagne angesprochen worden. Diese amüsiere ihn. «Die CVP pfeift jetzt aus dem letzten Loch. Da ist ihr jedes Mittel recht – egal wie primitiv und dumm es ist.» Er könne die Partei nicht mehr ernst nehmen. Ein treuer CVP-Wähler habe ihm verraten, dass er aufgrund der Kampagne nun das erste Mal in seinem Leben SVP statt CVP wähle.

«Enttäuschender Tiefschlag»

Auch der ehemalige Vize-Präsident der Grünen, Bastien Girod, verurteilt die Kampagne. Im Wahlkampf sei bis jetzt nur die SVP mit Schlägen unter der Gürtellinie aufgefallen, twitterte er. «Dass nun die CVP andere Politiker mit verleumderischen Unterstellungen direkt angreift und Google-Sucher mit objektiv wirkender Anzeige in die Irre führt, ist ein enttäuschender Tiefschlag.»

Wenige Worte für das Vorgehen der CVP hat SP-Fraktionschef Roger Nordmann: «Diese Kampagne ist von meiner Seite her keines Kommentars würdig.»

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