Zürich: Die Dachkantine flimmert über die Kinoleinwand
Aktualisiert

ZürichDie Dachkantine flimmert über die Kinoleinwand

Seit bald vier Jahren ist die Dachkantine - der legendärste Club der Stadt - Geschichte.
Jetzt gibts ein Wiedersehen auf der Kinoleinwand.

von
Roman Hodel

Abgefahrene Konzerte, aufwändige Dekos, nie enden wollende Partys: Das und noch viel mehr war die Dachkantine – Zürichs legendärster Club, der von 2004 bis 2006 ganz oben in der Tonimolkerei logierte. Die Zürcher Filmemacher Ravi Vaid, Nicole Biermaier und Dion Merz haben einen Film über das vierwöchige Abschlussfestival im Fe­bruar 2006 gedreht. Dieser kommt jetzt ins Kino und läuft ab 5. November im Riff­Raff. «Es ist ein Zeitdokument über die Techno-Subkultur, die in der Dachkan­tine verkehrte», sagt Vaid, der selber auch im Club ein- und ausging. Die Aufnahmen sind oft überfallartig gedreht, die Bilder mitunter schonungslos: Zu Wort kommen witzelnde DJs, rauchende Musiker, exzessiv feiernde Partygäste und die Dachkantinen-Betreiber.

Zum Beispiel Mitgründer Thomas Gilgen, der heute das DAB-Radio Openbroadcast betreibt. Er ist der Meinung: «Es ist ein guter und kontroverser Film geworden, der mich emotional berührt, weil ich die Dachkantine wirklich ­gelebt habe.» Trotzdem trauert Gilgen dem Club nicht nach: «Nur dem Inhalt – es fehlt seither ein Ort und Herz für szenenübergreifende Musik-Experimente.»

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