Wie die Verdauung unsere Haut beeinflusst

Deine Darmflora kann sich deutlich sichtbar auf dein Hautbild auswirken. 

Deine Darmflora kann sich deutlich sichtbar auf dein Hautbild auswirken. 

Pexels/Ron Lach
Publiziert

Verdauung gegen PickelDie Darmflora beeinflusst deine Haut mehr, als du denkst 

Du bist, was du isst. Ganz so einfach ist es zwar nicht, doch der Darm wirkt sich mehr auf das Hautbild aus, als vielen bewusst ist. Eine Dermatologin erklärt, was zu beachten ist.

von
Malin Mueller

Was die meisten kennen: Nach den Festtagen zeigt sich am Hautbild, dass mehr Schokolade geschlemmt wurde, als gut tut. Doch hier hört es längst nicht auf – als Verdauungsorgan hat der Darm mehr Einfluss auf die Haut als man denkt. Dr. Valentina Bänninger ist Dermatologin, leitende Ärztin und Mitbegründerin der Sweet Skin Hautklinik in Baar und erklärt, was wir tun können, um die Darmflora in ihrer Arbeit zu unterstützen.

Dr. Valentina Bänninger ist Dermatologin, leitende Ärztin und Mitbegründerin der Sweet Skin Hautklinik in Baar.

Dr. Valentina Bänninger ist Dermatologin, leitende Ärztin und Mitbegründerin der Sweet Skin Hautklinik in Baar.

Sweet Skin

So hängen Darm und Haut zusammen

Das Wahrnehmungs- und das Verdauungsorgan haben mehr gemeinsam als man denkt: «Der Darm und die Haut sind die Organe, die am dichtesten von Bakterien besiedelt sind», so Bänninger. Das ist kein Zufall. «In der Entwicklung vom Embryo zum Baby entstehen beide Organe aus dem gleichen Gewebe.» Die Nährstoffe, die der Darm aus der Nahrung aufnimmt, beeinflussen die Haut dramatisch. Die Dermatologin sagt: «Ein kranker Darm spiegelt sich fast immer auch auf der Haut wieder.» Umkehren könne man das Ganze aber nicht so einfach. «Für schlechte Haut gibt es mehr Einflüsse als den Darm – etwa Stress, ob man raucht, krank ist oder Medikamente nimmt.» 

Was tust du, um deine Darmgesundheit zu fördern?

Wie spiegelt sich ein ungesunder Darm auf der Haut wieder?

Werden Nährstoffe nicht mehr dahin transportiert, wo sie gebraucht werden, kann sich das in Hautproblemen zeigen. Allerdings muss man differenzieren: «Menschen mögen direkte Assoziationen à la ‹du hast eingerissene Mundwinkel, das ist ganz klar der Darm›. Tatsächlich gibt es dafür aber viele Ursachen und dementsprechend keinen eindeutigen Marker, der besagt, dass die Darmgesundheit aus dem Gleichgewicht ist.»

Unreine Haut kann ein Anzeichen dafür sein, dass deine Darmflora aus dem Gleichgewicht geraten ist – muss es aber nicht. 

Unreine Haut kann ein Anzeichen dafür sein, dass deine Darmflora aus dem Gleichgewicht geraten ist – muss es aber nicht. 

Pexels/Cottonbro

Selbst wenn nachweisbar ist, dass ein Nährstoffmangel besteht, kann das auch daher rühren, dass der Mensch an sich zu wenig von ihm aufnimmt. «Treten Mangelsituationen aber immer wieder auf, lohnt es sich, den Bakterienhaushalt im Darm – das sogenannte Mikrobiom – genauer anzuschauen», rät die Expertin. «Damit meine ich nicht zwingend den Gang zum Arzt. Nur schon auf eine ausgewogene, gesunde Ernährung umzustellen, kann einen enormen Unterschied machen.»

So kannst du den Darm in seiner Arbeit unterstützen

Passend zum Stichwort Ernährung sollte man verstehen, was der Darm möchte: «Pflanzenbasierte Nahrung kommt mit vielen löslichen Ballaststoffen daher. Sie sollte den Grossteil der Ernährung ausmachen», so Dr. Bänninger. «Bitterstoffe aus z.B. Artischocken, Rucola oder Mangold sind super, da sie die Leber und Galle anregen und den Darm so in seiner Verdauungstätigkeit unterstützen.»

Mit möglichst bunter, ausgewogener Kost und Bitterstoffen unterstützt man den Darm bestmöglich.

Mit möglichst bunter, ausgewogener Kost und Bitterstoffen unterstützt man den Darm bestmöglich.

Pexels/Ella Olsson

Und: Je bunter der Teller, desto besser. «Biotin, Vitamin C und E sind ebenfalls sehr wichtig.» Die Expertin erwähnt das nicht ohne Grund – gerade Letzteres schützt in einem gewissen Mass vor oxidativem Stress durch Sonneneinstrahlung, Nikotin, Alkohol oder eine fleischhaltige Ernährung. Wer dazu noch die Aufnahme von Milchprodukten einschränkt, wirkt einer Übersäuerung des Körpers entgegen und entlastet den Darm zusätzlich.

Welche Rolle spielt Hautpflege dann noch?

Wer gegen Pickel und Co. ankämpfen will, sollte auf seinen Darm achten, dennoch aber auch die Hautpflege optimal an die Haut anpassen.

Wer gegen Pickel und Co. ankämpfen will, sollte auf seinen Darm achten, dennoch aber auch die Hautpflege optimal an die Haut anpassen.

Pexels/Cottonbro

Bei den Auswirkungen vom Darm auf die Haut wirkt es fast, als seien Hautcremes und Co. zu vernachlässigen. Dr. Bänninger relativiert: «Es ist trotz allem relevant, wie wir unsere Haut behandeln.» Ein grosser Punkt für die Ärztin: Sonnenschutz, der vor oxidativem Stress bewahrt und sich damit auf lange Sicht positiv auf die Darmgesundheit auswirkt. Eine Creme mit einer hohen Wasserbindungsfähigkeit bewahrt die Haut zudem vor dem Austrocknen. Duftstoffe, Parabene und potenziell allergene Substanzen sollten hingegen vermieden werden. «Es ist so: Ein gesunder Darm ist noch kein Garant für eine gesunde Haut, aber eine grosser Schritt in die Richtung, dass man Hautprobleme in den Griff bekommt.

Hättest du gewusst, dass Darm und Haut so eng miteinander verknüpft sind?

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