Kälte statt Hitze: Die derzeit coolsten Berufe der Schweiz
Aktualisiert

Kälte statt HitzeDie derzeit coolsten Berufe der Schweiz

Viele Schweizer klagen derzeit bei der Arbeit über die Hitze. Ergeht es Eisfabrikanten, Höhlenführern oder gar Pinguinpflegern besser?

von
Mira Weingartner
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In Langrickenbach in Kanton Thurgau ist es derweil minus 20 Grad. Mit einer Polarausrüstung und einer Fellmütze ausgestattet vertreibt Geschäftsführer Martin Bachmann täglich bis zu 15 Tonnen Eiswürfel.

In Langrickenbach in Kanton Thurgau ist es derweil minus 20 Grad. Mit einer Polarausrüstung und einer Fellmütze ausgestattet vertreibt Geschäftsführer Martin Bachmann täglich bis zu 15 Tonnen Eiswürfel.

www.iceking.com
«Warme Jacke und lange Hosen gehören zu meiner Arbeitskleidung. In den Pausen vor der Höhle meide ich die pralle Sonne», sagt Andreas Sommer, Tour-Guide der Berner Oberländer Beatushöhlen.

«Warme Jacke und lange Hosen gehören zu meiner Arbeitskleidung. In den Pausen vor der Höhle meide ich die pralle Sonne», sagt Andreas Sommer, Tour-Guide der Berner Oberländer Beatushöhlen.

zvg
Bei den Königspinguinen im Zoo Zürich ist es zwischen fünf und zehn Grad. Tierpfleger Urs Romer freuts: Es ist eine willkommene Abkühlung an heissen Tagen.

Bei den Königspinguinen im Zoo Zürich ist es zwischen fünf und zehn Grad. Tierpfleger Urs Romer freuts: Es ist eine willkommene Abkühlung an heissen Tagen.

Steffen Schmidt

In den Büros summen die Ventilatoren, in den Geschäften stehen die Klimaanlagen kurz vor dem Kollaps und auf den Baustellen läuft der Schweiss in Strömen. Die Schweiz kämpft mit einer der grössten Hitzewellen seit Jahren. Aber auch hierzulande gibt es dieser Tage noch richtig kühle Arbeitsplätze. Eine Übersicht:

• In Langrickenbach in Kanton Thurgau herrscht minus 20 Grad. Jedenfalls im dortigen XXL-Tiefkühler der Firma Iceking. Mit einer Polarausrüstung und einer Fellmütze ausgestattet vertreibt Geschäftsführer Martin Bachmann mit seinem dreiköpfigen Team täglich zwei bis 15 Tonnen Eiswürfel verschiedenster Art und Form: «Trotz der hohen Minustemperaturen komme ich hier ins Schwitzen», sagt Eiskönig Bachmann zu 20 Minuten – Festivals, Grillpartys und Sommerevents bescheren dem jungen Geschäftsmann eine florierende Saison.

• Einen Arbeitsplatz in kühler Natur haben die Tourenführer der bernischen Beatushöhlen: Die dortigen Tropfsteinhöhlen mit einer Innentemperatur von neun Grad ziehen in den Sommermonaten täglich rund 300 Ausflügler an. Höhlen-Guide Andreas Sommer verbringt so während der heissesten Tagen rund acht Stunden im steinigen Kühlschrank. «Warme Jacke und lange Hosen gehören zu meiner Arbeitskleidung. In den Pausen vor der Höhle meide ich die pralle Sonne», sagt Sommer zu 20 Minuten. Seine Gäste sind nicht immer gleich vorausschauend: «Manche kommen mit Shorts und Tops zu uns nach Sundlauenen. Für diese haben wir extra warme Reservekleidung zum Ausleihen bereit.»

• Den Arbeitsort von Tierpfleger Urs Romer vom Zoo Zürich kann man ohne Probleme im Sommerlook besuchen: Die auf fünf bis zehn Grad heruntergekühlte Innenanlage der 17 Königspinguine ist vom Besucherraum mit einer Scheibe getrennt. Für den Tierpfleger selbst ist die Arbeit im Innern des Geheges eine willkommene Abkühlung: «An richtigen Hitzetagen ziehe ich keine wärmere Kleidung an und lasse mich so gleich herunterkühlen.» Nach kurzen Putzarbeiten und der zweifachen Fütterung der Vögel von den subantarktischen Inseln muss Tierpfleger Romer die wohltuende Kälte aber wieder verlassen – bei seinen restlichen Schützlingen empfangen den Revierchef wieder hohe Temperaturen.

• Im Vergleich zum Grossteil der Bevölkerung geniesst auch das Wirtepaar der Monte-Rosa-Hütte in den Walliser Alpen einen erfrischenden Wind. Doch auch die 2883 Höhenmeter bleiben von der diesjährigen Hitzewelle nicht verschont: «Normalerweise ist es bei uns angenehm kühl, am Dienstag hat das Thermometer aber auch bei uns auf dem Berg 23 Grad angegeben», sagt die Hüttenwartin. Sowohl die Besucher wie auch sie selbst seien ob der hohen Temperaturen unterhalb der Dufourspitze erstaunt –«diese Hitze in unserer kühlen Region ist eine Seltenheit.»

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