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Neuer VertragDie Details zu Sbisas Millionen-Deal

Luca Sbisas neuer Vertrag mit Anaheim bringt dem Innerschweizer noch mehr Geld ein, als zunächst erwartet. Das sind die Details zum lukrativen Deal.

von
Jürg Federer
USA
Luca Sbisa (r.) hat sich in der NHL den nötigen Respekt verschafft. (Bild: Keystone)

Luca Sbisa (r.) hat sich in der NHL den nötigen Respekt verschafft. (Bild: Keystone)

Als Ende Dezember 2010 die Verhandlungen für Luca Sbisas Vertrag aufgenommen wurden, hatte der Verteidiger einen Marktwert von gut einer Million US-Dollar pro Jahr. Nur zwei Monate später unterzeichnete Sbisa einen NHL-Vertrag mit einem durchschnittlichen Wert von über zwei Millionen Dollar pro Saison (20 Minuten Online berichtete). Der Marktwert von Luca Sbisa hat sich im Handumdrehen mehr als verdoppelt.

«Der neue Vertrag von Sbisa ist im Grunde genommen noch besser, als Sie das in Ihrer Meldung auf 20 Minuten Online vertreten haben», freut sich Sbisas Agent Andre Rufener. «Weil Luca [Sbisa] im letzten Jahr nur acht NHL-Spiele bestritten hat, hatten die Anaheim Ducks alle Rechte, ihn zu beliebigen Konditionen im Team zu halten. Wir hatten eine schlechte Verhandlungsposition aber wir konnten mit überzeugenden Argumenten auftreten.» Dass am Ende für Sbisa noch vor Ablauf seines Dreijahresvertrages ein Bruttosalär von 8,75 Millionen US-Dollar, verteilt über 4 Jahre, erzielt werden konnte, bedurfte den überzeugenden Leistungen des Nationalverteidigers.

Sbisas perfektes Timing

Zu Beginn des Monats Februar standen die Anaheim Ducks auf dem vierten Rang in der Western Conference und auf gutem Weg, die NHL-Playoffs zu erreichen. Kurz darauf hat sich Nationalgoalie Jonas Hiller verletzt (20 Minuten Online berichtete) und die Verteidigung der Anaheim Ducks fiel auseinander. Die Stammverteidiger Toni Lydman (+/- 0), Andreas Lilja (-1), François Beauchemin (-2), Lubomir Visnovsky (-5) und Cam Fowler (-9) sind mit ihren persönlichen Bilanzen im Monat Februar genauso für den Absturz der Anaheim Ducks verantwortlich wie der Ausfall des Stargoalies Hiller.

Schlägerei Luca Sbisa vs. Brayden Schenn

Am Ende des Monats Februar waren die Anaheim Ducks im Westen noch auf dem 11. Rang geführt, drei Plätze von den Playoffs entfernt. Aber Luca Sbisa hat im Verlauf dieses Abstiegs mit einer persönlichen Plus/Minus-Bilanz von +5 überzeugt und dabei noch drei Faustkämpfe ausgetragen. Kein Abwehrspieler der Anaheim Ducks hat sich so gegen den Abstieg des Teams aufgelehnt wie Sbisa. Er ist im Monat Februar der einzige Stammverteidiger der Ducks, der eine positive Plus/Minus-Bilanz ausweist.

Sbisas Boxkampf gegen Brewer

Das sind die Details

Als Ende Februar dann noch die Transferfrist in der NHL ablief und Sbisa im Team der Anaheim Ducks blieb, war der Boden für Vertragsverhandlungen bereitet. «Luca [Sbisa] hat im Februar so gut gespielt, dass die Argumente für einen Mehrjahresvertrag überzeugend waren», erklärt Rufener. Rufener bestätigt die Details von Sbisas neuem NHL-Einwegvertrag, die 20 Minuten Online am Dienstag veröffentlicht hat:

NHL: Prügelei von Luca Sbisa

Saison 2011/12

Salär: 1,2 Millionen US-Dollar

Saison 2012/13

Salär: 2 Millionen US-Dollar

Saison 2013/14

Salär: 2,6 Millionen US-Dollar

Saison 2014/15

Salär: 2,9 Millionen US-Dollar

Chance zum Kassenschlager

Vertreter der Spielergewerkschaft NHLPA haben Rufener persönlich zu diesem Vertrag gratuliert, der Sbisa bis zum Erreichen seines 25. Altersjahres ein Bruttosalär von 8,75 Millionen US-Dollar einbringen wird – eine Win-Win-Situation für den Nationalverteidiger. Was auch immer in den nächsten Jahren geschehen wird, Sbisa hat für den Rest seiner Karriere wirtschaftlich ausgesorgt. Das einzige Risiko, das Sbisa mit seinem Vierjahresvertrag eingeht ist, dass er sich so gut entwickelt, dass er im Vergleich mit anderen NHL-Verteidigern unterbezahlt ist.

Doch genau deshalb ist die Vertragsdauer von vier Jahren für Sbisa von Bedeutung. Sein neuer Kontrakt läuft nämlich just ein Jahr vor der Berechtigung, als «Free Agent» den gesamten NHL-Markt für sich spielen zu lassen, aus. Entwickelt sich Sbisa erwartungsgemäss zum dominierenden NHL-Verteidiger, werden seine Vertragsverhandlungen im Jahr 2015 zum Kassenschlager – ein Homerun, wie das die Amerikaner bezeichnen. Dabei hatte Sbisa noch vor wenigen Monaten den Marktwert von nur einer Million Dollar pro Jahr und mit einem Saisonstart in der AHL stand sogar seine gesamte NHL-Zukunft kurzfristig in Gefahr.

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