«Dirkules» im Sport-Olymp: Die Deutschen feiern ihr «Wunderkind»
Aktualisiert

«Dirkules» im Sport-OlympDie Deutschen feiern ihr «Wunderkind»

Dirk Nowitzki ist der erste Deutsche, der die NBA-Trophäe in die Höhe stemmen durfte. In seiner Heimat wird «The German Wunderkind» darum wie ein Heiliger verehrt.

von
fbu

Dreizehn Jahre und 1117 Pflichtspiele absolvierte Dirk Nowitzki bisher in der besten Basketball-Liga der Welt - jetzt konnte er sich den Traum der Meisterschaft erfüllen. Der 32-Jährige hat die Saison seines Lebens gespielt und damit deutsche Sportgeschichte geschrieben. Nach dem Spiel verschwand der Deutsche vorerst kurz in der Kabine. «Ich habe erstmal eine Minute für mich gebraucht. Ich war ein bisschen emotional, habe ein wenig geweint», sagte er später im Interview vor den versammelten Medien. Für den Star der Dallas Mavericks ist dies der grösste Moment seiner Karriere. «Ich kann es gar nicht richtig in Worte fassen», meinte der Star der Mavericks kurz nach dem Spiel. Es geht nicht nur ihm so, auch seine Heimatstadt sowie die deutschen Medien versinken in einem gemeinsamen Freudentaumel.

Würzburg im Ausnahmezustand

Nicht immer erhielt die frischgebackene Basketball-Legende in Deutschland die Aufmerksamkeit, die ihm eigentlich gebührte. Abgesehen von der Basketball-Gemeinde verfolgten die wenigsten den Weg des einzigen deutschen NBA-Weltstars. Erst mit dem unverhofften Vorstoss in den Final in diesem Jahr stieg das Interesse – und zwar ins Unermessliche. In seiner Heimatstadt Würzburg war Nowitzki schon immer ein viel beachteter Star. Mit dem Erringen des NBA-Titels versetzte der Superstar die Stadt in Unterfranken nun vollends in Verzückung. Es war mitten in der Nacht als viele Fans beim Public Viewing zusahen wie «ihr» Dirk mit den Mavericks den NBA-Sieg klarmachte. Im Kneipenviertel der Universitätsstadt läuft um diese Zeit normalerweise nicht mehr viel. In der Nacht von Sonntag auf Montag war dies anders: Alle Sportbars waren prall gefüllt und überall wurden Leinwände aufgestellt. Als der Triumph von Dallas dann feststand, geriet die Stadt in Ausnahmezustand. Die Würzburger feierten den NBA-Titel der Dallas Mavericks die ganze Nacht.

Im deutschen Sportolymp angekommen

Mit der überragenden Leistung in der Finalserie gegen die Miami Heat hat sich Nowitzki nun nicht nur in Würzburg, sondern auch im restlichen Deutschland in die Köpfe der Sportfans und Sportjournalisten gespielt. Der Spieler mit Übernamen wie «Dirkules», «German Wunderkind» oder «Dunking Deutschman» ist in den USA schon lange ein grosser Star. Jetzt werden seine Leistungen auch in seiner Heimat gewürdigt. Als «Ausnahmeerscheinung», der nun «in den Olymp der deutschen Sportlegenden» aufgestiegen sei, beschreibt ihn «n-tv». Man spürt es: Deutschland ist stolz auf seinen «Wunder-Dirk».

Sefolosha's Kitzel-Trick gegen Nowitzki

«Bild» titelt nach dem Triumph der Dallas Mavericks: «Dieser Titel hat uns noch gefehlt.» Nowitzki wird nun mit den Grössten des deutschen Sport gleichgestellt – es fallen Namen wie Michael Schuhmacher, Boris Becker oder Jan Ullrich.

Selbst Legenden kommen ins Schwärmen

«Focus Online» betitelt den 32-Jährigen als «einen der grössten deutschen Sportler aller Zeiten». Rund um die Welt werden die Leistungen des deutschen Superstars gehuldigt - und das gefällt natürlich auch in seiner Heimat. Genüsslich werden Basketball-Legenden wie Earvin «Magic» Johnson zitiert, welcher den Deutschen sogar mit Michael Jordan verglich und sagte: «Es hiess, er sei weich. Streicht das, er ist nicht mehr weich. Es hiess, er könne nicht zum Korb ziehen. Streicht das, er zieht zum Korb. Jetzt ist er der NBA-Champion. Er ist ein Gewinner. Er hat mentale Stärke gezeigt wie noch niemand in der NBA.»

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