Aktualisiert 02.09.2015 07:12

Swissness-URL

Die Domain Bern.swiss kostet 120 Franken

Ab dem 7. September können Websites mit der Endung .swiss registriert werden. Doch nicht jeder hat Anrecht auf die Swissness-Endung.

von
Phlipp Stirnemann
In einer ersten Registrierungs-Phasevom 7. September bis 9. November 2015 nimmt das Bakom .swiss-Anträge entgegen.

In einer ersten Registrierungs-Phasevom 7. September bis 9. November 2015 nimmt das Bakom .swiss-Anträge entgegen.

Wem die Domain .ch zu wenig schweizerisch ist, kann jetzt einen Antrag für die neue Endung .swiss stellen. Interessierte können die neue Domain bis am 9. November beantragen. Dann wird das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) alle eingegangenen Anträge publizieren. Wird daraufhin kein Gegenantrag gestellt, bekommt man die gewünschte Domain.

Allerdings hat nicht jeder die Möglichkeit, seine Website künftig auf .swiss enden zu lassen. Antragsteller einer .swiss-Domain sollen einen «starken Schweizer Bezug» nachweisen können, wie der Domain-Registrar Switchplus in einer Mitteilung schreibt.

Wann muss mit einem Gegenantrag gerechnet werden?

Stellt man einen Antrag für eine auf .swiss endende Website, kann es sein, dass eine andere Partei einen Gegenantrag stellt. Das sei bei markenrechtlichen Fragen zu erwarten, sagt Switchplus-Geschäftsführer Wolfram Schmidt. Das könnte etwa bei Domains wie zuerich.swiss der Fall sein, dann also, «wenn sowohl eine Stadt und ein Kanton Interesse an der Domain bekunden.»

Wer bekommt im Streitfall die .swiss-Domain?

Um gegen Cybersquatting (siehe Box) und andere potenziell gegen Urheberrechte verstossende Aktivitäten bei der Vergabe neuer Domains vorzugehen, hat die US-amerikanische Koordinationsstelle für die Vergabe von Namen und Adressen im Internet (Icann) das Trademark Clearinghouse geschaffen. Dort können Markennamen registriert werden. Die generische (sprich beschreibende) Endung .swiss untersteht den Regeln der Icann. Das heisst, wer seine Marke dort zuerst registriert hat, bekommt im Streitfall die Website mit der Endung .swiss zugesprochen.

Was kostet eine .swiss-Domain?

Wer seine URL auf .swiss enden lassen möchte, muss ziemlich viel mehr für die neue Domain bezahlen als etwa .ch-Websitebetreiber, nämlich stattliche 120 Franken. Zum Vergleich: Eine auf .ch endende URL kostet bei Switchplus jährlich 15.50 Franken.

Hat jeder Schweizer Anrecht auf eine .swiss-Domain?

Nein. Wer seinen Online-Auftritt mit der Endung .swiss schmücken will, muss beweisen können, dass die Endung für eine Unternehmens-Site gedacht ist. Dazu muss eine sogenannte Unternehmens-Identifikationsnummer (UID) angegeben werden, die Firmen und Organisationen beim Bundesamt für Statistik (BFS) anfordern können. Der Eintrag im offiziellen UID-Register des BFS ist kostenlos.

Haben Einzelpersonen kein Anrecht auf .swiss?

Doch, sofern sie beim Bakom als Einzelunternehmer und nicht als Privatperson vorstellig werden. Wer also als registriertes Ein-Mann-Putzunternehmen die Domain wischmobheld.swiss registrieren möchte, bekommt sie auch zugesprochen.

Können auch politische Parteien ihre Domains auf .swiss enden lassen?

Ja. «Die Endung .swiss soll Swissness ausdrücken», sagt Wolfram Schmidt. Da sich politische Organisationen für das Wohl des Staates einsetzen, können auch sie die neue Endung verwenden. Welcometosvp.swiss oder sps.swiss wären demnach möglich.

Warum kann man nur bei Switchplus einen .swiss-Antrag stellen?

Switchplus nimmt eigenen Angaben zufolge «als erster Anbieter Registrierungsanträge entgegen». Die offizielle Registrierung für .swiss wird vom Bakom allerdings erst am kommenden Montag eröffnet. «Switchplus sammelt die Anträge ihrer Kunden bis dahin und gibt sie auch erst am 7. September ans Bakom weiter», sagt Thomas Brühwiler, Sprecher vonHostpoint. Der in Rapperswil ansässige Registrar, wie fast alle anderen auch, nimmt aus diesem Grund .swiss-Anträge erst ab dem 7. September 2015 entgegen.

Cybersquatting:

Cybersquatting (auch Domänenbesetzung oder Domainsquatting genannt) bezeichnet das Registrieren von Internet-Domainnamen, die dem Antragsteller eigentlich nicht zustehen. Cybersquatting wird in der Regel betrieben, um die registrierten Domains für viel Geld an die «rechtmässigen» Eigentümer zu verkaufen.

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