Aktualisiert 18.05.2020 11:27

«Valorant»-Cheater

Die dümmsten Gamer der Welt

Hunderttausende von Gamern wollen einen Zugang zur Closed-Beta von «Valorant» und schauen stundenlang Streams auf Twitch. Nur wenige Spieler bekommen einen Zugang und trotzdem gibt es schon 8873 Cheater, die vom Entwickler Riot verbannt wurden.

von
Marc Gerber

Darum gehts

  • 8873 Cheater haben die «Valorant»-Entwickler Riot aus der Closed-Beta verbannt.
  • Nur wer stundenlang «Valorant»-Streams schaut, hat überhaupt eine Chance auf einen Zugang.
  • Die von Riot entwickelte Anti-Cheat-Software «Vanguard» soll alle Cheater erwischen.
  • Riot hat schon angekündigt, dass eine zweite, noch grössere Banwelle kommen wird.

Es gibt Sachen, die muss man als E-Sport-Redaktor nicht begreifen. Da bekommt man mit viel Glück einen Zugang zu einer der begehrtesten Closed-Betas der Gaming-Geschichte oder man erkauft sich für viel Geld einen Account – und was macht der Spieler? Er bescheisst mit illegalen Programmen. Fast 9000 Spieler haben genau das gemacht und wurde verbannt. Die Frage ist: Ist das schon ein Vorgeschmack darauf, was uns erwartet, wenn «Valorant» für alle zugänglich gemacht wird?

Cheater sind in Ego-Shootern nichts Neues. Ws ist das Genre mit den meisten Moglern. Wo ein Multiplayer-Match stattfindet, gibt es immer die Möglichkeit, auf einen Gegner zu treffen, der illegale Hilfsmittel einsetzt. Wenn man so will, sind Cheats nichts anderes als Doping für Gamer. Wo der kleine Cheater vor 20 Jahren noch mühsam das Internet durchforsten musste, um seinen Aimbot (Programm das beim Zielen hilft) zu finden, reichen heute Google und fünf Klicks und der «Valorant»-Cheat ist installiert.

Wenn ein Cheater in «Valorant» vom Anti-Cheat-Programm entdeckt wird, wird das Match abgebrochen.

Premium-Service gegen Cheater

Eine Möglichkeit, Cheater aus seinem Spiel zu verbannen, ist ein Premium-Service. «Counter-Strike:Global Offensive» macht es vor. So gibt es den «Prime»-Status, den man sich mit Spielzeit und Echtgeld erkaufen muss. Dann schmerzt die Bestrafung doppelt, wenn man erwischt wird. Natürlich wird in «CS:GO» trotzdem gemogelt, und Gegner, die einen Aimbot brauchen, kommen vor allem im Matchmaking immer wieder vor. Darum setzt Entwickler Valve auch noch auf Overwatch, wo die eigenen, erfahrenen Spieler freiwillig Demos von Spielern anschauen können und mitentscheiden dürfen, ob dieser Spieler verbannt wird oder nicht.

Fairerweise muss man aber auch sagen, dass die ambitionierten Spieler schon lange nicht mehr den Matchmaking-Dienst von «CS:GO» nutzen, sondern zu Premium-Diensten wie Faceit oder ESEA gewechselt haben. Dies aber vor allem, da die Server um Welten besser sind als alles, was Valve anbietet, und natürlich haben diese Premium-Dienste auch ein besseres Anti-Cheat-System.

Ein ESP im Einsatz: Der Cheater sieht alle Gegner durch die Wand und das Programm schisst auch automatisch die Gegner ab.

Anti-Cheat System «Vanguard»

Viel Kritik hat das von Riot entwickelte Anti-Cheat-Programm «Vanguard» einstecken müssen, da es separat auf dem PC installiert wird und direkt Zugriff auf systemrelevante Dateien erhält. Mittlerweile kann man das Tool immerhin abschalten, wenn man aber «Valorant» zocken will, muss das Anti-Cheat-Programm laufen. Mit so einem aggressiven Programm will es Riot den Cheatern schwermachen. Ob «Vanguard» aber reicht, um die Cheater aus dem Spiel zu verbannen, wird sich spätestens diesen Sommer zeigen, wenn jeder Spieler und auch Cheater Zugriff auf den neuen Ego-Shooter hat.

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3 Kommentare

Luki07

20.05.2020, 16:34

Bitte solche Spiele braucht niemand. Wen man schon Cheaters herein lässt ist das spiel nicht wirklich erfreudig. Nehmt das spiel bitte raus. 👎👎👎

mario

18.05.2020, 11:30

ich finde es ein wenig bedenklich wenn sich soviele Leute sich ein Spiel instllieren, das einen anticheat hat, der auf Kernelebene läuft und somit mehr rechte auf dem PC hat als der Anwender mit Andministrator. Vorllem wenn sich es bei dem Publisher um die Chinesische Firma Techent handelt. Und wenn dieser doch angeblich so gut ist, warum konnten diese 8873 Spieler trotzdem Cheaten? Läuft der Cheat auch auf Kernelebene und wird vor dem Anticheat gestartet bringt das ganze genau nichts...

darum gehts

18.05.2020, 09:49

darum gehts: man muss nur 2h schauen um qualifiziert zu sein für einen zugang. valorant hat wenig probleme mit cheatern, es gibt grössere einschneidende probleme, wie zum beispiel hitreg/latency etc. und die 'news' mit cheatern ist gähnend alt