Leben am Berg: Die Einsiedler-Mönche von Athos
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Leben am BergDie Einsiedler-Mönche von Athos

Essen und Feuerholz wird per Seilzug geliefert, manche haben ihre Hütten seit Jahrzehnten nicht mehr verlassen: So abgeschieden leben die Mönche.

von
mst
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Die Hütten der Mönche von Karoulina (so wird die südliche Region des heiligen Berges Athos genannt) sind extrem abgelegen.

Die Hütten der Mönche von Karoulina (so wird die südliche Region des heiligen Berges Athos genannt) sind extrem abgelegen.

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Sie befinden sich häufig an steil abfallenden Klippen, mitten im Berg. Für die selbstgewählte Einsamkeit der Mönche der perfekte Ort.

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Aber wie lebt man in einem Haus, aus dem man praktisch nicht mehr rauskommt?

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Der heilige Berg Athos liegt in Griechenland, auf einer Halbinsel in der Ägäis. Er ist die Heimat der ältesten Mönchs-Republik der Welt. Sie hat einen autonomen Status unter Griechenlands Souveränität.

Heimat für Mönche seit Hunderten von Jahren

Athos (das wahlweise nur den Berg oder die ganze Region bezeichnet) ist bereits seit der Antike bevölkert. In seiner 1800-jährigen Geschichte war er immer die Heimat von christlichen Gläubigen. Noch heute gibt es 20 Klöster in der Region, mit über 2000 Mönchen, die isoliert vom Rest der Welt leben.

Die meisten Mönche leben gemeinsam in einem Kloster und teilen sich dort die Arbeiten. Manche pflanzen Gemüse an, machen Wein, fischen, machen Holzschnitzereien oder Änderungsschneidereien. Im grössten Kloster, dem Megisti Lavra, leben heute 362 Mönche.

Gewählte Einsamkeit

Ein paar wenige haben sich aber für ein abgeschiedenes Leben in kompletter Isolation in einer kleinen Hütte entschieden. Die abgeschiedensten dieser Hütten, die Sketen genannt werden, liegen auf der südlichen Seite des Berges Athos.

Im stark abfallenden Gelände haben sich eine Handvoll Mönche häuslich eingerichtet. Das war alles andere als einfach: Die Hütten sind so unzugänglich, dass Dinge wie Feuerholz oder Nahrungsmittel mit Körben und einem Seilzugsystem zu den Glaubensbrüdern gebracht werden müssen.

Wer zu alt zum Klettern ist, der bleibt

Früher haben sich junge, kräftige Mönche auch an den Seilen aus der Einsamkeit gezogen. Die meisten, die heute dort leben, sind aber zu alt und zu schwach für eine so gefährliche und anstrengende Art zu reisen.

Manche Mönche haben ihre Sketen seit Jahrzehnten nicht mehr verlassen. Bekannt ist die Geschichte von Vater Iusif: Er hat den Berg angeblich seit 64 Jahren nicht mehr verlassen und ist jetzt auch zu schwach, um über die Klippen zu klettern.

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