Medizin: Die Eiterbeulen des Kommunisten
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MedizinDie Eiterbeulen des Kommunisten

Exzessives Rauchen war der Grund für das schmerzhafte Hautleiden von Karl Marx. Das folgern Dermatologen der Universität Marburg aus klinischen Studien und historischen Befunden.

«Die Hautstörung des wohlbekannten Gründungsvaters der kommunistischen Doktrin kann als lehrreiches Beispiel für eine ernsthafte Folge des Rauchens dienen», schreiben die Marburger Medizinprofessoren Rudolf Happle und Arne König in der jüngsten Ausgabe der Fachzeitschrift «British Journal of Dermatology» (Juli 2008), aus dem die Universität am Donnerstag zitierte.

Marx litt jahrelang an Eiterbeulen und chronischen Fisteln in den Achselhöhlen und Leistenbeugen sowie um den After herum. Im vergangenen Jahr hat ein britischer Dermatologe die Krankheit als Hidradenitis suppurativa identifiziert.

In ihrem Beitrag berichten Happle und König jetzt von einem wesentlichen Grund für Marx' Krankheit: In einer von ihnen untersuchten Patientengruppe waren Raucher mit 89 Prozent weit überrepräsentiert.

In der Kontrollgruppe gab es nur 46 Prozent Raucher. Daraus sowie aus einer früheren Studie mit ähnlichem Ergebnis schlossen die Marburger Hautärzte, dass Rauchen «höchstwahrscheinlich eine wesentliche Ursache für Hidradenitis suppurativa darstellt».

(sda)

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