Aktualisiert 13.06.2014 05:23

Zoo Zürich«Die Elefanten schleppen viel Dreck ins Wasser»

Für einen Zoobesuch ist es eigentlich zu heiss - trotzdem lockt der neue Elefantenpark täglich bis zu 2500 Besucher an. Das ganz grosse Ereignis lässt aber weiter auf sich warten.

von
Raffaela Moresi

«Bist Du sicher, dass die Elefanten hier drin sind?», fragt ein Knirps seinen Vater und blickt ungläubig in die riesige, aber scheinbar komplett leere Anlage. Tatsächlich haben sich die Dickhäuter am heissen Donnerstagnachmittag in die unzähligen Winkel und Ecken verkrochen, die ihnen ihr neues Zuhause bietet. Zur Stelle sind sie erst, als später Pfleger demonstrieren, wie sie durch eine speziell konstruierte Wand Pflegehandlungen an den Tieren durchführen können. Auf Kommando strecken die Elefantenkühe einen Fuss in die Höhe, während ihr Rüssel gleichzeitig nach dem Leckerbissen giert, den sie als Belohnung erhalten.

Seit Pfingstsamstag ist der 1,2 Hektar grosse Elefantenpark Kaeng Krachan offen fürs Publikum. Mehr als 17'000 Tierfans kamen alleine übers Pfingstwochenende - trotz brütender Hitze. Aktuell zählt der Zoo noch täglich 2000 bis 2500 Besucher. «Dies entspricht in etwa einem Ferientag, obwohl ja noch keine Ferien sind», sagt Direktor Alex Rübel. Damit sei er sehr zufrieden. «Da es nicht ganz so viele Leute hat, kann man sich die Anlage in Ruhe anschauen. Das ist insbesondere für die zahlreichen Kinder und Schulklassen toll, die uns im Moment besuchen.» Bisher klappe auch alles bestens. «Eine Schwierigkeit ist jedoch, das Bassin genügend schnell wieder sauber zu kriegen», lacht Rübel. Das Schwimmbecken, in dem sich die Dickhäuter tummeln können, werde durch «Riesenfilter» gereinigt. «Aber die Elefanten schleppen halt einfach Unmengen an Dreck rein.» Kein Wunder, denn um sich Abkühlung zu verschaffen, pudern die Tiere ihre Körper mit Staub.

Wieder eine Elefantengeburt vor Publikum?

Auf jeden Fall hätten sie sich gut an ihre neue Umgebung gewöhnt. Viel Zeit durchzuschnaufen bleibt allerdings weder den Elefanten noch den Pflegern. Die Elefantendame Indi wird demnächst ihren Nachwuchs zur Welt bringen. Auch wenn es im Moment noch keine Anzeichen gebe, dass die Geburt unmittelbar bevorstehe: «Es kann plötzlich schnell gehen», so Rübel. Ihre Milchdrüsen seien bereits seit einigen Wochen angeschwollen. Zudem sondere sie sich von der Gruppe ab und gehe auch nicht mehr ins Wasser. Wo und wann das Mini-Elefäntchen das Licht der Welt erblicken wird, entscheidet alleine seine Mutter. Es kann durchaus auch vor Publikum geschehen: Die letzte Elefantengeburt fand um 9 Uhr morgens live vor den Besuchern statt.

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