Die Elektrifizierungspläne der zehn grössten Autobauer
Volvo will bis 2030 ein reiner Elektroautohersteller werden.

Volvo will bis 2030 ein reiner Elektroautohersteller werden.

Volvo
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Verbrenner-AusstiegDie Elektrifizierungspläne der zehn grössten Autobauer

Die Mobilität befindet sich im Wandel: Viele Autohersteller setzen zunehmend auf Elektroautos – einige wollen schon bald gar keine Benzin- und Dieselmotoren mehr herstellen.

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Fabio Simeon / A&W Verlag

Hyundai Motor Company

Aktuell führt Hyundai drei reine E-Fahrzeuge in der südkoreanischen Produktpalette und hat vor nicht allzu langer Zeit die neu entwickelte Plattform ihrer E-Schützlinge präsentiert. Auf ihr bauen auch das erste ausschliesslich als E-Fahrzeug konzipierte Modell, der Ioniq 5, sowie die künftig geplanten E-Autos auf. Neben dem Neuling präsentieren sich der 2020 erneuerte Ioniq Electric und der diesjährig aufgewertete new Kona Electric im E-Showroom. Schon heute darf die Kundschaft also aus diversen elektrischen Antrieben und Akkupacks wählen. In naher Zukunft werden Ioniq 6 und 7 die E-Palette ergänzen. Die absolute Trennung vom Verbrenner hat die Geschäftsleitung in Seoul noch nicht besiegelt.

Mit dem Ioniq 5 präsentierte Hyundai das erste ausschliesslich als E-Fahrzeug konzipierte Modell – weitere sind in Planung.

Mit dem Ioniq 5 präsentierte Hyundai das erste ausschliesslich als E-Fahrzeug konzipierte Modell – weitere sind in Planung.

Hyundai Media

Stellantis

Der Stellantis Konzern will Weltmarkführer in Puncto E-Mobilität werden. Bis zum Jahr 2025 werden über 30 Milliarden Euro in Elektrifizierung und Software investiert. Bis 2030 sollen emissionsarme Fahrzeuge über 70 Prozent des Konzernabsatzes in Europa und 40 Prozent in den USA ausmachen. Die Strategie tragen alle 14 Marken des Stellantis-Konzerns. So sollen jährlich zwei Millionen Elektrofahrzeuge auf vier Plattformen hergestellt werden. Nach dem Zusammenschluss von Fiat Chrysler und dem französischen PSA-Konzern (Citroën, Peugeot) zu Stellantis soll auch Fiat zu einer reinen E-Marke werden. «Zwischen 2025 und 2030 wird unsere Produktpalette schrittweise rein elektrisch. Dies wird eine radikale Veränderung für Fiat sein», kündigte Fiat CEO Olivier François an.

Bis 2030 sollen emissionsarme Fahrzeuge über 70 Prozent des Konzernabsatzes aller 14 Marken in Europa ausmachen.

Bis 2030 sollen emissionsarme Fahrzeuge über 70 Prozent des Konzernabsatzes aller 14 Marken in Europa ausmachen.

Stellantis Media

Volvo

Mit dem Volvo XC40 Recharge Pure Electric hat der schwedische Automobilhersteller im vergangenen Jahr sein erstes Elektroauto vorgestellt. Im März 2021 präsentiert das Unternehmen ein weiteres vollelektrisches Modell auf Basis der Volvo 40er-Baureihe. Das Duo bildet den Auftakt zu einer E-Auto-Offensive: In den kommenden Jahren bringen die Schweden zahlreiche weitere vollelektrische Modelle auf den Markt. Schon 2025 sollen Elektrofahrzeuge die Hälfte des weltweiten Absatzes ausmachen und der Rest auf Hybride entfallen. Mit dem neuen Jahrzehnt wird dann jeder neue Volvo vollelektrisch unterwegs sein. «Es gibt keine langfristige Zukunft mehr für Autos mit Verbrennungsmotor», prognostiziert Henrik Green, Chief Technology Officer (CTO) bei Volvo. «Wir sind fest entschlossen, bis 2030 ein reiner Elektroautohersteller zu werden. Dadurch können wir die Erwartungen unserer Kunden erfüllen und bei der Bekämpfung des Klimawandels ein Teil der Lösung sein.»

Mit dem 300 kW starken XC40 Recharge präsentierte Volvo im vergangenen Jahr ihr erstes E-Fahrzeug.

Mit dem 300 kW starken XC40 Recharge präsentierte Volvo im vergangenen Jahr ihr erstes E-Fahrzeug.

Volvo Media

BMW

Als BMW vor acht Jahren ihr erstes E-Fahrzeug, den i3, lancierten, war die Welt der E-Fahrzeuge noch überschaubar. Trotzdem verlief der i3-Start holpriger als gedacht. Zu hoch die Kosten, zu tief die Reichweite. Ob die Schuld tatsächlich beim verbauten Hochvoltspeicher lag, oder eher die Kundschaft noch nicht vollends bereit für die E-Mobilität war, sei heute dahingestellt. Immerhin verkauften die Münchner bis dato 165'000 Stück ihres E-Pioniers. Das zweite rein elektrisch betriebene i-Fahrzeug folgte im Frühjahr 2021 im SUV-Gewand und unter der Bezeichnung ix3. Neu im Programm sind das Oberklasse-SUV BMW iX und der i4, das erste E-Coupé aus Bayern. In zwei Jahren schon soll zudem in jeder Fahrzeugklasse mindestens eine elektrische Alternative zur Verfügung stehen. So will BMW bis 2030 etwa die Hälfte des weltweiten Umsatzes mit reinen E-Fahrzeugen erzielen. Ein Datum für einen kompletten Benzin- und Dieselausstieg nennt die Zentrale in München noch keines, sondern will flexibel auf Marktentwicklungen reagieren.

Der ix3 ist BMWs zweites rein elektrisches Fahrzeug und soll laut WLTP 460 Kilometer rein elektrisch bezwingen.

Der ix3 ist BMWs zweites rein elektrisches Fahrzeug und soll laut WLTP 460 Kilometer rein elektrisch bezwingen.

BMW

Honda Motor

Vor mehr als zwei Jahren kündigte der japanische Autobauer Honda an, in Europa bis zum Jahr 2025 jedes seiner verkauften Neufahrzeuge auf elektrifizierte Antriebe umzustellen, also hybridisieren, zu wollen. Und obwohl anfänglich das Gefühl überwog, die Japaner zieren sich mit der Lancierung eines reinen E-Fahrzeugs, belehrten sie uns vor einem Jahr mit dem Honda-e, einem Kleinwagen in Retrodesign, der sich Go-Kart-ähnlich über die Strassenkreuzungen bewegen lässt, eines Besseren. Anders als bei der Konkurrenz lässt das nächste E-Modell aber bis 2024 auf sich warten, soll Prologue heissen und auf der Ultium-Plattform von Kooperationspartner General Motors aufbauen. Das E-SUV gilt dann als Startschuss hin zum kompletten Ausstieg aus dem Verbrennersegment im Jahr 2040. Das Fernziel: weltweite Klimaneutralität bis zum Jahr 2050.

Hondas erstes Elektroauto, der Honda e, hat dank aussergewöhnlichem Design Kultobjektpotential.

Hondas erstes Elektroauto, der Honda e, hat dank aussergewöhnlichem Design Kultobjektpotential.

Honda

General Motors

Der zweitgrösste Fahrzeugbauer aus Übersee steht vor einem drastischen Strategiewechsel: weg von den spritschluckenden Pick-ups und SUVs hin zur ökologischeren Mobilität, so der Plan. Aktuell machen die Verbrennungsmotoren 98 Prozent des Umsatzes aus. General Motors hat zwar bereits 2016 das E-Fahrzeug «GM Bolt» – hierzulande bekannt als Opel Ampera – auf den Markt gebracht, von dem Kompaktwagen verkaufte GM 2020 aber nur 21’000 Stück. Das soll sich nun ändern: Im Januar dieses Jahres leitet Konzernchefin Mary Barra den endgültigen Abschied von Benzin- und Dieselmotoren ein. Heisst: Bis zum Jahr 2035 will GM die Produktion komplett auf Elektroautos umstellen und bis 2040 gar komplett CO2-neutral sein. Der Fahrplanwechsel folgte just einen Tag später, als Joe Biden einen umfassenden Erlass zum Klimaschutz unterzeichnet hat. Bis 2025 will GM jetzt 27 Milliarden Dollar in die Forschung, Entwicklung und Produktion von E-Autos stecken. Der Verkauf soll so auf jährlich eine Million Fahrzeuge steigen und den GM-Konzern zur Nummer eins der Batterieautos in den USA machen.

Bis zum Jahr 2035 will General Motors ihre Produktion komplett auf E-Autos umstellen.

Bis zum Jahr 2035 will General Motors ihre Produktion komplett auf E-Autos umstellen.

General Motors Media

Ford Motor Company

Vor 118 Jahren gründete Henry Ford mit der Ford Motor Company sein eigenes Unternehmen. Heute gehört dieses dank Mustang, Shelby, GT40, GT und Co. zu den namhaftesten Autobauunternehmen. Dem Innovationsgeist seines Gründers hinkt der US-Konzern in Puncto E-Mobilität noch etwas hinterher: Aktuell wird «nur» der Mustang Mach-E als rein elektrisches Fahrzeug angeboten. Im Frühjahr 2022 stösst der E-Transit als erstes E-Nutzfahrzeug mit blauem Oval dazu. Aber: Spätestens seit den im Februar gesprochenen Investitionsgeldern zur Modernisierung des Ford Cologne Electrification Center ist klar, die Amerikaner wollen aufholen. «Der Wettlauf zur Elektrifizierung Europas ist in vollem Gange, und das Ford Cologne Electrification Center wird unsere künftigen Elektrofahrzeuge für Kunden in ganz Europa entwickeln und fertigen», erklärte Stuart Rowley, Präsident von Ford Europa. 2023 wird im Ford-Werk in Köln-Niehl das erste batterie-elektrische Volumenmodell vom Band rollen. Als weiteren Meilenstein will Ford ab 2026 in allen PW-Baureihen in Europa mindestens eine Plug-in-Hybrid- oder eine batterieelektrische Variante anbieten und sich bis 2030 in Europa komplett vom Verbrennungsmotor verabschieden.

Mit dem Mustang Mach-E will Ford den E-Markt aufmischen.

Mit dem Mustang Mach-E will Ford den E-Markt aufmischen.

Ford Media

Daimler

Mit den Modellen EQA, EQB, EQC, EQS und EQV hat der Daimler-Konzern die Elektrooffensive gestartet. Sie begann vor rund zwei Jahren und reicht aktuell vom kompakten EQA über die E-SUVs EQB und EQC, das E-Limo-Flaggschiff EQS bis hin zum Elektro-Van. In den Startlöchern wartet zudem die Businesslimousine EQE (Start noch in diesem Jahr) und zwei grosse SUVs in GLE- und GLS-Dimensionen. Dazu kommen diverse Fahrzeuge im Nutzfahrzeugsegment. Und die Stuttgarter investiert weiter: In den kommenden Jahren fliessen über zehn Milliarden Euro in den Ausbau der Elektroflotte und eine weitere Milliarde in die Batteriefertigung. Schon im kommenden Jahr sollen E-Fahrzeuge in allen Segmenten vertrieben werden. Übrigens: Der Konzern-Spross Smart fährt inzwischen nur noch mit EQ-Emblem im Namen, also rein elektrisch, vor und wird 2022 mit einem E-SUV in eine neue Smart-Ära starten (in Kooperation mit Mercedes-Benz und Geely).

Mit dem Concept EQG gab Daimler kürzlich einen konkreten Ausblick auf die elektrische G-Klasse.

Mit dem Concept EQG gab Daimler kürzlich einen konkreten Ausblick auf die elektrische G-Klasse.

Mercedes-Benz Media

Toyota

Spricht Toyotas CEO, Akio Toyoda, von batteriebetriebenen Autos, hört man eine ordentliche Portion Selbstsicherheit in seiner Stimme. Zu Recht, setzt sein Unternehmen doch schon über 20 Jahre auf Akkupacks in Fahrzeugen und gilt dank dem Prius als Hybrid-Pionier. Eine komplett neue Ära soll aber ab Mitte 2022 beginnen, so die Japaner auf ihrer Homepage. Damit verweisen sie auf ihre neue Submarke «bZ», was für «beyond zero» steht. Das rein elektrische und emissionsfreie Toyota-Zeitalter startet mit der Lancierung des Toyota bZ4X, einem SUV. Sechs weitere E-Modelle sind in Planung. Bis dahin stehen als rein elektrische Fahrzeuge der Van Proace Verso Electric (baugleich mit dem Citroën ë-Spacetourer) sowie die wasserstoffgetriebene und mit Brennstoffzellentechnologie versehene Limousine Mirai zur Verfügung.

Mit der Submarke «bZ» will Toyota 2022 das rein elektrische und emissionsfreie Toyota-Zeitalter einläuten.

Mit der Submarke «bZ» will Toyota 2022 das rein elektrische und emissionsfreie Toyota-Zeitalter einläuten.

Toyota Media

Volkswagen

Ein neues Volksauto à la Golf oder Käfer im E-Segment ist wohl der Traum eines jeden VW-Vorstands. Genau diesem Anspruch sollte der 2019 vorgestellte ID.3 gerecht werden. Im Frühjahr 2021 folgte dann der Marktstart des kompakten E-SUV ID.4. Aktuell zieht mit ID.4 GTX eine erste Sportversion nach. Der Startschuss in Richtung E-Mobilität ist also passé. Ab 2026 will Volkswagen gar nur noch E-Autos entwickeln und nur vier Jahre später will man in Wolfsburg 70 Prozent des Absatzes durch reine E-Fahrzeuge generieren. Auch die To-do-List des Gesamtkonzerns weist ambitionierte Ziele vor: Bis 2029 sollen 75 reine E-Modelle lanciert werden. Der Abschied vom Verbrenner erfolgt laut Vorstand zwischen 2033 und 2035.

Mit dem ID.4 präsentierte VW ihren ersten E-SUV.

Mit dem ID.4 präsentierte VW ihren ersten E-SUV.

Volkswagen Media

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