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AutosalonDie Elektro-Euphorie macht in Genf Pause

Der Pavillon Vert steht am Auto-Salon ein wenig abseits. Und damit sinnbildlich dafür, dass die E-Revolution noch auf sich warten lässt.

Während sich die Presse auf die Premieren in den Messehallen stürzte, blieb es im Pavillon Vert weitgehend ruhig. Das werde ab der offiziellen ­Eröffnung anders sein, hiess es am Info-Schalter. Trotzdem wurde man das Gefühl kaum los, dass das Interesse am «grünen» Anhängsel des Auto-Salons nicht nur seitens der Journalisten lauwarm ist.

Der Pavillon hat zwar aufgerüstet, ist vor den Haupteingang umgezogen und beherbergt grosse Namen wie Mercedes, Renault, Toyota und Opel, doch die Stände sind lieblos gestaltet, das Personal kann nur mit auswendig gelernten Informationsfloskeln dienen und wer eine Testfahrt machen will, muss auch bei geringem Andrang mit langen Wartezeiten rechnen.

Benziner sind Stars der Messe

Dabei sind die Hersteller alles andere als öko-müde. Überall auf der Messe schleudern sie einem die Wörtchen «blue», «green», «efficient» oder «eco» entgegen. Meist steckt aber ein Verbrennungsmotor dahinter. Auch wenn Toyota mittler­weile mehrere Hybride am Start hat, Renault mit dem Zoe einen vierten Stromer lanciert, Mercedes den E-Smart in Serie bringt und der innovative Opel Ampera zum «Auto des Jahres» gewählt wurde – die Stars der Messe sind konventionell angetriebene Alltagsautos.

Etwa der neue Audi A3, der zum Spritsparen Zylinder abschaltet, die Mercedes A-Klasse mit rekordverdächtig sparsamen Dieselmotoren oder der Ford B-Max mit Downsizing-Benziner. CO2-Emissionen lassen sich auch damit senken. Und der Markt, so die Erkenntnis aus den aktuellen Verkaufszahlen, ist für die E-Revolution noch nicht bereit. ­Darüber können die hübschen Elektro-Studien in Genf genauso wenig hinwegtäuschen wie der Pavillon Vert.

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