Valentin Stocker: «Die EM war für mich kein Thema»
Aktualisiert

Valentin Stocker«Die EM war für mich kein Thema»

Valentin Stocker (19) war der Shooting-Star der letzten Saison. Viele hatten ihn ins EM-Kader gefordert - doch der Krienser ist anderer Ansicht.

von
Peter Berger

Valentin Stocker, was hat sich nach der «Finalissima» gegen YB, als Sie beim 2:0 ein Tor erzielten und eines vorbereiteten, verändert?

Valentin Stocker: Das Interesse der Medien an mir ist gestiegen. Auch die Zuschauer und die Personen aus meinem Umfeld erwarten nun mehr von mir.

Ist das belastend?

Nein, ich finde das schön.

Viele forderten Sie ins Schweizer EM-Kader.

Das war für mich nie ein Thema. Ich verfolgte diese Diskussionen kaum.

Aber die Nati wäre doch reizvoll?

Klar, sie ist ein Traum. Aber erst einmal hoffe ich, dass ich in die U21-Auswahl komme und die U20 überspringen kann. Danach schauen wir weiter.

Die Talente Kuzmanovic und Rakitic verliessen den FCB früh, und Sie?

Zuerst will ich mich in der Schweiz bestätigen und etablieren. Erst danach möchte ich den Schritt ins Ausland wagen. Aber man weiss nie, was die Zukunft bringt. Bei einem Mega-Angebot würde ich mir einen Wechsel sicher auch überlegen.

Im Notfall besitzen Sie auch das Büro-Fachdiplom.

Eine Ausbildung zu haben, erachte ich als wichtig. Im nächsten halben Jahr erlange ich noch das Handelsdiplom.

Tennisspieler wollten Sie nie werden?

Ich bin kein Einzelsportler. Im Tennis war ich ein Trainingsweltmeister. Aber in den Ernstkämpfen hatte ich immer Mühe, alleine auf den Platz zu gehen und gegen den Gegner anzutreten. Ich habe oft geweint, wenn ich Turniere spielen musste.

Beim FCB werden Sie besser unterstützt?

Ja. Ich brauche Leute, die mir helfen. Dann kann ich bessere Leistungen erbringen und somit wieder etwas zurückgeben.

In welchen Bereichen haben Sie das Potenzial noch nicht ausgeschöpft?

Man kann sich immer überall noch steigern. Vor allem mein Kopfballspiel ist noch entwicklungsfähig.

Sie sind ja auch nicht der Grösste.

Ich bin 1,79. Das reicht mir. Spanien hatte viele noch kleinere Spieler und wurde Europameister.

Ist die spanische Liga Ihre bevorzugte?

Nein. Da habe ich keine Prioritäten.

Wo liegen diese für die neue Saison?

Ich möchte öfters spielen als letzte Saison, einen Stammplatz. Mit der Mannschaft wollen wir das Double wiederholen und uns für die Gruppenspiele in der Champions League qualifizieren.

Wen erachten Sie in der Super League als härteste Konkurrenten?

GC, YB, auch Luzern. Bei den Aufsteigern sowie bei Sion weiss man nie richtig, was einen erwartet. Aber Prognosen abgeben ist nicht meine Stärke.

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