Aktualisiert 03.02.2005 13:07

«2046»

Die endlose Reise der Sehnsucht

Bildgewaltig, tiefschürfend und ziemlich verworren: Der neue Film von «In the Mood for Love»-Regisseur Wong Kar Wai ist grosses Kino.

Mit seinem Liebesmelodram «In the Mood for Love» versetzte Hongkong-Regisseur Wong Kar Wai das Kinopublikum vor knapp fünf Jahren ins Schwärmen: Mit einem Minimum an Worten brachte er ein Maximum an Leidenschaft und visueller Ausdruckskraft auf die Leinwand.

Die Bildsprache ist auch in seinem neuen Film «2046» unverkennbar: Jede Einstellung ist bis aufs kleinste Detail durchdacht, Wong Kar Wai und sein Kameramann Christopher Doyle zelebrieren die melancholische Ästhetik wie niemand sonst. Die Geschichte – in den 60er-Jahren angesiedelt – erfordert allerdings eine Menge an Vorstellungskraft: Journalist Chow (Tony Leung) schreibt an einem Roman, dessen Hauptfigur in einem Zug in die Zukunft reist. Er blickt dabei sehnsüchtig auf seine vergangene grosse Liebe (Maggie Cheung) zurück und darauf, wie er eine annähernd gleichstarke Leidenschaft mit einer anderen Frau (Gong Li) entwickelt. Fantasie von Wirklichkeit zu unterscheiden, ist dabei fürs Publikum nicht einfach.

«2046» ist eine Art Fortsetzung von «In the Mood for Love». Tony Leung spielt wieder Chow und Maggie Cheung als Su Li Zhen ist omnipräsent. «2046» ist allerdings weniger fassbar, ein Story-Aufbau ist kaum auszumachen: Es sind die Bilder, die die Geschichte zusammenhalten. «2046» schauen ist somit praktisch das Gegenteil von Bücherlesen: Die Bilder werden geliefert, den Inhalt muss man sich weitgehend erdenken.

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