«Die Entwicklung des Fussballs ist in ernster Gefahr»

Aktualisiert

«Die Entwicklung des Fussballs ist in ernster Gefahr»

Ausländische Klubbesitzer stellen für den UEFA-Präsidenten Michel Platini eine ernste Gefahr für Europas Fussball dar. Dabei nimmt er Chelseas Roman Abramowitsch und Milans Silvio Berlusconi ausdrücklich aus der Schusslinie.

Der Franzose teilte seine Sorge in einem Brief allen Regierungschefs der 27 EU-Länder mit.

«Die Entwicklung des Fussballs ist einer ernsten Gefahr ausgesetzt, nämlich dem schlechten und immer präsenteren Einfluss des Geldes», schrieb Platini und forderte die Politiker auf, Europas Fussball vor einer «Schieflage» zu bewahren. Konkret übt der UEFA-Präsident Kritik an den Investoren der englischen Klubs FC Liverpool und Manchester United. Den beiden Vereinen unterstellt er, seine Reform der Champions League - vier Plätze sollen für Cupsieger reserviert werden - aktiv zu hintertreiben und die lautstärksten Gegner der Pläne beim Treffen der G14 (Zusammenschluss der 18 mächtigsten Vereine in Europa) letzte Woche in Brüssel gewesen zu sein.

Platz für Cupsieger

Einen Platz an den jeweiligen Cupsieger abgeben zu müssen würde für die Grossklubs die Möglichkeit verringern, sich über die Meisterschaft für die Champions League zu qualifizieren. Nach Platinis Plan würden 16 Cupsieger um vier Plätze im lukrativen Wettbewerb kämpfen dürfen. Im Gegenzug würden etwa in England, Spanien und Italien nur mehr die ersten drei (und nicht wie gegenwärtig vier) Teams die Möglichkeit haben, sich für die Königsklasse zu qualifizieren.

Abramowitsch und Berlusconi geschützt

Von den Vorwürfen nimmt Platini den russischen Oligarchen Roman Abramowitsch und den ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi, die Geldgeber von Chelsea respektive Milan, ausdrücklich aus. «Platini glaubt, dass diese beiden Männer den Fussball lieben und ihr Geld nicht investiert haben, um Rendite zu erwirtschaften», sagt UEFA-Kommunikationsdirektor William Gaillard. «Im Sport hat Geld immer eine Rolle gespielt (...). Es war aber immer der Zweck, Trophäen zu gewinnen, und nicht, Geld zu verdienen. Das Risiko besteht, dass erstmals in der Geschichte des Sports der Profit zum Mass aller Dinge wird», schreibt Platini in seinem Brief.

(si)

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