Aktualisiert 19.08.2009 13:59

Silberstreifen am Horizont«Die Erholung ist fast bilderbuchmässig»

Naht das Ende der Krise? Die Stimmung in der Wirtschaft hat sich weltweit verbessert. Die Aussichten für die kommenden sechs Monate werden von Experten deutlich optimistischer beurteilt als noch vor drei Monaten.

Erstmals seit zwei Jahren schätzten die im Rahmen einer Umfrage des Ifo-Instituts befragten Experten aber auch die gegenwärtige Lage wieder etwas günstiger ein. Das Weltwirtschaftsklima stieg im dritten Quartal auf 78,7 Punkte und erreichte damit den höchsten Stand seit dem Frühjahr 2008.

«Der Erholungsprozess ist fast bilderbuchmässig», sagte Ifo- Konjunkturexperte Gernot Nerb. Getrieben werde er von einer Besserung in den USA und in Asien. Allerdings hänge eine Erholung wohl vor allem von den Konjunkturprogrammen und der lockeren Geldpolitik ab. «Wie nachhaltig das ist, muss man sehen.» Noch zum Jahresauftakt war das Weltwirtschaftsklima auf den Tiefststand von 50,1 Punkten gefallen.

Die Fachleute erteilten dabei den weltweiten Konjunkturprogrammen gemischte Noten, sagte Nerb: Während das gut 400 Milliarden Euro schwere Paket der chinesischen Regierung überwiegend die Bestnote erhalten habe, komme das deutsche Programm lediglich auf einen Platz im Mittelfeld, sagte der Experte. «Es reicht zu einem knapp ausreichend.»

Optimismus in Nordamerika

Besonders optimistisch für das kommende halbe Jahr seien die Experten in Nordamerika und in Asien. In Asien erreichte das Wirtschaftsklima sogar fast wieder seinen historischen Mittelwert. «In Westeuropa ist das Ganze sehr durchwachsen», sagte Nerb. In den meisten Ländern Mittel- und Osteuropas würden die Aussichten ebenfalls negativ beurteilt, wenngleich auch hier der Pessimismus etwas nachgelassen habe.

Die gegenwärtige Lage sei dagegen überall unbefriedigend, mit Ausnahme von einigen Ländern Asiens, sagte Nerb. Im Euro-Raum, Mittel- und Osteuropa sowie Russland werde die gegenwärtige Situation sogar noch etwas schlechter eingeschätzt als vor drei Monaten.

An der Umfrage des Ifo-Instituts vom Juli nahmen 1049 Experten aus 92 Ländern teil. Die Münchner Wirtschaftsforscher arbeiten für die Studie mit der Internationalen Handelskammer in Paris (ICC) zusammen. (sda)

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