Monegassen-Hochzeit: Die Erlösung des «ewigen Junggesellen»

Aktualisiert

Monegassen-HochzeitDie Erlösung des «ewigen Junggesellen»

Regent Albert II. und Charlene Wittstock sorgen in Monaco für Hochzeitsfieber. Hier erfahren Sie alles über die fürstliche Trauung - Gästeliste und Agenda inklusive.

von
Jenny Barchfield
AP

Diese doppelte Herausforderung kann Charlene Wittstock eigentlich nur sportlich nehmen. Als künftige Fürstin von Monaco folgt sie der Filmschönheit Grace Kelly, deren Heirat mit Fürst Rainier 1956 seinerzeit als «die Hochzeit des Jahrhunderts» galt. Und als ob das überlebensgrosse Vorbild der beliebten Landesmutter und Stilikone nicht schon genug wäre, folgt ihre Eheschliessung mit Albert II. Ende der Woche kurz auf die jüngste Traumhochzeit im britischen Königshaus. Die ehemalige Leistungsschwimmerin aus Südafrika wird ihre eigene Bahn finden müssen.

Turbulentes Liebesleben bei Grimaldis

Die Hochzeit am Freitag und Samstag ist das grösste Ereignis für Monaco, seit die klassische Hitchcock-Blondine Kelly in eleganter Spitzenrobe vor den Altar trat und das vormalige Piratennest an der Riviera mit seinen Spielkasinos und Steuerschlupflöchern mit Glamour verzauberte. Fürstin Gracia Patricia, die vor beinahe 30 Jahren tödlich verunglückte, ist unvergessen. Doch die Monegassen sind schon gespannt auf die Neue. Fürst Albert Alexandre Louis Pierre, Marquis von Beaux, ist 53 und damit 20 Jahre älter als seine Braut, und er galt lange als «ewiger Junggeselle».

«Wir haben sehr lange ungeduldig darauf gewartet, dass er heiratet», sagt Carine Dick, Inhaberin eines Andenkenladens. «Wir haben uns da schon irgendwie Sorgen gemacht. Aber schliesslich ist es besser zu warten und die Richtige zu finden, als falschzuliegen.» Bei den Grimaldis, einer der ältesten Dynastien Europas, ist Pech in der Liebe keine Seltenheit. Alberts ältere Schwester Prinzessin Caroline wurde nach zwei unglücklichen Ehejahren von dem französischen Playboy Philippe Junot geschieden. Ihr zweiter Mann, Stefano Casiraghi, starb bei einem Bootsunfall. In dritter Ehe ist sie mit Ernst August Prinz von Hannover verheiratet, dem öfter mal das Temperament durchgeht. Die jüngere Schwester Prinzessin Stéphanie hat drei uneheliche Kinder, zwei davon von mit ihrem früheren Leibwächter, und war kurz mit einem Zirkusakrobaten verheiratet.

Familienglück in Planung

Albert, der 2005 mit 47 Jahren die Nachfolge seines verstorbenen Vaters antrat, wurde über die Jahre mit vielen Begleiterinnen gesehen, liess sich aber nie unter die Haube bringen. Das verärgerte seinen Vater und liess zudem hartnäckige Gerüchte aufkommen, er sei homosexuell. Albert verneinte das zwar wiederholt, doch die Gerüchte verstummten erst, als er sich zu zwei unehelichen Kindern bekannte. Die Tochter und der Sohn kommen als illegitime Abkömmlinge allerdings nicht als Thronfolger infrage. Da der Fürst noch immer ledig war, wurde per Verfassungsänderung Prinzessin Caroline die Thronfolge ermöglicht.

In Interviews vor der Hochzeit haben die Brautleute wiederholt den Wunsch hervorgehoben, bald eine Familie zu gründen. «Ich liebe Kinder und wollte immer schon eigene Kinder haben», sagte Wittstock. «Wir werden sehen, in den nächsten Monaten oder Jahren.» Die beiden geben ein hübsches Paar ab, der freundliche Fürst mit lichtem Haupthaar und Brille und die unprätentiöse hochgewachsene Blondine, die nach anfänglichen modischen Fehltritten zu einem klaren, lässig eleganten Stil gefunden hat.

«Sie sieht man nie»

Kennengelernt haben sie sich 2005 bei einem Schwimmwettkampf in Monaco. Wittstock, 1978 in Rhodesien, dem heutigen Simbabwe, geboren und in Südafrika aufgewachsen, hatte zuvor an den Olympischen Spielen in Sydney teilgenommen und gewann in Monaco Gold über 200 Meter Rücken. Dabei stach sie dem sportbegeisterten Albert ins Auge, der in jüngeren Jahren als Bobfahrer selbst Olympiateilnehmer gewesen war. Wittstock gab 2007 den Schwimmsport auf.

Sie zog nach Monaco und führte ein unauffälliges Leben. «Den Fürsten sieht man ständig herumlaufen, aber sie sieht man nie», weiss Stive Osmont, Kellner in einem Restaurant in der Nähe des Palasts. «Das ist verständlich, sie hatte in diesen Jahren ja keine offizielle Rolle inne. Aber jetzt, wo sie Fürstin wird, freuen wir uns wirklich darauf, sie besser kennenzulernen.»

.

Deine Meinung