Aktualisiert 22.06.2020 14:32

Acht Punkte Rückstand

Die Ersatzbank trennt den FCB von der Tabellenspitze

Dem FC Basel fehlt es an Kaderbreite. Bei der 1:2-Niederlage in Luzern kann die dünne Personaldecke nicht kaschiert werden.

von
Eva Tedesco

Das sagen Taulant Xhaka und Trainer Marcel Koller nach der Niederlage in Luzern zu geplatzten Titelträumen und Ersatzbänken.

(Video: 20 Minuten)

Darum gehts

⦁ Für den FC Basel ist der Meisterzug wohl abgefahren.

⦁ Ein Problem des FCB ist die dünne Personaldecke.

⦁ Bei Basel hat es momentan aber auch viele verletzte Stammkräfte.

Hoarau, Spielmann und Sulejmani heissen die ersten drei Einwechslungen beim 3:2-Sieg von YB gegen den FCZ am Freitag. Drei Spieler, die noch einmal Qualität in das Team von Trainer Gerardo Seoane brachten. Guillaume Hoarau und Miralem Sulejmani liessen sich dann auch je ein Assist zum 2:2 und 3:2 für den Meister notieren. Vishi, Van der Werff und Ademi wechselte Marcel Koller in Luzern ein. Auf der Ersatzbank hatte der FCB-Trainer bei der Niederlage (1:2) in Luzern noch Eric Ramires (20 Jahre, 1 Einsatz bisher) und Tician Tushi (19, ohne SL-Einsatz). Talente zwar, aber kaum mit Erfahrung.

Die Zeiten, in denen sich fast durchwegs nur Nationalspieler auf der Ersatzbank tummelten sind in Basel passé. Ist das der grosse Unterschied zur Spitze? «Das kann man schon so sagen», sagt Marcel Koller an der Medienkonferenz nach dem Spiel. «Mit Stocker, Petretta, Zhegrova und van Wolfswinkel haben vier Spieler gefehlt, die zum Stamm gehören. Das ist derzeit die Situation, die wir nicht ändern können.»

Bua will trotz Vertrag nicht spielen

Statt einen Torschützenkönig wie Hoarau musste Koller den erst 18-jährigen Orges Bunjaku in seinem vierten Super-League-Spiel am rechten Flügel bringen. Und statt einem Routinier wie Sulejmani den 21-jährigen Afimico Pululu auf links. Bunjaku fiel in erster Linie mit Fehlpässen auf, ihn ersetzte der erste 19-jährige Lirik Vishi, der sein Debüt in der höchsten Spielklasse gab. Pululu blieb bis zu seiner Auswechslung (71.) blass.

Und dann war da noch die Geschichte mit Kevin Bua. Auf dem Matchblatt wurde Bua weder unter krank, gesperrt, noch unter verletzt aufgeführt. Dennoch glänzte der Offensivspieler mit Abwesenheit. Das habe mit seinem auslaufenden Vertrag zu tun und damit, dass der Romand nicht bis Ende Saison verlängern möchte. «Er will nicht spielen», so Koller knapp. Bua will wohl keine Verletzung vor einem möglichen Ausland-Transfer riskieren und das ist irgendwie verständlich. Aber seitens des FCB? Das Arbeitspapier des Romans läuft eigentlich erst Ende Juni aus …

 

Idriz Voca und FCL-Trainer Fabio Celestini nach dem 2:1-Erfolg gegen den FC Basel.

(Video: 20 Minuten)

Dumm und keine Gegenwehr

Die Ersatzbank trennt aktuell den FCB von der Spitze – und nach einem uninspirierten Auftritt in der Swissporarena schon acht Punkt von YB und St. Gallen. «Es soll keine Entschuldigung sein, aber es haben wichtige Spieler gefehlt», meint Taulant Xhaka, «zum Beispiel Valentin Stocker, der ein Leader auf dem Platz ist. Oder Raoul Petretta und Edon Zhegrova, der im Eins-gegen-Eins immer etwas machen kann. Aber wir sind der FC Basel und müssen dieses Spiel einfach gewinnen.» Mit einem Blick auf das Matchblatt und die Qualität: Ist dieser FCB wirklich ein Titelanwärter, wird Xhaka gefragt?

«Wir hatten eine junge Bank, ja, aber wir haben gewusst, um was es geht nachdem YB und St. Gallen vorgelegt haben. Wir waren einfach nicht bissig. Ich bin enttäuscht, wie wir das zweite Tor bekommen haben. Das war sehr dumm. Wir sind sehr offen gestanden und die Zuteilungen haben nicht gestimmt. Wenn man vorne mitspielen will, darf das nicht passieren», sagt Xhaka. «Wir haben verloren – und das nicht unverdient. Wir müssen das auch nicht schönreden.»

Nicht minder frustriert war Fabian Frei. Der Routinier schlug aus Frust zwar nicht wie Xhaka nach dem 0:2 die Faust auf den Rasen, aber auch er gestikulierte wild und zuckte schliesslich resigniert die Schultern als er bei SRF sagte. «Wir haben einfach kein Mittel gefunden und ich hatte heute nicht das Gefühl, dass wir uns wahnsinnig dagegen gewehrt hätten.»

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