WM in Brasilien: Die erste Halbzeit macht Lust auf mehr
Aktualisiert

WM in BrasilienDie erste Halbzeit macht Lust auf mehr

Bei der WM in Brasilien sind die Hälfte der 64 Partien gespielt. Bis auf einige Fehlpfiffe der Schiedsrichter ist das Fussballfest ein voller Erfolg.

von
heg

32 von 64 WM-Partien in Brasilien sind seit Sonntagabend gespielt. Es fallen viele Tore, kleine Teams überraschen und nur einige Fehlpfiffe der Schiedsrichter sind ein Ärgernis.

Obwohl bei vielen Partien einzelne Sektoren im Stadion leer blieben, ziehen die Spiele die Fans in den Bann. Knapp 51'000 Zuschauer sahen im Schnitt die Hälfte der Partien. Bei der WM in Südafrika waren es am Schluss rund 50'000 Fans pro Spiel. Die Stimmung ist friedlich und von Demonstrationen oder Ausschreitungen, die im Vorfeld befürchtet worden waren, sieht man praktisch nichts.

Kleine Nationen stehlen Favoriten die Show

Gastgeber Brasilien spürt den Titel-Druck immens. Die Seleção hat in den bisherigen beiden Gruppenspielen gegen Kroatien und Mexiko nicht brilliert. Auch der Erzrivale Argentinien hat Mühe. Spanien ist sogar als Titelverteidiger bereits in der Gruppenphase gescheitert und England muss die Koffer erstmals seit 56 Jahren frühzeitig packen. Das gleiche Schicksal droht Italien nach 2010 zum zweiten Mal nacheinander.

In der Italien-Gruppe mit England und Uruguay führt überraschend der Aussenseiter Costa Rica die Tabelle an. Die Südamerikaner nutzen den Heimvorteil mit dem Klima auch sonst. Chile und Kolumbien überzeugen bisher mit ihren Auftritten. Die Afrikaner, die solche Temperaturen von der Heimat auch gewöhnt sind, enttäuschen dafür.

Knapp unter Torschnitt von 1970

In den 32 bisherigen Vorrundenspielen fielen 94 Treffer. Das macht einen Schnitt von 2,94 Toren pro Spiel. Das ist die beste Quote seit der WM-Endrunde 1970 in Mexiko, als der Schnitt nach 32 Spielen bei 2,97 Toren lag. Auffallend ist auch, dass bereits 16 Jokertore fielen. Vor vier Jahren bei der WM in Südafrika trafen im gesamten Turnier nur 15 Einwechselspieler.

Fehlentscheidungen und weisse Linien

Für die Schiedsrichter begann die WM miserabel. Ein geschenkter Penalty für Brasilien im Eröffnungsspiel, fälschlicherweise aberkannte Offside-Tore in der zweiten Partie für Mexiko und auch der Schweiz wurde bereits ein reguläres Tor aberkannt. Frankreich profitierte dafür von der neu eingeführten Torlinien-Technologie. Im Spiel gegen Honduras zeigte die neue Technik dem Schiedsrichter sofort an, dass der zweite Treffer regulär war. Die gesprayten weissen Linien bei Freistössen sind zwar noch gewöhnungsbedürftig, aber eine Hilfe für Schiedsrichter und Fans sind sie allemal.

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