Aktualisiert 03.04.2014 12:40

Tieflohn-Experiment

Die erste Kostenfalle lauert in der Tasse

Kein Take-away-Kaffee mehr auf dem Arbeitsweg: So lautet mein erster Vorsatz beim Experiment Tieflohn. Um mein Sparziel zu erreichen, reicht das aber wohl kaum.

von
Jacqueline Büchi

Mein Kaffee-Konsum! Er hat das Potenzial, mir bei meinem Tieflohn-Experiment das Genick zu brechen. Die Einsicht kam an Tag 1 meines Selbstversuchs. Hatte ich mich im ersten Artikel noch damit gebrüstet, nicht zu rauchen und so eine der schlimmsten Kostenfallen locker zu umschiffen, musste ich mir plötzlich eingestehen: Auch ich habe eine Sucht, die sich in meinem Portemonnaie bemerkbar macht.

Jeden Morgen einen Take-away-Kaffee im Pappbecher zu trinken, mag ja auch ein ökologischer Unsinn sein. Jetzt, da ich meine Ausgaben für dieses Vergnügen einmal auf den Monat hochrechne, zweifle ich aber auch aus ökonomischer Sicht plötzlich erheblich an meinem Konsumverhalten. Sei es nun der Caffè Latte von Starbucks – Fr. 6.80 der mittlere Becher – oder das halb so teure Pendant des Brezelkönigs: Bei durchschnittlich 21 Arbeitstagen macht das monatlich zwischen 70 und 140 Franken, auf jeden Fall zu viel für mein bescheidenes Budget! Dazu kommt der Kapselkaffee aus der Maschine, den ich zuhause und während der Arbeit in beträchtlichen Mengen trinke. Auch er kostet mich mehrere Franken pro Tag.

Ich beschliesse also meine erste Verhaltensänderung für diesen Monat: Take-away-Kaffee ist ab sofort tabu, zuhause und im Büro gibt es statt teurem Kapselkaffee künftig die sofortlösliche Variante aus dem Supermarkt. Als ich die braunen Körner in heissem Wasser auflöse, beschleicht mich das leise Gefühl, dass das nicht der letzte kleine Alltagsluxus sein wird, von dem ich mich in diesem Monat verabschieden muss …

Bereits haben mich über hundert Mails mit wertvollen Spartipps von Leserinnen und Lesern erreicht, die ich in den nächsten Tagen und Wochen gerne ausprobieren werde. Herzlichen Dank dafür! Wie sich meine Essgewohnheiten, meine Freizeitgestaltung und mein Shoppingverhalten verändern werden, lesen Sie demnächst.

Über weitere Tipps und Anregungen auf feedback@20minuten.ch freue ich mich!

Experiment Tieflohn

Für 20 Minuten lebt Reporterin Jacqueline Büchi einen Monat mit 3000 Franken. Nach Abzug verschiedener Fixkosten (siehe Bildstrecke) bleiben ihr 1205 Franken, mit denen sie ihren Alltag bestreiten muss.

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