28.07.2016 19:45

Landesmuseum Zürich«Die Erweiterung ist zu trist und zu betonlastig»

Mit einem grossen Fest wird am Sonntag und am 1. August die Erweiterung des Landesmuseums in Zürich eröffnet. Das auffällig geformte Gebäude polarisiert.

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jen/ced

(Video: Cédric Knapp / Jennifer Furer / Christian Messikommer)

Nach drei Jahren und neun Monaten Bauzeit ist die Erweiterung des Landesmuseums fertiggestellt. Und das wird gebührend gefeiert. Beim Eröffnungsakt am Sonntag sind nebst Bundesrat Alain Berset und Stadtpräsidentin Corine Mauch (beide SP) auch Regierungsräte aus allen 26 Kantonen anwesend.

Abgesehen von viel Politprominenz warten auf die Besucher ab 18 Uhr zahlreiche Attraktionen: von Yoga-Kursen über Kutschenfahrten bis hin zu Massagen. Und für die Kleinen hat es eine Kinderwerkstatt und Kinderführungen. «Alles ist gratis», sagt Juliette Wyler, Sprecherin des Schweizerischen Nationalmuseums. Nur das Essen koste etwas – dafür komme «kulinarisch niemand zu kurz». So gebe es beispielsweise 26 verschiedene Würste aus den 26 Kantonen der Schweiz.

Das befindet sich im Erweiterungsbau

Das Wichtigste aber: Die Besucher können zum ersten Mal den Erweiterungsbau erkunden. Im Erdgeschoss, wo sich auch der neue Haupteingang befindet, treffen sie auf ein neues Bistro namens «Spitz», eine Bar und ein Restaurant. Ebenfalls befindet sich auf dieser Ebene ein Auditorium für Vernissagen und Veranstaltungen sowie eine Galerie-Sammlung.

Eine Etage darüber sind Ausstellungen zur Geschichte und Archäologie der Schweiz untergebracht. Ausserdem bieten eine Bibliothek und ein Studienzentrum Platz zum Verweilen, Lernen, Lesen und Forschen. In der zweiten Etage ist das Kernstück des Neubaus eingerichtet: Die Ausstellung Europa in der Renaissance.

111 Millionen Franken

Insgesamt hat die Erweiterung 111 Millionen Franken gekostet. Daran beteiligte sich die Stadt Zürich mit 10 Millionen und der Kanton Zürich mit 20 Millionen Franken. Der Rest wurde privat oder durch die schweizerische Eidgenossenschaft finanziert. Entworfen wurde das auffällig geformte Gebäude von den Architekten Emanuel Christ und Christoph Gantenbein.

Es ist – von aussen – nicht jedermanns Geschmack, wie eine Umfrage von 20 Minuten unter Passanten zeigt: «Zu trist und betonlastig», sagt beispielsweise Christina Seufert (37) aus Zürich. Das findet auch Helena Panarese (37) aus Zürich «Es ist ein massiver Betonklotz, der nicht zum alten Museum und zum Landschaftsbild passt.» Nora Graf (37) aus Zürich hingegen sagt: «Ich bin beeindruckt, wie sich der Neubau in die Landschaft einfügt.»

Die Erweiterung polarisiert – das versteht Museums-Sprecherin Wyler: «Der Neubau steht an einem zentralen Platz in Zürich. Das löst Reaktionen aus. Das Haus wird wahrgenommen und es ist erfreulich, wenn Menschen dadurch berührt werden.»

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