Aktualisiert 31.10.2011 16:56

Totaler RundblickDie etwas andere Wegwerf-Kamera

Ein Absolvent der Technischen Universtität Berlin hat einen neuartigen Ball entwickelt. Mit dem lassen sich nicht unbedingt Tore, dafür spektakuläre Panoramabilder schiessen.

von
kmo

Wenn es nach Jonas Pfeil geht, werden Touristen ihre Erinnerungsbilder künftig nicht mehr von Hand knipsen, sondern einfach einen Ball in die Luft werfen. Denn der Computeringenieur hat an der Technischen Universität Berlin eine völlig neuartige Panoramakamera entwickelt. Sie hat etwa die Grösse eines Handballs und ist rundum mit Kameras bestückt. Das Prinzip ist kinderleicht: Man wirft den Kamera-Ball in die Höhe, fängt ihn wieder auf – und fertig ist das Panoramabild.

Die Funktionsweise ist bestechend einfach

Und so funktioniert das Teil: Rund um den Ball sind 36 Handykameras mit einer Auflösung von je 2 Megapixeln und fixem Bildfokus eingebaut. Diese sind durch Schaumstoff geschützt, falls der Fotograf den Ball nicht wieder einfangen kann. Ein Beschleunigungsmesser im Innern des Balls löst alle 36 Kameras automatisch im Totpunkt des Wurfs aus, also in dem Moment, in dem der Ball den höchsten Punkt erreicht, kurz bevor er wieder zu fallen beginnt. Die einzelnen Bilder kann man via USB-Anschluss auf den PC transferieren, wo sie mittels entsprechender Software zu einem Panoramabild zusammengesetzt werden.

Da der Ball bei der Aufnahme frei in der Luft schwebt, ist natürlich kein Stativ zu sehen, wie das bei 180-Grad-Fisheye-Objektiven der Fall ist. Und da alle 36 Bilder synchron aufgenommen werden, fällt das Problem weg, dass bewegte Sujets auf mehreren Bildern vorkommen. Es gibt zwar noch leichte Schwächen bei den Übergängen der einzelnen Bildern, doch die will Pfeil mit einer verbesserten Software beheben.

Die Kamera dürfte unter 100 Euro kosten

Der Tüftler wird seine Erfindung zusammen mit seinem Team im Dezember auf der Siggrah Asia Messe in Hongkong vorstellen. Das Patent hat er laut Angaben auf seiner Website bereits angemeldet, und er rechnet damit, dass die Kamera, in Serie produziert, weniger als 100 Euro kosten wird.

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