So gemein: Die EU bringt Kinder zum Weinen
Aktualisiert

So gemeinDie EU bringt Kinder zum Weinen

Die EU macht auf Spassbremse. Sicherheitsbestimmungen verlangen, dass Luftballone nur noch mit folgendem Warnhinweis verkauft werden dürfen: Ballone sollten von Kindern unter acht Jahren nur unter Aufsicht der Eltern aufgeblasen werden.

von
aeg
Kinder werden an den neuen EU-Sicherheitsbestimmungen keine Freude haben.

Kinder werden an den neuen EU-Sicherheitsbestimmungen keine Freude haben.

Der EU-Reglementierungen haben in den letzten Jahren bereits für einiges Kopfschütteln gesorgt. So durften Gurken bis vor drei Jahren nur eine bestimmte Krümmung aufweisen, Bananen müssen mindestens 14 Zentimeter lang und 27 Millimeter dick sein, es gibt Mindestlängen für Kondome und Vorschriften für die richtige Befestigung von Sitzen auf Traktoren.

Nun nimmt sich Brüssel auch die Kinder zur Brust, was in Grossbritannien zu Kritik geführt hat. Dort tritt in Kürze ein auf der EU-Sicherheitsverordnung basierendes Gsetze in Kraft, das den Verkauf von Luftballons wegen möglicher Erstickungsgefahr reglementiert. Das Gesetz verpflichtet die Hersteller ihre Luftballons nur noch mit einem Warnhinweis zu verkaufen. Kinder unter acht Jahren sollten Luftballons nur unter Aufsicht der Eltern aufblasen, heisst es darauf. Grund: Es droht Erstickungsgefahr.

Ähnliches gilt auch bei Party-Pfeiffen aus Papier. Hier gilt der Hinweis (nicht ohne elterliche Aufsicht) sogar bism zum Alter von 13 Jahren. Auch für die beliebten magnetischen Fischer-Spiele wird elterliche Aufsicht verlangt. Auch hier der Grund: zu gefährlich. Weiter müssen Teddybären für Kinder unter drei Jahren zwingend waschbar sein, da sonst Infektionen und Krankheiten drohen würden. Künftig werden die Hersteller der Ware dazu verpflichtet, gut sichtbare Warnhinweise auf der Verpackung anzubringen.

Vorschriften ersticken die Lebenslust der Kinder

Experten laufen bereits Sturm gegen das neue Gesetz. Der britische Soziologie-Professor Frank Furedi schimpft im Telegraph: «Spielzeuge und Aktivitäten wie Ballonaufblasen sind wichtig für selbstständige Entwicklung der Kinder. Diese Regeln und Vorschriften ersticken die Lebens- und Abenteuerlust.»

Die EU-Kommission verteidigt sich, man wolle lediglich «Alptraum-Szenarien für die Eltern verhindern», sagt ein Sprecher zum Telegraph. «Sie werden sagen, dass kleine Kinder seit Generationen Luftballons aufblasen. Aber dies ist nun vorbei und die Kinder leben dadurch sicherer.»

Ungeeignetes Symbolbild

Der vorliegende Artikel war ursprünglich mit einem anderen Symbolbild illustriert, auf dem ein weinendes Mädchen zu sehen war. 20 Minuten Online hat das Foto nun nach einem Hinweis auf Bildblog.de ersetzt, weil es in der Tat aus einem anderen Kontext stammt: Es zeigt ein palästinensisches Mädchen, das um seinen im Gazakrieg umgekommenen Onkel trauert.

20 Minuten Online entschuldigt sich für die Verwendung des deplatzierten Symbolbilds.

Deine Meinung