Von Künstlern gestaltet: Die fabelhafte Welt der BMW Art Cars
2022 entwarf Jeff Koons keinen Rennwagen, sondern ein M850i xDrive Gran Coupé für die Strasse.

2022 entwarf Jeff Koons keinen Rennwagen, sondern ein M850i xDrive Gran Coupé für die Strasse.

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20 EinzelstückeDie fabelhafte Welt der begehrten BMW Art Cars

Seit über 40 Jahren sorgen die BMW Art Cars für Aufsehen. Mittlerweile zählt die exklusive Sammlung 20 Einzelstücke. Und das alles, weil ein französischer Hobbyrennfahrer einen Traum hatte.

von
Isabelle Riederer / A&W Verlag

Der französische Auktionator und Hobby-Rennfahrer Hervé Poulain träumte 1975 davon, das 24-Stunden-Rennen von Le Mans in einem von Künstlern gestalteten Rennwagen zu fahren. Die nur drei Jahre zuvor gegründete BMW Motorsport GmbH erkannte das Potenzial der verrückten Idee und liess einen BMW 3.0 CSL vom berühmten US-amerikanischen Bildhauer Alexander Calder bemalen. Kurz darauf ging Poulain mit dem bunten Leichtbau-Coupé in Le Mans an den Start und schuf so die erste BMW-Kunst-Performance. Seither sind die BMW Art Cars heissbegehrte Ausstellungstücke.

1. Alexander Calder, BMW 3.0 CSL, 1975

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Kaum jemand hätte gedacht, dass die Idee von Hervé Poulain solche hohen Wellen schlagen würde, als er 1975 mit dem auffälligen Sportwagen in Le Mans an den Start ging. Er erreichte zwar nicht das Ziel, doch die Resonanz auf das bunte Calder-Mobil war überragend. Und damit war der Startschuss für die BMW Art Cars gefallen.

2. Frank Stella, BMW 3.0 CSL, 1976

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Bereits ein Jahr nach Calder durfte ein weiterer US-amerikanischer Künstler das Blech aus Bayern verschönern. Frank Stella nahm sich einen BMW 3.0 CSL mit 759 PS vor, auch dieser ging beim Langstreckenrennen in Le Mans an den Start – mit der Startnummer 21. Für den Motorsportfan Stella war das Gestalten des zweiten BMW Art Cars eine besondere Ehre. Wie beim Wagen von Calder wurde die Lackierung ebenfalls vom legendären BMW Lackierermeister Walter Maurer aufgetragen.

3. Roy Lichtenstein, BMW 320i Turbo, 1977

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Mittlerweile hat die BMW Motorsport GmbH einen Narren an ihren Art Cars gefressen. 1977 durfte der berühmte Pop-Art-Künstler Roy Lichtenstein einen BMW 320i Turbo einkleiden. Für seine Kunst setzte Lichtenstein seine charakteristischen «Benday Dots» ein, dazu scheint auf den Flanken des BMW 320i Turbo eine Landschaft vorbeizuziehen. Und wie könnte es auch anders sein, auch dieses Stück ging in Le Mans an den Start. Die Fahrer Hervé Poulain und Marcel Mignot steuerten den Wagen auf den neunten Platz in der Gesamtwertung und den ersten in seiner Klasse.

4. Andy Warhol, BMW M1, 1979

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Das wohl bekannteste Exemplar der BMW-Art-Car-Kollektion ist der BMW M1, der höchstpersönlich von Andy Warhol bemalt wurde. Der Supersportler aus Bayern ist ja ohnehin schon eine Legende, dank der Gestaltung durch den wohl berühmtesten Pop-Art-Künstler überhaupt ist der M1 heute wohl eines der wertvollsten Automobile der Welt. Und ja, auch dieser Rennwagen kam in Le Mans 1979 zum Einsatz, doch danach ging es auf direktem Weg ins Museum.

5. Ernst Fuchs, BMW 635 CSi, 1982

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Der österreichische Maler Ernst Fuchs kam 1982 die Ehre zuteil, den fünften BMW Art Car zu gestalten. Das Ergebnis war «Feuerfuchs auf Hasenjagd» auf einem BMW 635 CSi. Das Kunstobjekt auf vier Rädern war von Anfang an als Ausstellungsobjekt gedacht, auch wenn es sich bei dem Modell um ein Serienauto handelte. Folglich gab es keinen Renneinsatz für den «Feuerfuchs».

6. Robert Rauschenberg, BMW 635 CSi, 1986

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Mit dem sechsten BMW Art Car 1986 wird klar, der bayrische Autobauer hat ganz offensichtlich eine Vorliebe für Pop-Art-Künstler. So durfte Robert Rauschenberg ebenfalls einen BMW 635 CSi gestalten. Das rollende Kunstobjekt durfte nie bei einem Rennen an den Start, doch sass Rauschenberg damals höchstpersönlich hinter dem Lenkrad und cruiste sein Werk durch die Gegend.

7. Michael Jagamara Nelson, BMW M3 Gruppe A, 1989

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Auf nach Down Under hiess es 1989 für den BMW Art Car Nummer sechs. Dort brachte der australische Künstler Michael Jagamara Nelson die Kultur und Landschaftserfahrung der australischen Ureinwohnerinnen und Ureinwohner auf einen schwarzen BMW M3. Nelson sagte über den Entstehungsprozess, dass er in den Bildern auf dem BMW seine Träume verarbeitet habe. Ein Traumwagen eben.

8. Ken Done, BMW M3 Gruppe A, 1989

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Im gleichen Jahr durfte ein weiterer australischer Künstler ein BMW-Art-Car-Projekt realisieren. Ken Done verschönerte ebenfalls einen BMW M3 der Gruppe A. Im Gegensatz zu Nelsons Kunstobjekt auf vier Rädern repräsentierte Dones Art Car Nummer acht das moderne Australien. Dones M3 war vor allem bunt und sollte die Natur, die Sonne und die Strände seiner Heimat darstellen. Ebenso wie das Pendant von Nelson wurde übrigens auch Dones BMW M3 über Australiens Rundstrecken gehetzt, bevor er zum Ausstellungsstück wurde.

9. Matazo Kayama, BMW 535i, 1990

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Nach Australien geht die BMW-Art-Car-Reise 1990 nach Asien, wo der Japaner Matazo Kayama einen BMW 535i zum Kunstwerk machte. Mithilfe eines speziellen Foliendruckverfahrens und Airbrush-Technik hüllte der Japaner den 5er BMW in ein Kleid, das eine stilisierte Landschaft, die von einem Fluss geprägt wird, widerspiegelt. Kayama selbst meinte zu seiner Inspiration: «Mein Werk soll wie Schneekristalle aussehen.»

10. César Manrique, BMW 730i, 1990

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Das Zehner-Gespann komplettiert im gleichen Jahr der spanische Avantgardist César Manrique. Er verwandelte einen BMW 7er in ein buntes Geschoss auf vier Rädern. Die Inspiration für das farbenfrohe Karosseriekleid fand Manrique in der Natur der Insel Lanzarote. Die schwarzen Elemente repräsentieren das Lavagestein der kanarischen Insel, Grün steht für den Regenwald und Rot für das Leben.

11. A.R. Penck, BMW Z1, 1991

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Der BMW Z1 ist ja an und für sich schon eine Rarität – als Kunstobjekt, das vom deutschen Künstler A.R. Penck gestaltet wurde, erblühte dieser Z1 zu einem äusserst wertvollen Einzelstück. Mit seiner für die damalige Zeit radikal neuen Formensprache und den versenkbaren Seitentüren ist der BMW Z1 bis heute ein Meilenstein der BMW-Automobilgeschichte. Penck liess sich für die Gestaltung des elften Art Cars von Höhlenmalereien inspirieren.

12. Esther Mahlangu, BMW 525i, 1991

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Anfangs der Neunzigerjahre übernahm erstmals eine Frau die Verschönerung eines BMW Art Cars. Die afrikanische Künstlerin Esther Mahlangu blieb dabei ihren Wurzeln treu und brachte eine Reminiszenz an die Kultur Afrikas auf den BMW 525i. Wie die meisten seiner Vorgänger und auch Nachfolger ist Nummer zwölf ein reines Ausstellungsstück. Und natürlich ein Unikat.

13. Sandro Chia, BMW M3 GTR, 1992

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Ein Jahr später durfte sich der Italiener Sandro Chia an einem Rennprototypen des BMW M3 GTR austoben. Chia kam direkt auf BMW zu und fragte, ob er nicht auch mal ein Art Car gestalten dürfte. Gefragt, getan und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Er selbst sagt über sein rollendes Kunstwerk: «Viele Augen richten sich auf ein Auto. Die Leute blicken es an. Dieses Auto reflektiert die Blicke.»

14. David Hockney, BMW 850 CSi, 1995

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Von Bella Italia ging die Art-Car-Reise drei Jahre später nach England. Lange hat BMW um die Gunst des britischen Pop-Art-Stars David Hockney geworben, 1995 hat er schliesslich zugesagt. Hockneys BMW 850 CSi war das Ergebnis eines langen Gestaltungsprozesses, denn es gehe ja nicht nur einfach darum, etwas Farbe aufzutragen. Hockney wollte das, was unter der Haut des Autos liegt, zum Vorschein bringen.

15. Jenny Holzer, BMW V12 LMR, 1999

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An einem BMW V12 LMR, der für das 24-Stunden-Rennen in Le Mans vorgesehen war, durfte sich die Künstlerin Jenny Holzer ranmachen. Holzer ist bekannt für ihre direkte Art und ihre polarisierende Aussagen – auch was ihre Kunst betrifft. Und so liess sie Sätze mit reflektierenden Chrombuchstaben und fluoreszierender Folie auf der weissen Lackierung des Rennwagens aufbringen, wie zum Beispiel: «Du bist so komplex, dass du nicht auf Gefahr reagierst.»

16. Olafur Eliasson, BMW H2R, 2007

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Lange war es ruhig um die BMW Art Cars, bis 2007 Ólafur Elíasson kam. Sein automobiles Kunstwerk unterscheidet sich drastisch von den anderen BMW Art Cars. Das Werk des Dänen isländischer Herkunft ist ein radikaler Bruch mit den bisherigen Art Cars. Auf den ersten Blick erkennt man nur einen riesigen Kokon, darunter befindet sich der Rennprototyp eines wasserstoffbetriebenen BMW H2R. Die Hülle setzt sich aus Tausenden Metallplättchen zusammen, die mit Wasser besprengt wurden und das in einem riesigen Kühlraum. Dadurch entstand ein einzigartiger Eispanzer, der den BMW H2R gefangen hielt.

17. Jeff Koons, BMW M3 GT2, 2010

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Der US-amerikanische Künstler Jeff Koons zählt heute wohl zu den bekanntesten Künstlern unserer Zeit. Seine Ballon-Figuren sind legendär und legendär ist auch sein erstes BMW Art Car. Der BMW M3 GT2 fällt nicht nur durch seine knalligen Farben auf. Durch das dynamische Design des Amerikaners wirkt der Wagen selbst im Stillstand, als würde er gleich lospreschen. 2010 ging das Fahrzeug beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans an den Start und wurde zum absoluten Publikumsliebling.

18. John Baldessari, BMW M6 GTLM, 2016

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Sechs Jahre mussten die Fans der BMW Art Cars warten, doch es hat sich gelohnt. 2016 gestaltete John Baldessari einen BMW M6 GTLM. Der Künstler setzte dabei auf wenige, aber gezielte Elemente. Mit der Aufschrift «FAST» auf der Fahrertür machte der Rennsportwagen seinem Schriftzug alle Ehre. Baldessari sagte selbst. «Das BMW Art Car ist definitiv das schnellste Kunstwerk, das ich je kreiert habe!»

19. Cao Fei, BMW M6 GT3, 2017

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Mit Nummer 18 der BMW-Art-Car-Reihe geht die chinesische Multimedia-Künstlerin Cao Fei neue Wege. Als Hommage an das Material vieler Rennfahrzeuge, Carbon, wählte sie die Struktur dieses Werkstoffs als Farbhintergrund für ihr Projekt. Mit der dazugehörigen App erwachte das Kunstwerk zum Leben. Denn mittels Augmented Reality wurde der schwarze Rennwagen zum Mittelpunkt eines Farbensturms, der über dem Fahrzeug tobte.

20. Jeff Koons, BMW M850i xDrive Gran Coupé, 2022

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Zwölf Jahre nach seinem ersten Art Car durfte Jeff Koons dieses Jahr wieder kreativ werden. Insgesamt zehn BMW-Lackierer verwandelten ein M850i xDrive Gran Coupé nach seinen Anweisungen in ein spektakuläres Kunstwerk. Spannend: Zum ersten Mal ist eine «Rolling Sculpture» nicht als Museumsstück vorgesehen, sondern soll die Strassen dieser Welt bunter machen. Die auffällige Power-Limousine aus der Feder von Jeff Koons gibt es genau 99 Mal und 99 Mal ist sie auch schon verkauft worden. Ein Exemplar wurde für 475’000 US-Dollar im New Yorker Auktionshaus Christie’s versteigert.

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