Die Fahrausweisentzüge bei Rentnern nehmen zu
Aktualisiert

Die Fahrausweisentzüge bei Rentnern nehmen zu

Die Zahl der
Führerausweisentzüge
bei Rentnern hat stark
zugenommen. Grund
dafür sind Horrorunfälle
und andere Eskapaden
von Senioren auf den
hiesigen Strassen.

von
Nico Menzato

Letztes Jahr sind insgesamt 72051 Billette entzogen worden – fast gleich viele wie 2006. Deutlich öfter mussten aber Rentner das Permis abgeben: Die Zahl der über 70-Jährigen stieg um 17,2 Prozent auf 3253 Fälle. Grund dafür ist die erhöhte Sensibilisierung für die Gefahren von Rentnern am Steuer aufgrund verschiedener Horrorunfälle(siehe Box): «Ein Arzt weiss um die Verantwortung und schickt heute einen Rentner viel schneller als früher zu einem Spezialisten für weitere Abklärungen», sagt Michael Baer, Chef des Strassenverkehrsamts Aargau. So werde die Fahrunfähigkeit eher bemerkt und folglich der Ausweis rasch entzogen.

Nach wie vor die meisten Ausweise verloren aber 20- bis 29-Jährige. Mit 24768 Fällen blieb deren Anzahl praktisch stabil. Am häufigsten wurden Ausweise wegen Tempoüberschreitung und Angetrunkenheit entzogen. Der Entzug wegen Drogenmissbrauch nahm um 16,5 Prozent ab.

Horrorunfälle

Diverse tragische Unfälle von Rentnern sorgten in den letzten Jahren für Schlagzeilen: Am 24. November 2003 raste ein 70-Jähriger gegen eine Sitzbank auf dem Zürcher Paradeplatz. Eine 38-jährige Frau starb. Am 27. Mai 2005 radelte ein 15-jähriges Mädchen in Brugg mit dem Velo heim, als sie von einem Mercedes gerammt wurde. Sie starb. Am Steuer sass ein Rentner (83) – seit Jahrzehnten auf einem Auge blind.

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