Probebohrung: Die Falklands sind kein zweites Dubai
Aktualisiert

ProbebohrungDie Falklands sind kein zweites Dubai

Von wegen Dubai im Südatlantik: Die erste Probebohrung vor den Falkland-Inseln ergab, dass nur geringe Mengen Öl von schlechter Qualität vorhanden sind.

von
pbl
Mit der Bohrinsel Ocean Guardian wird vor den Falklands nach Öl gesucht.

Mit der Bohrinsel Ocean Guardian wird vor den Falklands nach Öl gesucht.

Schlechte Nachrichten für das verantwortliche Unternehmen Desire Petroleum: Der Aktienkurs an der Londoner Börse halbierte sich am Montag auf rund 50 Pence. Während rund 30 Tagen hatte Desire Petroleum mit der aus Schottland herangeschleppten Bohrinsel Ocean Guardian vor den Falklands nach Öl gesucht, dabei aber laut einer Mitteilung nur «geringe Mengen von schlechter Qualität» gefunden.

Zwar wollte Desire nicht ausschliessen, dass in grösserer Tiefe ein besseres Ergebnis erzielt werden kann. Ausserdem sollen in den nächsten Monaten fünf weitere Probebohrungen rund um die Inseln durchgeführt werden. Analysten zeigten sich dennoch nicht überrascht, denn schon vor zwölf Jahren hatten sechs Bohrungen stattgefunden. Diese ergaben, dass sich die Ausbeutung der Ölvorkommen im Südatlantik nicht lohnen würde. Der Ölpreis ist seither stark gestiegen, dennoch bleiben die Experten laut «Times» skeptisch, denn die Förderung in dieser entlegenen Region würde Investitionen in Milliardenhöhe bedingen.

Streit entschärft?

«Good News» dürften die schlechten Nachrichten auf politischer Ebene sein. Der Streit um die Bohrungen hatte zu den grössten Spannungen zwischen Argentinien und Grossbritannien seit dem Falkland-Krieg 1982 geführt. Argentinien beansprucht die Souveränität über die Malvinas genannten Inseln, es hat die seit 1833 bestehende britische Herrschaft nie anerkannt. Folglich erhebt Argentinien auch Anspruch auf mögliche Ölvorkommen. Nun ist der Traum von einem Dubai im Südatlantik vorerst ausgeträumt.

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