«Quadrotors»: Die fantastischen Drohnen des Herrn Kumar
Aktualisiert

«Quadrotors»Die fantastischen Drohnen des Herrn Kumar

Mit neun autonomen Robotern, die auf sechs Instrumenten die James-Bond-Melodie spielen, haben US-Forscher um Professor Vijay Kumar das Internet im Sturm erobert.

von
Jean-Claude Gerber

Professor Vijay Kumar präsentiert das Musikvideo der Qadrotors. (Quelle: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=4ErEBkj_3PY" target="_blank">TEDtalksDirector/YouTube</a>)

Da würde selbst Q, der geniale Erfinder aus den James-Bond-Filmen, Augen machen. Wie ein Bienenschwarm summend schweben neun sogenannte Quadrotors auf ein Ensemble speziell präparierter Instrumente zu und spielen, wie von Geisterhand bewegt, eine einwandfreie Interpretation der berühmten 007-Titelmelodie.

Den Platz der Geisterhand nimmt in diesem Fall ein Computer des GRASP Labors der Uni von Pennsylvania ein. Die Forscher Alex Kushleyev und Daniel Mellinger hatten diesen zuvor innerhalb von drei Tagen mit sämtlichen Instruktionen gefüttert, die es braucht, um kleine Roboter in begnadete Musiker zu verwandeln. Herausgekommen ist ein Musikvideo, das technikbegeisterte Zeitgenossen in andächtiges Staunen versetzt und auf YouTube bereits hunderttausenfach angeklickt worden ist.

Professor Vijay Kumar, der Chef der beiden Wissenschaftler, wirkt sichtlich stolz, als er das Video an der diesjährigen Wissenschaftsmesse TED2012 in Long Beach, Kalifornien, erstmals vorstellt (siehe Video oben). Er betont, dass die Quadrotors frei von jeglichem menschlichen Input absolut autonom agieren. Und das tun sie richtig gut. In perfekter Harmonie spielen sie Keyboard, Schlagzeug, Maracas, Gitarre und «Couch-Gitarre». Letzteres Instrument ist eine Eigenentwicklung der US-Forscher, gezimmert aus einem Sofarahmen.

Auch die ETH fliegt mit

Die Forscher des GRASP entwickeln die Roboterdrohnen und die dazugehörigen Computerprogramme aber nicht in erster Linie zum Musizieren. Vielmehr sollen die Quadrotors künftig Suchaufträge in Katastrophengebieten erledigen und - wie von Drohnen bekannt – Überwachungsfunktionen wahrnehmen. Dass fliegende Roboter künftig auch auf dem Bau eingesetzt werden könnten, bewiesen Forscher der ETH Zürich um Professor Raffaello D'Andrea im letzten Dezember. Anlässlich einer öffentlichen Vorführung im französischen Orléans bauten die Zürcher Quadrotors einen sechs Meter hohen Turm aus Schaumziegeln. Auch hier vollkommen autonom, versteht sich.

Der Turmbau zu Orléans. (Quelle: FRAC Centre/Vimeo)

Und weil es so schön war, hier noch eine bemerkenswerte Vorführung der amerikanischen Quadcopter des GRASP:

(Quelle: TheDmel/YouTube)

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