Wunschkonzert: Die FCB-Spieler träumen von Real Madrid
Aktualisiert

WunschkonzertDie FCB-Spieler träumen von Real Madrid

Der FC Basel spielt im Herbst in der Champions League. Am Donnerstagabend bekommen die rotblauen Helden ihre Gruppengegner zugelost - bis dann darf geträumt werden.

von
Eva Tedesco

Goalie Yann Sommer weiss genau, wen er sich als Gegner in der CL-Gruppenphase wünscht. (Video: 20 Minuten)

Die Erwartungen waren gross. Nach einem Jahr Absenz in der Champions League wünschten sich nicht nur Basler die Rückkehr des FCB in das Reich der Sterne. Mit dem 4:2-Sieg gegen Ludogorez Rasgrad, der letzten Hürde vor dem grossen Ziel, hatte der FCB in Sofia im Hinspiel eine wunderbare Basis gelegt. Letzte (minimale) Zweifel waren unangebracht, wie sich nach 90 Minuten am Dienstagabend herausstellte. Der bulgarische Meister war weit von der Leistung entfernt, die er vor einer Woche im Hinspiel an den Tag legte, und verlor auch im Joggeli. Fabian Frei (11.) und Philipp Degen (79.) schossen die Tore zum 2:0-Sieg der Bebbi.

«Das war ein FC Basel, den man sich auch in Zukunft wünscht», sagte Keeper Yann Sommer nach dem Spiel. «Es war ein grosses Ziel von uns, vom Verein, dass wir in die Champions League kommen. Den Druck können wir nicht wegzaubern. Aber es kann sein, dass dieser Druck, da die Qualifikation geschafft ist, jetzt weg ist.»

Wunschkonzert dauert nur bis Donnerstag

Der FCB übersprang die letzte Hürde vermeintlich locker. Philipp Degen sagte dazu aber: «Wenn man spielt, ist es nicht immer so einfach, wie es von aussen aussieht. Ich glaube, dass wir Ludogorez den Schneid beim 4:2 im Hinspiel abgekauft haben. Im Rückspiel ging es nicht um Spektakel, sondern einzig und allein darum, in die Champions-League-Gruppenphase einzuziehen, und das haben wir hervorragend gemacht. Ich freue mich für jeden Einzelnen, für die Mannschaft und die gesamte Region, dass es wieder sechs Highlights geben wird, und hoffe, dass wir für die eine oder andere Überraschung sorgen können.»

Die Töpfe sind mit vielen möglichen Gegnern gefüllt, die für Highlights prädestiniert sind. Bis Donnerstag dürfen die FCB-Helden und auch die Fans von Gruppengegnern wie Real Madrid, Paris St-Germain, Napoli und Milan träumen. Dann ist es mit dem Wunschkonzert aber vorbei, denn dann findet in Monaco (ab 17.45 Uhr, live bei 20 Minuten) die Auslosung statt. Dank dem guten 35. Platz im Uefa-Ranking startet der FCB in Topf 3 und kann zum Beispiel deshalb nicht auf Borussia Dortmund treffen. Degen wird vorerst auf ein Duell mit seinem ehemaligen Klub verzichten müssen.

Degen will Real

Dortmund ist es auch nicht, das sich Degen wünscht. «Real Madrid, die Königlichen, das ist ein Wunschlos», so der Rechtsverteidiger. «Mit Zidane und Ancelotti als Trainer-Duo wäre das sehr interessant. Aber dieses Jahr ist die Champions League so gut bestückt wie selten, denn fast alle Teams haben noch einmal enorm aufgerüstet.» Auch Yann Sommer weiss genau, was er sich wünscht. Wie aus der Pistole geschossen antwortete der Torhüter: «Real Madrid!» Die Begründung lieferte er auch: «Ein schönes Stadion, ein toller Klub und ich glaube, das wäre für den FCB etwas Tolles.»

Trainer Murat Yakin überliess das Wunschkonzert anderen und hielt sich lieber mit der Realität auf. «Es ist die jüngste Mannschaft des FCB, die je den Einzug in die Champions-League-Gruppenphase geschafft hat und sie wächst an jeder Aufgabe. Wir geniessen den Moment, deshalb sind die möglichen Gegner derzeit nebensächlich. Es ist eine grosse Freude, tagtäglich mit den Jungs zu arbeiten, die ihre Ziele nach oben konsequent weiterverfolgen.»

Klingende Basler Kassen

Für das Erreichen der Playoffs hat der FCB bereits 2,1 Millionen Euro kassiert. Die Teilnahme an der Gruppenphase garantiert weitere 8,6 Millionen Euro, die jeder der 32 Teilnehmer erhält. Insgesamt kann der FCB mit Bruttoeinnahmen von 20 Millionen rechnen. Je attraktiver die Gruppe sein wird, desto höher werden auch die Einnahmen aus den Heimspielen sein. Das war für Präsident Bernhard Heusler am Dienstagabend, nachdem die Teilnahme definitiv war, kein Grund, Wünsche zu äussern. Dem FCB-Boss war jeder Gegner recht.

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