Fulvio Pelli: «Die FDP ist eine arme Partei»
Aktualisiert

Fulvio Pelli«Die FDP ist eine arme Partei»

Wer für die Zürcher FDP in den Nationalrat will, muss bis zu 40 000 Franken zahlen. Nun antwortet FDP-Chef Fulvio Pelli auf die Kritik.

von
daw
FDP-Präsident Fulvio Pelli. (Bild: keystone)

FDP-Präsident Fulvio Pelli. (Bild: keystone)

Herr Pelli, wie tief mussten Sie in die Tasche greifen, als Sie 1995 Nationalrat wurden?

Ich erinnere mich nicht mehr genau, ich habe sicher 10 000 Franken bezahlt.

Sind 40 000 Franken für einen Listenplatz also angemessen? Kritiker sprechen von einem ­Armutszeugnis für Ihre Partei.

Diese Kritiker haben keine Ahnung von Wahlkampf. Wir wollen keine Einzelwahlkämpfe, sondern als FDP gemeinsam gut auftreten. Das sind Beiträge des Einzelnen für die Partei, mit denen eine teure Wahlkampagne finanziert wird. Und: Wenn die Summe nicht aufgebracht werden kann, helfen wir.

Ihr junger Nationalrat Christian Wasserfallen sagt, er wäre heute nicht im Parlament, hätte er so viel bezahlen müssen.

Tatsache ist, dass er im Nationalrat sitzt. Das zählt.

Sind die Preise Folge davon, dass der FDP das Geld fehlt?

Die FDP ist eine arme Partei. Die SVP etwa ist viermal reicher als wir. Wir sind auf Sponsoren und Gönner angewiesen – auch im Hinblick auf den Wahlkampf von 2011.

Trotzdem klebt Ihnen das Image an, mit Abzockern in einem Boot zu sitzen.

Das ist ein Vorurteil, doch die Wahrheit sieht anders aus: Wir sind eine Volkspartei. Keiner unserer Nationalräte arbeitet für die Hochfinanz, sondern als Unternehmer, Anwälte oder gar Stadtpräsidenten.

Nun noch zu etwas anderem. Wie geht es in der Affäre Levrat weiter?

Es ist ein Treffen mit ihm ­geplant. Mehr sage ich dazu nicht. (daw/20 Minuten)

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