Taskforce gegründet: Die FDP startet Kinderkrippen-Initiative
Aktualisiert

Taskforce gegründetDie FDP startet Kinderkrippen-Initiative

Die FDP hat eine Taskforce Kinderkrippe ins Leben gerufen. Sie will dank Bürokratieabbau und Kostensenkung den Ausbau günstiger Kindertagesstätten rasch vorantreiben.

von
Désirée Pomper
Kinder in einer Tageskrippe: Die FDP hat zum Grossangriff gegen die Krippenbürokratie angesetzt. Foto: key

Kinder in einer Tageskrippe: Die FDP hat zum Grossangriff gegen die Krippenbürokratie angesetzt. Foto: key

Otto Ineichens Ruf nach mehr und billigeren Kinderkrippen stösst auf «überwältigendes Echo»: «Über 50 Personen, die gerne eine Krippe betreiben würden, haben mich kontaktiert. Doch zahlreiche übertriebene Vorschriften verhindern die Gründung von Kindertagesstätten und die Schaffung neuer Arbeitsplätze unnötig», berichtet Ineichen.

Die FDP bläst nun zum Grossangriff gegen die Krippenbürokratie: Am Dienstag hat sie unter der Leitung von FDP-Nationalrat Filippo Leutenegger und der Präsidentin der FDP-Frauen Carmen Walker Späh eine Taskforce Kinderkrippe gegründet. Ziel ist ein «Paradigma-Wechsel zu mehr Markt im Krippenbereich».

«Sinnlose Brünnelivorschriften»

Grosses Einsparungspotenzial gibt es laut den Taskforce-Leitern im Bereich der Personal-, Bau- und Hygienevorschriften. «Sinnlose Brünnelivorschriften und Antikontaminationsräume in Krippen beispielsweise hemmen die Initiative Privater», sagt Leutenegger. Ineichen derweil kritisiert die «teure und unsinnige Akademisierung» des Krippenpersonals: «Ich sehe nicht ein, warum eine Bauernfrau, die sieben Kinder aufgezogen hat, nicht fähig sein soll, auf ihrem Hof eine Krippe zu leiten. Dazu braucht es Herzblut und kein Unidiplom.»

Um die Liberalisierung des Krippenmarktes voranzutreiben, werden dieser Tage alle Kantone schriftlich aufgefordert, konkrete Beispiele «überbordender Bürokratie» in Krippen aufzuzeigen. Die Resultate werden dann auf Bundesebene verglichen und entsprechende kantonale Vorstösse koordiniert eingereicht.

«Doppelt so viele Krippenplätze innert fünf Jahren»

Frau Walker Späh, was würde eine Liberalisierung des Krippenmarktes bedeuten? Carmen Walker Späh*: Viele arbeitswillige Mütter leiden darunter, dass es zu wenig bezahlbare Krippen gibt. Eine Liberalisierung wäre ein Befreiungsschlag für die Frauen, und die Wirtschaft müsste nicht auf gut ausgebildete Frauen verzichten.

Frau Walker Späh, was würde eine Liberalisierung des Krippenmarktes bedeuten? Carmen Walker Späh*: Viele arbeitswillige Mütter leiden darunter, dass es zu wenig bezahlbare Krippen gibt. Eine Liberalisierung wäre ein Befreiungsschlag für die Frauen, und die Wirtschaft müsste nicht auf gut ausgebildete Frauen verzichten.

Reichen denn die staatlichen Krippensubventionen nicht aus?

Seit 2003 hat das Parlament 320 Millionen Franken Subventionen gesprochen. Allerdings liegen mehrere Millionen brach, da Interessierte von den hohen bürokratischen Hürden abgeschreckt werden.

Die Gelder für die Krippen liegen einfach unberührt da?

Mit Geld alleine schafft man nicht mehr Krippenplätze. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen müssen stimmen. Diese will unsere Taskforce schaffen und somit innert fünf Jahren die Anzahl der Krippenplätze auf 50'000 verdoppeln. Diese Krippen würden aber nicht am Staatstropf hängen, sondern als Unternehmung agieren. dp

* Carmen Walker Späh ist Präsidentin der FDP-Frauen.

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