Mysteriöse Puppen - «Die Figuren werden völlig missverstanden»

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Mysteriöse Puppen«Die Figuren werden völlig missverstanden»

Eine Kunstausstellung beim Gigerwaldsee bei St. Martin sorgt bei Passantinnen und Passanten für Irritation. Anna Maria Thöny-Luck, die Künstlerin, versteht das nicht. Sie erklärt die Hintergründe.

von
Michel Eggimann
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Fünf Figuren bei der Staumauer in St. Martin SG wirkten auf eine Spaziergängerin irritierend. 

Fünf Figuren bei der Staumauer in St. Martin SG wirkten auf eine Spaziergängerin irritierend.

Google Street View
Die Puppen befinden sich in einer kleinen Höhle neben dem Tunnel bei der Staumauer Gigerwald.

Die Puppen befinden sich in einer kleinen Höhle neben dem Tunnel bei der Staumauer Gigerwald.

News-Scout
Die Frau sagte 20 Minuten, dass die Ausstellung wie ein Ritual aussieht, das von «Glaubenden» praktiziert wird.

Die Frau sagte 20 Minuten, dass die Ausstellung wie ein Ritual aussieht, das von «Glaubenden» praktiziert wird.

News-Scout

Darum gehts

  • Am Samstagnachmittag hat ein News-Scout beim Spazieren einen Schock erlebt.

  • Puppen einer Kunstausstellung verstörten die Frau.

  • Die Puppen sind Teil einer Kunstinstallation der Künstlerin Anna Maria Thöny-Luck.

  • Die Künstlerin ist überrascht über die Reaktion der Spaziergängerin.

  • Thöny-Luck erklärt im Interview die Hintergründe zu der Ausstellung.

Im Taminatal neben der Staumauer vom Gigerwaldsee hat es in einer Höhle fünf Puppen. Drei Frauen sind aufgehängt an einer Schnur und zwei Männer am Boden. Alle sind halbnackt. Ein News-Scout meinte: «Horrorpuppen – ich bin schockiert.» Sie ist schockiert, dass so etwas öffentlich gezeigt wird. Ihrer Meinung nach hat eine solche Anti-Frauen Kunst im Jahr 2021 keinen Platz. Auch in der Gemeinde Pfäfers gibt es offene Fragen zu den Puppen. Etwa seit wann sie dort sind oder was es mit der Ausstellung genau auf sich hat. Die Künstlerin, Anna Maria Thöny-Luck, klärt auf.

Anna Maria Thöny-Luck, was wollen Sie mit der Ausstellung erreichen?

Ich will damit an die wilden Männlein und wilden Weiblein erinnern, die im 16. Jahrhundert im Prättigau gelebt haben. Wie die Figuren haben sie nur einen knappen Lendenschurz getragen - die Männer sowie die Frauen. Es waren starke Frauenfiguren, sie haben ganz genau gewusst, was sie wollen. Keinesfalls soll die Ausstellung frauenfeindlich wirken.

Haben Sie solche Reaktionen wie jetzt erwartet?

Die Figuren sind völlig missverstanden worden. Damit hätte ich nie gerechnet. Wahrscheinlich bin ich zu fest in der Geschichte drin und habe deswegen nicht mit einer solchen Aufruhr gerechnet. Ich hätte nie erwartet, dass die Figuren, die übrigens aus Leichtbeton sind, auf Leute verstörend wirken. Dennoch muss ich auch sagen, dass Sagen-Geschichten wie diese über die Walser Sagen immer etwas Kribbeliges haben.Für mich sind die Figuren nicht Teil einer diskriminierender Frauengeschichte. Im Gegenteil: Die aufgehängten Frauen sind am Tanzen und die Männer am Boden schauen eifersüchtig zu. Es soll den Eindruck machen als schweben die Frauen, deshalb sind sie aufgehängt.

Wie war das bisherige Feedback zu der Ausstellung?

Bisher waren die Reaktionen stets positiv. Ich habe noch kein negatives Feedback bekommen. Die Figuren sind jetzt den dritten Sommer bei St. Martin ausgestellt. Zuvor habe ich sie auch schon andernorts präsentiert. An der Brücke bei der Ausstellung hat es Plakate. Dort ist die ganze Geschichte zu den Figuren erklärt.

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