Moody's düstere Prognose: Die finanzielle Apokalypse droht
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Moody's düstere PrognoseDie finanzielle Apokalypse droht

Nach Dubai und Griechenland könnten weitere Staaten in Zahlungsverzug geraten. Das Gespenst «Staatsbankrott» beherrscht den Kapitalmarkt. Die Ratingagentur Moody's malt ein düsteres Szenario für 2010.

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zac/scc

«Tumultartige Zeiten» stehen gemäss Ratingagentur Moody's einigen Ländern weltweit bei der Schuldenaufnahme im nächsten Jahr bevor. Laut Analyse könnten die Finanzprobleme von Dubai und Griechenland nur die Vorboten der finanziellen Apokalypse sein. Weltweit steige das Risiko von Zahlungsausfällen. Die Lage in Dubai konnte erst dank einem Hilfspaket von 10 Milliarden Dollar durch den Nachbarn Abu-Dhabi entschärft werden. Nach der Herabstufung der Bonität durch Fitch sowie Standard & Poor's ist nun Griechenland im Fokus. Die negativen Bewertungen führten vergangene Woche dazu, dass Marktteilnehmer griechische Anleihen schnell loswerden wollten. Der Risikoaufschlag stieg massiv an.

Die wahren Kosten der Krise werden sich erst zeigen

Nicht nur bereits geschwächte Volkswirtschaften seien bedroht, auch grosse Staaten. Besonders die USA, aber auch Grossbritannien müssten der Agentur zufolge bald überzeugende Pläne zur Reduktion ihrer Schulden vorlegen. Ansonsten würden sie bereits 2011 ihre Bonitätsbestnoten verlieren, erklärt Pierre Cailleteau von Moody's gegenüber «Financial Times Deutschland». «Die langfristigen Zinsen werden 2010 weltweit steigen und damit die wahren Kosten der Finanz-und Wirtschaftskrise offenbaren», mahnt Cailleteau weiter.

Wachstum alleine löst das Problem nicht

Auch die Fiskalpolitik von Frankreich und Deutschland kritisiert die Agentur. Im Fokus ist das Wachstumsbeschleunigungsgesetz, das Steuererleichterungen vorsieht: «Die Idee kann mit folgenden Worten zusammengefasst werden: Mehr Schulden heute für hoffentlich weniger Schulden in der Zukunft», meint der Moody's-Analyst. Wachstum alleine löse das Problem nicht. Die meisten Industrieländer müssten den Staatshaushalt konsolidieren, damit die Schulden auf ein verkraftbares Niveau sinken. «Das wird den Aufschwung dämpfen», sagt Cailleteau.

Obwohl Moody's den Zerfall der Euro-Zone für unwahrscheinlich hält, könnte es in der Euro-Zone zu Spannungen kommen. Der Euro sei zwar ein Schutz vor Liquiditätsnöten, er könne jedoch keine drohende Insolvenz verhindern. Im Gegenteil: Er könnte gar ein Hindernis darstellen. «Es besteht jetzt das Risiko, dass die ökonomische Dynamik erodiert. Das wäre vergleichbar mit kleinen Städten, die in einer grossen Volkswirtschaft an Wettbewerbsfähigkeiten verlieren», sagen die Experten von Moody's. Zudem verschärfe die Europäische Zentralbank zusätzlich die Situation, in dem sie die Liquiditätshilfen zurücknehme.

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