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EishockeyDie Flyers demütigen den Meister

Kloten gewinnt sein Auftakspiel gegen Davos gleich mit 3:0. Der Vizemeister hat während 60 Minuten klar dominiert. Bern verliert zuhause gegen Biel erst nach dem Penaltyschiessen.

Den Kloten Flyers gelingt in ihrem ersten Meisterschaftsspiel der neuen Saison auf Anhieb ein Zu-Null-Sieg. 3:0 besiegen die Flyers den HC Davos.

Das 3:0 über Davos war gleichzeitig auch eine erste Revanche für die Niederlage in der Playoff-Finalserie gegen den Meister.

Goalie-Veteran Ronnie Rüeger parierte 19 Schüsse für den Shutout. Die Zürcher Unterländer waren in jedem Drittel einmal erfolgreich, Verteidiger Eric-Ray Blum sorgte in der 43. Minute für das 3:0 und damit die Entscheidung. Davor hatten die Sturmlinienpartner Michael Liniger und Arnaud Jacquemet die Flyers mit 2:0 in Führung gebracht.

Kloten überzeugte mit einer spielstarken Gesamtleistung und hätte nach zwei Dritteln noch höher führen müssen. Vor 6894 Besuchern in der Kolping-Arena stach vorab auch der technisch herausragende Nordamerika-Rückkehrer Roman Wick heraus. Einzige Schwäche der Zürcher Unterländer war das ineffiziente Überzahlspiel mit sechs Gelegenheiten ohne Ertrag.

Biel ist Leader

Biel ist nach über 22 Jahren erstmals wieder NLA-Leader. Die Seeländer sorgen mit einem 2:1 nach Penaltyschiessen beim SC Bern für die erste Überraschung am Auftakt-Wochenende der neuen NLA-Saison. Der Kanadier Eric Beaudoin entschied mit seinem verwandelten Penalty das Berner Derby. Biel ist nun mit fünf Punkten aus zwei Spielen NLA-Leader. Letztmals hatte der dreifache Schweizer Meister (1978, 1981 und 1983) am 13. Januar 1989 die NLA-Tabelle angeführt.

Die Kloten Flyers gewannen ihr erstes NLA-Spiel der neuen Saison in einer Neuauflage des Playoff-Finals gegen Meister Davos überzeugend mit 3:0. Goalie Ronnie Rüeger parierte 19 Schüsse für seinen Shutout. Fribourg-Gottéron zog bei der 3:5-Heimniederlage gegen Lugano in erster Linie wegen einer verschlafenen Startphase mit drei Gegentoren in den ersten 13 Minuten den Kürzeren. Der Kanadier Pascal Pelletier verwandelte für die SCL Tigers den siegbringenden Penalty beim 4:3-Heimsieg über Genève-Servette nach Penaltyschiessen.

Ambri-Piotta stürzte sich bei der 2:4-Heimniederlage gegen die Rapperswil-Jona Lakers mit einer schwachen Defensivleistung und unzureichender Chancenauswertung selbst ins Verderben. Die Leventiner sind nun als einziges Team der laufenden NLA-Saison noch ohne Punktgewinn.

Tessiner Blitzstart

Der HC Lugano führt beim 5:3-Sieg bei Fribourg-Gottéron die Gastgeber in den ersten 13 Minuten richtiggehend vor. Der Blitzstart brachte den Tessinern eine 3:0-Führung ein.

Kimmo Rintanen und Sebastien Reuille sorgten innerhalb von 31 Sekunden für ein 2:0 der Gäste, die kurz darauf durch den Shorthander von Kevin Romy das Skore noch ausbauten.

Das vor Saisonbeginn als Transfersieger gefeierte Gottéron muss derzeit auf zwei Schlüsselspieler als Folge von Hirnerschütterungen verzichten; die Ausfälle der Leader Sandy Jeannin und Christian Dubé machten sich gegen Lugano bemerkbar. In der Offensive fehlte es an Dynamik und in der Defensive ebnete eine hohe Fehlerquote den Weg ins vorzeitige Verderben. Zudem erwies sich Goalie Simon Rytz als nicht besonders überzeugender Rückhalt. Zu mehr als einer Resultatkorrektur im Schlussdrittel (vom 1:5 zum 3:5) war Gottéron nicht fähig.

Immerhin besteht laut dem Freiburger Trainer Hans Kossmann die grosse Wahrscheinlichkeit, dass der vom Zuger Josh Holden am Freitag bös gefoulte Christian Dubé bereits am nächsten Wochenende sein Comeback für Gottéron geben kann.

Langnaus glanzvolle 160 Sekunden

Mit drei Toren innerhalb von 160 Sekunden im ersten Abschnitt legt der SC Langnau die Basis zum Heimsieg über Servette. Sichergestellt wird der Sieg aber erst im Penaltyschiessen.

Die glanzvollen drei Minuten, während denen Langnau aus einem 0:1-Rückstand eine 3:1-Führung machte, erwiesen sich als erstes Highlight für die 5079 Zuschauer, die grösstenteils mit den Tigers sympathisierten. Ausnahmsweise überzeugten die Langnauer in dieser Phase sogar in Überzahl, ansonsten eine ihrer ausgeprägtesten Schwächen. Zuerst erzielte Simon Moser nach nur 28 Sekunden Überzahlspiel den 1:1-Ausgleich; zwei Minuten später nützte Simon Lüthi nach lediglich 15 Sekunden das nächste Powerplay zum 2:1 aus. Und nach diesem Treffer dauerte es bloss 36 Sekunden bis zu Pascal Pelletiers 3:1.

So rassig und stimmungsvoll wie im ersten Abschnitt ging es dann aber nicht weiter. Die Partie verflachte, womöglich weil die Emmentaler nach dem kräfteraubenden Auswärtsspiel in Davos haushälterisch mit dem Energietank umgehen wollten. Diese Vorsicht kostete Langnau einen Punkt. Denn im Finish kam Servette entgegen des Spielverlaufs durch einen Shorthander von Rico Fata (43.) und das zweite Tor von Tony Salmelainen (171 Sekunden vor Schluss) zum Ausgleich.

Wie schon die reguläre Spielzeit dominierten die SCL Tigers auch die Overtime. Joel Perreault traf bloss den Pfosten (61.). Den Sieg stellte Langnau im Penaltyschiessen sicher, in dem Servette bis zum dritten Langnauer Schützen noch 1:0 führte. Simon Moser und Pascal Pelletier bezwangen danach aber Goalie Tobias Stephan, den mit 35 Paraden stärksten Genfer an diesem Abend.

Lakers mit Effizienz zum Sieg

Die Rapperswil-Jona Lakers kommen bei Ambri-Piotta zu einem 4:2-Sieg. Die Effizienz der Gäste führte zu diesem Verdikt. Denn von den Spiel- und Chancenanteilen her waren die Leventiner mehr als ebenbürtig.

Doch einmal mehr mangelte es den Leventinern an der Durchschlagskraft im gegnerischen Slot. Derweil nutzten die kaltblütigen Lakers schon die ersten beiden Torchancen zur Führung.

Brandon Reid gelang das 1:0, als er von einem unzureichenden Defensivverhalten der Gastgeber profitierte. Lukas Grauwiler erhöhte in der 15. Minute auf 2:0. Und Andreas Camenzind gelang in der 25. Minute mit dem 3:0 der Gamewinner.

Zwei Tore von Ambri innerhalb von 17 Sekunden von Roman Botta und Inti Pestoni liessen zur Spielmitte noch etwas Hoffnung in der Valascia aufkeimen, ehe Reto Suri mit einer Täuschung Ambris Goalie Thomas Bäumle düpierte und vier Minuten vor Ende des Mitteldrittels das 4:2 erzielte.

National League A, 2. Runde (10.9.2011)

Kloten Flyers - Davos 3:0 (1:0, 1:0, 1:0)

Kolping-Arena. - 6894 Zuschauer. - SR Rochette, Arm/Küng.

Tore: 4. Liniger (Jacquemet, Bodenmann) 1:0. 23. Jacquemet (Bodenmann, Liniger) 2:0. 43. Blum (DuPont, Liniger) - Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Kloten, 6mal 2 Minuten gegen Davos. - PostFinance-Topskorer: Stancescu; Sejna.

Kloten Flyers: Rüeger; Blum, DuPont; Sven Berger; Du Bois; Winkler, Westcott; Philippe Schelling; Polak, Bieber, Sindel; Bodenmann, Liniger, Jacquemet; Wick, Romano Lemm, Stancescu; Keller, Samuel Walser, Herren.

Davos: Genoni; Back, Stoop; Grossmann, Ramholt; Samuel Guerra, Jan von Arx; Untersander, Neuenschwander; Taticek, Reto von Arx, Bürgler; Sejna, Marha, Sykora; Dino Wieser, Rizzi, Sciaroni; Willi, Steinmann, Kuonen.

Bemerkungen: Kloten ohne Nicolas Steiner, Hollenstein, Jenni, Kellenberger, Santala, und Nordgren (alle verletzt), Davos ohne Guggisberg, Forster, Reymondin und Joggi (alle verletzt).

Bern - Biel 1:2 (1:0, 0:1, 0:0, 0:0) n.P.

PostFinance. - 15'037 Zuschauer. - SR Reiber, Bürgi/Marti.

Tore: 12. Ritchie (Pascal Berger, Kwiatkowski) 1:0. 26. Marc Wieser (Huguenin) 1:1. - Penaltyschiessen: Gardner -, Bordeleau 0:1; Pascal Berger 1:1, Ehrensperger 1:2; Rüthemann -, Truttmann -; Martin Plüss 2:2, Beaudoin 2:3; Ritchie 3:3, Marc Wieser -; Bordeleau -, Déruns -; Ehrensperger -, Ritchie -; Beaudoin 3:4, Martin Plüss -. - Strafen: 7mal 2 Minuten gegen Bern, 8mal 2 Minuten gegen Biel. - PostFinance-Topskorer: Martin Plüss; Tschantré.

Bern: Bührer; Roche, Philippe Furrer; Dominic Meier, Kwiatkowski; Morant, Beat Gerber; John Fritsche; Vigier, Gardner, Reichert; Déruns, Martin Plüss, Vermin; Neuenschwander, Froidevaux, Scherwey; Pascal Berger, Ritchie, Rüthemann.

Biel: Berra; Huguenin, Steinegger; Preissing, Wellinger; Gossweiler, Kparghai; Fröhlicher; Truttmann, Bordeleau, Beaudoin; Peter, Ehrensperger, Tschantré; Lauper, Miéville, Marc Wieser; Haas, Gloor, Wetzel; Zigerli.

Bemerkungen: Bern ohne Höhener, Jobin, Hänni und Lötscher, Biel ohne Spylo und Scalzo (alle verletzt). Steinegger und Gloor im ersten Abschnitt verletzt ausgeschieden.

Fribourg-Gottéron - Lugano 3:5 (1:3, 0:2, 2:0)

BCF-Arena. - 6650 Zuschauer. - SR Stricker, Kaderli/Wüst.

Tore: 6. Rintanen (Steiner) 0:1. 7. Reuille 0:2. 13. Romy (Bednar, Nummelin/Ausschluss Ulmer!) 0:3. 17. Sprunger (Bykow, Barinka) 1:3. 21. (20:37) Nummelin (Kamber, Domenichelli) 1:4. 23. Bednar (Kamber, Hirschi/Ausschluss Botter) 1:5. 45. Sprunger (Plüss, Bykow) 2:5. 60. (59:17) Hasani (Lukas Gerber) 3:5. - Strafen: 4mal 2 plus 10 Minuten (Botter) gegen Gottéron, 3mal 2 Minuten gegen Lugano. - PostFinance-Topskorer: Rosa; Simion.

Gottéron: Simon Rytz; Heins, Birbaum; Barinka, Loeffel; Abplanalp, Ngoy; Lukas Gerber; Rosa, Gamache, Knoepfli; Sprunger, Bykow, Benjamin Plüss; Lüssy, Botter, Collenberg; Cadieux, Hasani, Brügger; Melvin Merola.

Lugano: Benjamin Conz; Nummelin, Hirschi; Kienzle, Julien Vauclair; Ulmer, Nodari; Profico; Domenichelli, Oliver Kamber, Bednar; Jörg, Sannitz, Romy; Steiner, Niedermayer, Rintanen; Simion, Conne, Reuille.

Bemerkungen: Gottéron ohne Dubé, Jeannin und Tristan Vauclair (alle verletzt), Lugano ohne Brady Murray und Blatter (beide verletzt). - NLA-Debüts von Melvin Merola (18) und Sandro Brügger (20). - 13. Lattenschuss Rosa.

Langnau - Genève-Servette 4:3 (3:1, 0:0, 0:2, 0:0) n.P.

Ilfis. - 5079 Zuschauer. - SR Prugger, Dumoulin/Zosso.

Tore: 12. (11:36) Salmelainen (Rubin, Mercier) 0:1. 13. (12:24) Simon Moser (Kurtis McLean, Reber/Ausschluss Goran Bezina) 1:1. 15. (14:28) Simon Lüthi (Reber, Kurtis McLean/Ausschluss Vukovic) 2:1. 16. (15:04) Pelletier 3:1. 43. Fata (Salmelainen, Vukovic/Ausschluss Trachsler!) 3:2. 58. Salmelainen (Hecquefeuille) 3:3. - Penaltyschiessen: Salmelainen 0:1, Perreault -; Rubin -, Kurtis McLean -; Fata -, Simon Moser 1:1; Walsky -, Haas -; Flurin Randegger -, Pelletier 2:1. - Strafen: 5mal 2 plus 10 Minuten (Haas) gegen Langnau, 10mal 2 Minuten gegen Genève-Servette. - PostFinance-Topskorer: Schilt; Goran Bezina.

Langnau: Esche; Reber, Kim Lindemann; Simon Lüthi, Schilt; Rytz, Stettler; Lardi, Christian Moser; Perreault, Pelletier, Leblanc; Haas, Kurtis McLean, Simon Moser; Sandro Moggi, Claudio Moggi, Neff; Adrian Gerber, Gustafsson, Genazzi.

Genève-Servette: Tobias Stephan; Schneeberger, Goran Bezina; Pothier, Mercier; Hacquefeuille, Gian-Andrea Randegger; Vukovic; Samuel Friedli, Trachsler, Fata; Walsky, Rubin, Salmelainen; Simek, Flurin Randegger, Dan Fritsche; Pivron, Berthon, Roland Gerber; Rivera.

Bemerkungen: Langnau ohne Bucher (verletzt). - Pfostenschuss Perreault (61.). - Timeout Genève-Servette (29.).

Ambri-Piotta - Rapperswil-Jona Lakers 2:4 (0:2, 2:2, 0:0)

Valascia. - 4892 Zuschauer. - SR Kämpfer, Mauron/Kohler.

Tore: 7. Reid (Thibaudeau) 0:1. 15. Grauwiler 0:2. 25. Camenzind (Suri) 0:3. 31. Lachmatow (Botta) 1:3. 32. Pestoni 2:3. 36. Suri (Derrick Walser) 2:4. - Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Ambri-Piotta, 8mal 2 Minuten gegen Rapperswil-Jona Lakers. - PostFinance-Topskorer: Kutlak; Riesen.

Ambri-Piotta: Bäumle; Kutlak, Sidler; Noreau, Müller; Trunz, Schulthess; Casserini, Kobach; Botta, Westrum, Lachmatow; Pestoni, Martin Kariya, Elias Bianchi; Raffainer, Walker, Stucki; Mattia Bianchi, Schlagenhauf, Murovic.

Rapperswil-Jona Lakers: Manzato; Bucher, Geyer; Maurer, Derrick Walser; Gmür, Burkhalter; Siren, Marzan; Reid, Hartigan, Thibaudeau; Murray, Roest, Suri; Riesen, Camenzind, Rizzello; Nils Berger, Grauwiler, Hürlimann.

Bemerkungen: Ambri-Piotta ohne Demuth, Duca, Incir und Meier (alle verletzt) sowie Landry und Andrea Grassi (beide überzählig), Hofmann (Rookie-Camp Carolina), Lakers ohne Hüsser, Aurelio Lemm, Gailland, Welti sowie Neukomm (überzählig). - 7. Pfostenschuss Thibaudeau. - Timeouts: 5. Rapperswil, 57. Ambri-Piotta, von 56:42 bis 57:12 ohne Torhüter. (si)

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