Aktualisiert 01.06.2020 09:31

Hamilton kritisiert

«Die Formel 1 ist ein von Weissen dominierter Sport»

Der sechsmalige Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton hat in der Diskussion um Rassismus und Polizeigewalt in den USA deutlich Position bezogen. Und auch die Motorsport-Königklasse bekam ihr Fett weg.

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Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton hat sich auf Instagram zu den Unruhen in den USA geäussert.

Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton hat sich auf Instagram zu den Unruhen in den USA geäussert.

KEYSTONE
Der Brite repostete zuerst Worte des Schauspielers Jamie Foxx, der unter anderem schrieb: «Wir können nicht mehr still sein.»

Der Brite repostete zuerst Worte des Schauspielers Jamie Foxx, der unter anderem schrieb: «Wir können nicht mehr still sein.»

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Hamilton selbst schrieb: «Ich sehe diejenigen von Euch, die still bleiben, einige von Euch sind die grössten Stars und bleiben noch still mitten in dieser Ungerechtigkeit.»

Hamilton selbst schrieb: «Ich sehe diejenigen von Euch, die still bleiben, einige von Euch sind die grössten Stars und bleiben noch still mitten in dieser Ungerechtigkeit.»

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Darum gehts

  • Lewis Hamilton hat sich zu den Unruhen in den USA geäussert.
  • Der 35-Jährige ist nicht auf der Seite der Plünderer, aber auf jener der friedlich Protestierenden.
  • Der Brite kritisierte auch die Formel 1.

Der 35-jährige Brite, der es als erster dunkelhäutiger Pilot in die Formel 1 geschafft hat und auf dem besten Weg ist, der erfolgreichste Fahrer der Geschichte zu werden, schrieb in einer Instagram-Story: «Ich sehe diejenigen von Euch, die still bleiben, einige von Euch sind die grössten Stars und bleiben noch still mitten in dieser Ungerechtigkeit. Nicht ein Zeichen von irgendjemandem in meiner Industrie, die natürlich ein von weissen dominierter Sport ist. Ich bin einer von wenigen Menschen mit Farbe dort und stehe noch allein.»

Hamilton ist bekannt dafür, dass er auch seine politische Meinung mittlerweile klar äussert. Er ist der Sohn eines Einwanderers aus Trinidad/Tobago und wuchs in eher bescheidenen Verhältnissen im englischen Stevenage auf, sein Vater Anthony hatte teilweise mehrere Arbeitsstellen, um das kostspielige Hobby seines Sohnes im Kindes- und Jugendalter zu finanzieren. Mit seinen Postings reagierte der Mercedes-Pilot auf die Vorfälle in den USA, wo die Formel 1 auch in dieser von der Coronavirus-Pandemie verschobenen und geprägten Saison noch Halt machen dürfte, genauer im texanischen Austin.

Wir werden nicht mit Rassismus und Hass in unseren Herzen geboren, es wird gelehrt, von denen, zu denen wir aufschauen.

Lewis Hamilton

Er stehe nicht auf der Seite derer, die plündern und Gebäude anzünden würden, aber auf der Seite derer, die friedlich protestieren. «Es kann keinen Frieden geben, bis die so genannten Führer es ändern», schrieb Hamilton. Es sei nicht nur Amerika, es sei Grossbritannien, es sei Spanien, es sei Italien und überall. Es müsse sich ändern wie Minderheiten behandelt würden. «Wir werden nicht mit Rassismus und Hass in unseren Herzen geboren, es wird gelehrt, von denen, zu denen wir aufschauen», schrieb Hamilton.

In der vergangenen Woche war der Afroamerikaner George Floyd von einem Polizisten in Minneapolis mit dem Knie im Nacken minutenlang zu Boden gedrückt worden. Mehrmals hatte Floyd gesagt: «Ich kann nicht atmen.» Bei der Ankunft im Krankenhaus war er für Tod erklärt worden. Der Polizist wurde inzwischen wegen Mordes angeklagt.

Zum Start der Formel-1-Saison Anfang Juli in Spielberg, nachdem die österreichischen Behörden die Freigabe erteilten, verlor Hamilton in dem Posting übrigens kein Wort. Nachdem der Brite seinen Frust abgelassen hatte, meldeten sich weitere Formel-1-Fahrer zum Thema – und drückten ihren Unmut aus.

(dpa/hua)

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