Aktualisiert 16.03.2006 22:02

Die Fortsetzung des Favoritensterbens

Nach dem Hamburger SV, der AS Roma und Lille sind in den Achtelfinals des UEFA-Cups auch Udinese, Marseille und Strasbourg (gegen Basel) ausgeschieden. Das Favoritensterben setzte sich mit Ausnahme von Schalke (3:0 gegen Palermo) auch am Donnerstag fort.

Dafür erhielt die Fussballfraktion aus dem Ostblock für die Viertelfinals, die am Freitag in Eindhoven ausgelost werden, Verstärkung. Nach Rapid Bukarest stiessen auch Zenit St. Petersburg und erstmals Levski Sofia unter die letzten acht im UEFA-Wettbewerb vor. Den Russen genügte gegen Olympique Marseille nach dem 1:0-Awaysieg ein 1:1 zu Hause, die Bulgaren zwangen Udinese nach dem 0:0 in Italien mit 2:1 in die Knie.

Vor allem der Vorstoss von Levski überraschte, vermochte es doch zuvor in neun Duellen gegen italienische Klubs nie zu gewinnen. Doch nach dem ersten Heim-Gegentor im laufenden Wettbewerb durch Fernando Tissone (22.) und dem 0:1-Pausenrückstand steigerten sich die Bulgaren. Innert 13 Minuten drehten Daniel Borimirov und Igor Tomasic das Spiel um und führten ihren Verein zum grössten Erfolg seit 30 Jahren.

Marseille stand in St. Petersburg stets auf verlorenem Posten. Nach dem 0:1-Misstritt im Heimspiel konnte Barthez-Goalieersatz Cédric Carrasso einen wuchtigen Schuss von Alexander Kerschakow nur an den Pfosten zu lenken, von wo der Ball ins Netz kollerte. Auch der Ausgleich von Frédéric Déhu mittels Freistoss über die Mauer brachte der Equipe mit dem ex-Basler Christian Gimenez nicht viel, zumal Ersatztorhüter Carrasso in der Schlussphase nach einer Notbremse vom Platz gestellt wurde.

Nur Schalke gab sich keine Blösse und rückt erstmals seit acht Jahren wieder in die Viertelfinals eines Europacups vor. Die Königsblauen besiegten den defensiv eingestellten italienischen Tabellenzehnten Palermo mit 3:0 und bügelten das 0:1 aus dem Hinspiel aus. Levan Kobiaschwili per Handspenalty, der Däne Sören Larsen mit einem Kopfball nach einer Traumflanke von Asamoah sowie der für den verletzten Lincoln in die Spielmacher-Rolle gehievte Mimoun Azaouagh nach erneut brillantem Zuspiel von Asamoah zeichneten sich als Torschützen der Mannschaft von Trainer Mirko Slomka aus. Palermo spielte nach einem absichtlichen Handspiel von Eugenio Corini (43.) auf der Torlinie nur noch mit zehn Mann.

(si)

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