Die Frau in der Maschine
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Die Frau in der Maschine

Als Dianne Odell in den 50er Jahren an Kinderlähmung erkrankte und an ein Eiserne Lunge angeschlossen werden musste, gaben ihr ihre Ärzte nur noch wenige Jahre zu leben.

Die lebenslustige Frau aus Jackson im US-Staat Tennessee feierte nun aber kürzlich ihren 60. Geburtstag. «Gott hat es einfach so gewollt», sagte sie. In den gesamten USA gibt es nur 30 bis 40 Patienten, die auf den riesigen Apparat angewiesen sind.

Anfangs konnte Odell noch einige Zeit täglich ohne den zwei Meter langen und mehrere hundert Kilogramm schweren Apparat atmen. Seit ihren 20er Jahren muss sie aber 24 Stunden am Tag an der Maschine angeschlossen bleiben. «Man gewöhnt sich daran», sagte Odell. «Man wehrt sich dagegen, dass es die Kontrolle über einen übernimmt. Ich versuche, alles zu tun, was ich glaube, tun zu können.»

Odell lebt bei ihren Eltern; ihre 82-jährige Mutter ist inzwischen selbst auf einen Rollstuhl angewiesen. Odell machte einen Oberschulabschluss und begann auch ein Fernstudium der Psychologie. Migräne und andere Gesundheitsprobleme verhinderten aber, dass sie das Studium abschliessen konnte. Vor einigen Jahren wurde sie von der Freed-Hardeman-Universität mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet.

Sie schrieb ein Kinderbuch und wird von ihren vier Neffen vergöttert. Da ihre Eltern und sie die Pflege zuhause nicht finanzieren können, helfen Gemeinde und Nachbarschaft, die 1.000 Dollar wöchentlich aufzubringen. Von der staatlichen Gesundheitsfürsorge Medicare bekommt sie nichts, sagt Frank McMeen von der West Tennessee Healthcare Foundation. Diese Stiftung hat versprochen, lebenslang für Odells Behandlung aufzukommen.

Vor sechs Jahren kamen bei einer Benefizgala mit Musikern, Schauspielern und Politikern kamen mehr als 100.000 Dollar zusammen. Bei ihrem Geburtstag am vergangenen Samstag wurden 7.000 Dollar gespendet. «Sie ist ein Engel. Die Menschen wollen ihr helfen», sagte McMeen. (dapd)

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