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Mord in Bern«Die Frau lag am Boden – in einer Blutlache»

Im Berner Wylerquartier ist am Mittwochmorgen eine Frau getötet worden. Augenzeugen berichten, wie der Täter sein Opfer jagte, zu Boden riss und mit einem spitzen Gegenstand schlug.

von
A. Müller

In der Nacht auf Mittwoch ist im Berner Wylerquartier eine Frau brutal ermordet worden. Anwohnerin B.R. (38) hat die Bluttat mit eigenen Augen gesehen: «‹Ayuda, ayuda›. Ich habe gehört, wie sie auf Spanisch um ihr Leben schrie. Da bin ich sofort ans Fenster gegangen und habe gesehen, wie ein junger Mann in weissem Shirt und schwarzen Shorts aus dem Haus kam und hinter der Frau hergerannt ist», erzählt die Frau, die ursprünglich aus Afrika stammt.

«Bei der Bushaltestelle Markuskirche hat er sie eingeholt. Er riss sie zu Boden und prügelte mehrmals auf sie ein – mit einem spitzen Gegenstand.» Der Schock sitzt bei der jungen Frau noch immer tief.

Reanimierungsversuche bleiben ohne Erfolg

Eine weitere Augenzeugin (siehe Video) wird ebenfalls von «extrem lauten Schreien» in der Wohnung vis-à-vis aufgeschreckt. Das Opfer sei aus dem Block an der Winkelriedstrasse 44 gerannt, hinter ihr der Täter mit einem spitzen Gegenstand in der Hand. «Da holte ich mein Handy und alarmierte um 2.06 die Polizei.»

Später rennt die ausgebildete Pflegefachfrau auf die Strasse hinaus. «Da lag die Frau schon bei der Bushaltestelle am Boden – in einer grossen Blutlache.» Wenig später seien Polizisten eingetroffen und hätten versucht, die Frau zu reanimieren – ohne Erfolg.

Spürhunde im Einsatz

Ein Anwohner berichtet zudem, dass auch das Treppenhaus im Wohnblock mit Blut verschmiert gewesen sei. Die Spurensicherung der Polizei untersucht seit den frühen Morgenstunden eine Wohnung im zweiten Stock des Gebäudes. Laut Kapo Bern sind die Hintergründe und der Ablauf der Tat unklar. Opfer und Täter hätten sich aber wahrscheinlich gekannt.

Vom Täter fehlt bislang jede Spur: «Er rannte nach der Tat zum Haus zurück», sagt Augenzeugin R. Dutzende Polizisten sind noch immer daran, die Umgebung des Wohnblocks nach Spuren abzusuchen. In der Nacht sind auch Spürhunde zum Einsatz gekommen.

Heisse Spur zu Restaurant

Eine heisse Spur führt zu einem Berner Restaurant. Laut Telebärn observierten am Mittwochnachmittag Zivilbeamte das Lokal. Das Opfer habe ihrem Coiffeur am Dienstag anvertraut, dass «sie Angst habe», heisst es im Bericht weiter.

Ein Nachbar sagt zu «20 Minuten», dass sie Polizei bereits am Montag bis spätabends im Lokal, das dem Opfer gehörte, im Einsatz war. Dies bestätigt eine Kapo-Sprecherin. Darauf bat das spätere Opfer den Nachbarn, einen Zettel «Betriebsferien» am Eingang der Beiz aufzuhängen. Laut dem ehemaligen Geschäftsführer hat die nun verstorbene Frau das Lokal erst im April 2013 gekauft. «Man hätte sie besser schützen müssen», sagt ein Nachbar weiter. Der Täter ist weiter flüchtig.

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