28.10.2020 16:36

Music Directory von HelvetiarocktDie Frauen in der Schweizer Musikbranche organisieren sich

Helvetiarockt hat eine Onlineplattform zur Förderung von Frauen sowie non-binärer, Inter- und Trans-Personen in der Schweizer Musikwelt lanciert. Pressesprecher Elia Meier erklärt, warum.

von
Melanie Biedermann
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Musicdirectory.ch will als Plattform für Frauen, non-binäre, Inter- und Trans-Personen in der Musikwelt den unterrepräsentierten Gruppen das gesamte Spektrum an Möglichkeiten aufzeigen. Singer-Songwriterin Lakna aus Genf gehörte zu den Ersten, die sich mit einem Profil registrierten.

Musicdirectory.ch will als Plattform für Frauen, non-binäre, Inter- und Trans-Personen in der Musikwelt den unterrepräsentierten Gruppen das gesamte Spektrum an Möglichkeiten aufzeigen. Singer-Songwriterin Lakna aus Genf gehörte zu den Ersten, die sich mit einem Profil registrierten.

Music Directory
Die Rückmeldungen kamen schnell und zahlreich. Darunter von jungen Bands wie The Black Heidis aus dem Tessin, die ebenfalls bereits auf Music Directory zu finden sind.

Die Rückmeldungen kamen schnell und zahlreich. Darunter von jungen Bands wie The Black Heidis aus dem Tessin, die ebenfalls bereits auf Music Directory zu finden sind.

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Auch Msoke, der im falschen Körper geboren wurde und heute unter anderem als Dancehall-Artist auf der Bühne steht, ist bereits Teil der Community.

Auch Msoke, der im falschen Körper geboren wurde und heute unter anderem als Dancehall-Artist auf der Bühne steht, ist bereits Teil der Community.

Music Directory

Darum gehts

  • Der Verein Helvetiarockt engagiert sich seit 2009 für die Sichtbarmachung weiblicher Akteure in der Schweizer Musikindustrie.

  • Vergangene Woche lancierte das Team die Onlineplattform Musicdirectory.ch.

  • Ziel ist die Förderung von Frauen sowie non-binärer, Inter- und Trans-Personen in der Schweizer Musikwelt sowie der Aufbau einer Community.

  • Im Interview erklärt Pressesprecher Elia Meier die Ausrichtung und verrät erste Reaktionen.

Elia, warum schliesst Music Directory Cis-Männer aus?

Die Plattform will Sichtbarkeit für alle Geschlechter, die nicht von der klassischen «Brotherhood» profitieren. Frauen sind nun mal ganz klar unterrepräsentiert. Zwei Beispiele: 16 Prozent aller bei der Suisa* registrierten Musikrechte liegen bei Frauen, gerade mal 2 Prozent arbeiten in der Musikproduktion. Und non-binäre, Inter- und Trans-Personen sind in der Musikwelt genauso unsichtbar wie auch sonst in der Gesellschaft.

* Die Suisa ist die Genossenschaft der Schweizer Musikurheber und -verleger.

Wie hat die Branche reagiert?

Sehr positiv. Dies zeigt, dass wirklich ein Bedürfnis besteht, aber auch, dass wir mit unserer Arbeit in den letzten zehn Jahren ein Bewusstsein für das Thema schaffen konnten.

Musikerinnen wie Stefanie Heinzmann oder Steff la Cheffe sind bereits im Boot.

Ja, das freut uns sehr. Uns ist aber wichtig, dass sich auch jemand angesprochen fühlt, der erst am Anfang steht, aber Interesse an der Musikwelt hat, sei das auf oder neben der Bühne – auch in Bereichen wie Tontechnik oder PR. Die Plattform soll den Einstieg erleichtern, wir erhoffen uns nahbare Vorbilder, Austausch und Empowerment.

Wie gross ist die Community inzwischen?

In den ersten acht Stunden gingen 300 Einträge ein, und am Samstag zählten wir schon 600!

Die Plattform

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«Wenn immer und wirklich immer nur Cis-Männer am Schlagzeug sitzen, am Misch- oder DJ-Pult stehen, dann ist die Hürde viel grösser, sich das auch zuzumuten, wenn man selbst kein Cis-Mann ist», erklärte Elia Meier von Helvetiarockt im Pressestatement. Cis-Mann steht für eine Person, die im männlichen Körper geboren ist und sich als Mann identifiziert, also die Mehrheit der männlichen Gesellschaft – und die grosse Mehrheit der Akteure in der Musikindustrie.

Die vom Verein Helvetiarockt neu lancierte Plattform will diesem Ungleichgewicht gegensteuern, indem sie junge Cis-Frauen, aber eben auch non-binäre, Trans- und Inter-Personen ermutigt, ihren musikalischen Interessen nachzugehen.

Es brauche Vorbilder, Frauen am Schlagzeug, in der Tontechnik, Trans-Personen in der Musikproduktion oder als Kommunikationsfachleute oder non-binäre Menschen als DJs oder hinter der Kamera für Musikvideos, so das Statement. Die Plattform will zeigen, dass diese Berufswege entgegen den Statistiken möglich sind.

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14 Kommentare
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Simple as

29.10.2020, 07:33

Eifach Hupe zeige, de chunnt d "Sichtbarkeit" vo säuberem.

Piter

29.10.2020, 06:26

Nun ja ist ja schön und gut, aber: deswegen wird die Qualität der Musik nicht besser! Wenn sie gut wäre bräuchte es eine solche Platforn gar nicht!!

Irene

29.10.2020, 01:14

Was ist eine nonbinäre Person? Ich komme auf keine Idee dazu.