Mark Streit: «Die Frauen in Montreal waren schon …»
Aktualisiert

Mark Streit«Die Frauen in Montreal waren schon …»

Er gehört zu den besten Eishockeyspielern der Welt. Er weint nicht, wenn er gewinnt. Er ist ein NHL-All-Star und vor allem: ein waschechter Kerl. 20 Minuten Online hat sich mit Mark Streit zu einem richtigen Männergespräch getroffen – über Fussball, Geld, Autos und natürlich Frauen.

von
Patrick Toggweiler

Welcher Schweizer Mann fühlt sich durch den aktuellen Mister Schweiz würdig vertreten? Selbstverständlich, André Reithenbuch hat sich in einer Wahl durchgesetzt, posiert jetzt auf Plakaten und vermutlich macht er das sogar gut. Aber reicht das, um auch für die Männer dieses Landes ein richtiger Mister Schweiz zu sein? Ist er Manns genug, um damit den Eisenlegern, den Gerüstbauern oder den Kampfjetpiloten dieses Landes zu imponieren?

Ein anderes Bild gibt Mark Streit auf dem Cover des Eishockey-Videospiels NHL 10 ab. Verschwitzt, unrasiert mit fokussiertem Blick. Hier steht der wahre «Mister Schweiz der Männer». Er hat diesen Titel nicht in einer Wahl gewonnen, sondern ihn sich über Jahre langer harter Arbeit erkämpft. Sich Respekt verdient und sich dabei nie verloren. Mark Streit hat sich in einer harten Sportart in der stärksten Liga der Welt als gnadenloser Verteidiger, aber auch als Vorbereiter und Torschütze einen Namen gemacht. So imponiert man Eisenlegern, Gerüstbauern und Kampfjetpiloten. Zeit, mit diesem Herrn eine anständige Männerunterhaltung zu führen.

20 Minuten Online: Also Mark, Männerthema Nummer eins: Fussball.

Ich bin ein grosser YB-Fan.

Im Moment läuft es ja …

Ja ich bin sehr froh. Im Mai war ich mit meinen Berner-Jungs noch am Cupfinal und das war eine schmerzhafte Niederlage. Bitter. Das hat richtig weh getan. Aber im Moment sieht es ja sehr gut aus.

Welche Sportarten verfolgst du sonst noch?

Tennis schaue ich gerne. In Amerika verfolge ich Football – Football mag ich schon, Baseball ein bisschen weniger.

Kampfsport?

Je nachdem, wenn ein guter Boxkampf ansteht, dann sehe ich ihn mir sicher an.

Du bist also der klassische Mann, der gerne Sport schaut …

Ich bin Sportkonsument. Gestern schaute ich zum Beispiel das Töffrennen. Schwingen – die Schwägalp-Schwinget - davon habe ich auch noch ein bisschen gesehen. Das Eidgenössische, überhaupt Schwingen, interessiert mich. Wenn es draussen regnet, kann ich gut einen Nachmittag lang Sport schauen.

Männerthema Nummer zwei: Gamen. Du hast früher NHL 94 gezockt, heute posierst du auf dem Cover von NHL 10. Wie muss man sich einen typischen Gameabend mit Mark Streit vorstellen? Ein riesiger Fernseher mitten im Wohnzimmer und drei betrunkene Mannschaftskollegen?

Je nachdem. Wenn ich in Bern bei meinen Jungs bin, wird vielleicht zuerst grilliert und danach gespielt. Ein Bier werden wir dabei sicher trinken – es wird ein lustiger und entspannter Abend. In Amerika ist es etwas schwieriger, aber es kommt auch manchmal vor.

Männerthema Nummer drei: Autos. Welches ist dein Lieblingsauto?

(überlegt lange)

Ich vermute mal Dodge Viper?

Ja, ich habe einen Viper …

Aber nein. Der Viper schafft mit einem 8-Liter-Motor nicht einmal 450 PS – andere brauchen dafür einen halb so grossen Motor …

(Lacht) Ich muss mich dafür nicht verteidigen. Ich habe das Auto als 18-Jähriger in LA gesehen und mir selber gesagt, wenn ich es einmal packe und einen grossen Vertrag unterschreibe, dann leiste ich mir dieses Auto. Und das tat ich dann später. Ich habe es 2003 gekauft. Es ist einfach pure rohe Kraft und es sieht böse aus. Leider fahre ich es im Moment nicht so viel.

Du sprichst ein weiteres Männer-Thema an: Geld. Und, die Finanzkrise gut überstanden?

Jaja …

Reiche Sportstars werden ja gerne mal finanziell schlecht beraten

Wenn dein Salär in der Zeitung steht, dann kommen zum Teil Leute und geben dir ihre Visitenkarte, zum Beispiel von der UBS - gut heutzutage vielleicht nicht mehr von der UBS (lacht). Ich habe seit Jahren einen Vermögensberater, mittlerweile ist er ein Kollege, der die Dinge für mich regelt. Er macht das tiptop und ich bin in guten Händen.

Eines deiner Hobbys ist Fischen ...

Leider komme ich zu wenig dazu. In diesem Jahr fuhr ich mit Freunden an den Oeschinensee im Berner Oberland. Wir gingen am Freitag hoch und übernachteten dort. Am nächsten Tag standen wir um fünf Uhr früh auf, um zu Fischen. Die Fische nahmen wir dann noch vor Ort aus und grillierten sie. Es war mega.

In Nordamerika kann man ja toll nach Schwertfisch angeln …

Es liegt zeitlich halt nicht drin, schnell nach Florida zu fliegen, um dort dann fischen zu gehen. Lieber würde ich in Alaska oder Kanada – Lachse angeln. Das würde mich reizen.

Wichtiges Männerthema: Frauen. Wie unterscheiden sich die weiblichen Fans in Montreal und New York?

(Grinst, aber schweigt)

Waren die Kanadierinnen aufdringlicher?

Man muss schon sehen, die Frauen in Montreal, naja, die waren schon … (lacht und zögert)

... legendär?

Ja, die waren legendär. Montreal ist eine Hockeystadt. Die Leute dort sind verrückt danach. Und die Fans sind nicht nur Jungs und Männer, sondern auch Frauen. Man darf die Fans dort nicht als Norm ansehen. Das kann man mit den Schweizer oder New Yorker Frauen nicht vergleichen. Montreal ist in dieser Hinsicht einmalig: Die Frauen sind sehr attraktiv und gut drauf. Fröhlich, locker halt. Es war eine coole Zeit. Aber eben, ich war in einer zweieinhalbjährigen Beziehung und habe das Ganze nur von aussen beobachtet. Das Nachtleben in Montreal ist sicher einmalig.

Letztes Thema: Eishockey. Du sagst, du möchtest der beste Verteidiger der NHL werden. Es stehen dir ein sehr Alter (Nicklas Lidström), ein sehr Junger (Mike Green) und ein sehr Grosser (Zdeno Chara) im Weg. Wie räumst du die weg?

Ich schaue nicht auf die anderen, ich schaue auf mich selber. Ich versuche einfach, so gut wie möglich zu spielen. In der letzten Saison war ich Nummer sieben in der Skorerliste – und das während ich bei der schlechtesten Mannschaft der Liga gespielt habe. Von der Statistik her kann man schon sagen, dass ich zu den Besten gehörte. Das war mein Ziel und ich bin stolz daraf, was ich geleistet habe. Ich möchte an diesen Leistungen anknüpfen und einfach so gut wie möglich werden. Wo es mich hinbringt? Wir werden es sehen. Jeden Tag Vollgas geben – ich habe eine gute Truppe in New York, eine gute Stimmung im Team.

Was empfiehlst du jungen Spielern, die wie du einmal in der NHL spielen wollen?

Man soll sich in der Schweiz irgendwo hinaufarbeiten und dann ab auf den Flughafen. Es braucht eine Kombination aus Talent, Willen, Einsatz und Leidenschaft für diesen Sport. Das bisschen Mehr leistest du nicht, wenn keine Leidenschaft vorhanden ist. Aber wer das Ziel hat, in Amerika zu spielen, der sollte vor allem einmal dorthin gehen. Wohin es einen dann verschlägt, in die NHL, in die AHL oder in eine Juniorenliga – egal. Man macht dort Erfahrungen, die man in der Schweiz nicht erleben kann. Ob man es dann schafft oder nicht – die Erfahrung hat sicher nicht geschadet. Auf jeden Fall muss man nie zurückschauen und sich selbst den Vorwurf machen, es nicht versucht zu haben.

Autogrammstunden

Wer ein Autogramm von Mark Streit ergattern will, kann das am

19. August 2009 im Manor Zürich (17.30 - 18.30 Uhr) oder am 27. August in der Migros Westside in Bern (17.30 - 18.30 Uhr) tun.

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