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Vögel in Regensdorf vermisst«Die freigelassenen Sittiche werden verhungern»

Erst vor drei Wochen hat Rahel Gerussi aus Regensdorf eine Voliere für ihre Sittiche eingerichtet. Nun fehlt von neun der zwölf Vögel seit Tagen jede Spur.

von
Lynn Sachs
Monira Djurdjevic

Darum gehts

  • Rahel Gerussi vermisst ihre sieben Wellen- und zwei Nymphensittiche.

  • Die 27-Jährige glaubt, dass jemand absichtlich die Vögel aus dem Käfig gelassen hat.

  • Experten schätzen die Überlebenschancen der Tiere als gering ein.

Rahel Gerussi aus Regensdorf ZH ist verzweifelt. Seit Tagen fehlt von ihren sieben Wellen- und zwei Nymphensittichen jede Spur. «Mein Partner und ich haben vor drei Wochen ein grosse Voliere in unserem Schrebergarten eingerichtet. Dort lebten unsere zwölf Vögel», erzählt Gerussi.

Doch als die 27-Jährige letzte Woche nach ihren Tieren schauen wollte, der Schock: «Der Käfig stand offen und neun Vögel waren weg. Drei weitere Sittiche sassen ganz verstört im Käfig.» Gerussi ist überzeugt, dass jemand sie absichtlich freigelassen hat. Das versteht sie nicht. «Die Tiere hatten viel Platz und sogar ein Schutzhäuschen. Sie waren nicht eingepfercht.»

Besonders schlimm für das Paar: «Wir hängen sehr an den Vögeln und ziehen sie seit einem Jahr teilweise von Hand auf.» In der Zwischenzeit hat Gerussi einen Aufruf auf Facebook gestartet. «Ich hoffe so sehr, dass wir unsere Vögel bald wiederfinden. Sie sind nicht nur leichte Beute für andere Tiere, drei unserer Vögel können noch gar nicht richtig fliegen.»

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Rahel Gerussi ist überzeugt, dass jemand ihre Wellen- und Nymphensittiche absichtlich aus der Voliere freigelassen hat.

Rahel Gerussi ist überzeugt, dass jemand ihre Wellen- und Nymphensittiche absichtlich aus der Voliere freigelassen hat.

Als sie in ihrem Schrebergarten in Regensdorf nach den Vögeln sehen wollte, stand der Käfig offen.

Als sie in ihrem Schrebergarten in Regensdorf nach den Vögeln sehen wollte, stand der Käfig offen.

Neun der zwölf Sittiche waren verschwunden.

Neun der zwölf Sittiche waren verschwunden.

«Keine grosse Überlebenschance»

Wie es bei der Voliere-Gesellschaft Zürich auf Anfrage heisst, komme es hin und wieder mal vor, dass Vögel aus Volieren gestohlen werden. «Das ist aber nicht sehr häufig und eher bei speziell seltenen Arten der Fall», sagt Tierpfleger Marc Stähli. Auch sogenannte Tierschützer, welche die Tiere freilassen, kommen laut Stähli infrage.

Solche Vorfälle könne man nur verhindern, wenn die Volieren einbruchssicher gebaut sind, so der Tierpfleger. Es sei generell wichtig, dass die Tiere entweder mit einem Ring oder bei grösseren Arten mit einem Chip gekennzeichnet sind. Der Grund: «So lässt sich bei einem Fund schnell klären, ob es sich um das vermisste Tier handelt.» Stähli rät auch zu einer Anzeige bei der Polizei sowie einer Meldung bei der schweizerischen Tiermeldezentrale (STMZ), Tierheimen und Auffangstationen in der Umgebung.

Die Überlebenschance der Sittiche schätzt der Tierpfleger als gering ein: «Gerade in dieser Jahreszeit wird es draussen schwierig für die Vögel, da sie schlicht verhungern.» Ähnlich sieht das Michael Rust, Präsident des Schweizerischen Wellensittich-Züchter-Verbandes. «Vögel, die freigelassen werden, haben keine grosse Überlebenschance, da sie die Gefahren und Futterstellen in der Wildnis nicht kennen.»

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00

Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Tierschutz Schweiz (anonym möglich)

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