Gaga-Gameshows: Die Freud am öffentlichen Leid anderer
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Gaga-GameshowsDie Freud am öffentlichen Leid anderer

Um hohe Einschaltquoten zu erzielen, denken sich Macher von Fernsehshows Konzepte aus, die oft an die Grenze dessen gehen, was von der Gesellschaft als guter Geschmack bezeichnet wird. Das sind die vielleicht verrücktesten Konzepte.

von
mow

Die meisten Gameshows, die in Europa ausgestrahlt werden, sind Kopien von bereits existierender Formate: Aus «America's Next Topmodel» wird «Germany's Next Topmodel», aus «American Idol» wird «MusicStar» oder «Deutschland sucht den Superstar». Europäische und asiatische Länder haben inzwischen neue Konzepte auf die Bildschirme gebracht, die einen Schritt weiter gehen und von ihren Teilnehmern Höchstleistungen erfordern, wenn es um das Ertragen von Erniedrigungen oder körperlicher Schmerzen geht.

Japaner sind besonders kreativ

Das Land, in dem solche Gameshows am populärsten bei den Zusehern sind, ist Japan. Ein Klassiker von dort ist «Takeshi's Castle»: Bei der Umsetzung eines Jump'n' Run-Computerspiels wie «Super Mario Brothers» müssen die Teilnehmer verschiedene Parcours überwinden, was in der Regel diverse blaue Flecken bei den Kandidaten und Lacher auf Seiten der Zuschauer zur Folge hatte. Die Show hat sich sogar bei deutschen Zusehern grosser Beliebtheit erfreut.

Die japanische Spielshow «Takeshi's Castle».

Quelle: YouTube

Eine weitere beliebte Show in Japan ist «The Silent Library». In der Sendung muss eine Serie von Spielen bestritten werden, bei denen physisches und psychisches Durchhaltevermögen gefragt ist. Der Haken dabei: Wenn die Teilnehmer auf verschiedene Arten erniedrigt werden, wie zum Beispiel beim Ausreissen der Nasenhaare oder der Folter durch Elektroschocks, ist den zusehenden Konkurrenten das Lachen strengstens verboten. Bei «Human Bowling» dagegen wird der Teilnehmer zur halbnackten menschlichen Kugel und muss 100 Kegel umstossen, sonst war die verzweifelte Mühe umsonst.

Die Spielshow «Human Bowling». Quelle: YouTube

Europa kommt auf den Geschmack

Doch nicht nur in asiatischen Ländern sind sadistische TV-Spiele sehr beliebt, auch in Europa ist man auf den Geschmack gekommen: In Spanien werden Menschen mit Preisgeldern geködert und lassen sich dafür öffentlich quälen. Dort sorgt die Sendung El «Gran Juego de la Oca» («Das grosse Gänsespiel») für Aufsehen. Das Prinzip ist einfach: Ein Würfel wird gerollt und je nach Augenzahl darf der Teilnehmer eine gewisse Anzahl Felder vorrücken.

Das Feld, auf dem er landet, verbirgt entweder einen Geldpreis oder aber eine undankbare Aufgabe, die gelöst werden muss. Der Kreativität sind hierbei keine Grenzen gesetzt: Von der Schlangenbändigung bis zur Enthaarung der Beine ist jeglicher Sadismus vorstellbar. Am Ende des Spiels muss jeder der Kandidaten eine letzte Vorgabe erfüllen, die noch erniedrigender ist als alles davor. Der Namen «Gänsespiel» rührt von den «chicas ocas», den Gänsemädchen, die die Teilnehmer anfeuern und sich im Laufe der Show immer weiter ausziehen. Es muss ja nicht nur Sadismus sein … Auch in Frankreich, England und Russland werden derartige Shows bereits mit Erfolg ausgestrahlt.

Die Ziegenfolter bei der spanischen TV'Show «El Gran Juego de la Oca». Quelle: YouTube

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