Bundesratswahlen: Die fünf SVP-Kandidaturen für den Bundesrat im Chancencheck 

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BundesratswahlenDie fünf SVP-Kandidaturen für den Bundesrat im Chancencheck 

Fünf Kandidatinnen und Kandidaten haben ihr Interesse an der Nachfolge von Ueli Maurer bekundet. Zwei Berner, zwei Innerschweizer und ein Zürcher. Das spricht für und gegen sie. 

von
Stefan Lanz
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Mit sichtbar guter Laune gibt Albert Rösti am 10. Oktober seine Kandidatur als Bundesrat bekannt. Er gilt nach wie vor als Favorit.

Mit sichtbar guter Laune gibt Albert Rösti am 10. Oktober seine Kandidatur als Bundesrat bekannt. Er gilt nach wie vor als Favorit.

20min/Stefan Lanz
Werner Salzmann, Ständerat SVP Bern. Ist ausgewiesener Sicherheitspolitiker. 

Werner Salzmann, Ständerat SVP Bern. Ist ausgewiesener Sicherheitspolitiker. 

PARLAMENTSDIENSTE
Hans-Ueli Vogt, Alt-Nationalrat SVP ZH. Seine Kandidatur kam für viele überraschend.

Hans-Ueli Vogt, Alt-Nationalrat SVP ZH. Seine Kandidatur kam für viele überraschend.

20min/Stefan Lanz

Darum geht es

Albert Rösti – 55, Agronom, Firmeninhaber, Nationalrat

Vorteile
Gilt gemeinhin als der grosse Favorit. Er ist weit über die SVP-Grenzen hinaus wählbar. Er verfügt im Bundeshaus über ein grosses Netzwerk und gilt als gemässigt und als Sachpolitiker.

Nachteile
Er gilt nicht als besonders Blocher-Nah. Albert Rösti wurde das schlechte Abschneiden der SVP bei den Wahlen 2019 angehängt. Rösti ist bei zahlreichen Verbänden und Lobbyorganisationen in wichtigen Ämtern und Gremien. Vor allem aus dem Umfeld der Klimabewegung befürchtet man, dass Rösti bei der Klimapolitik zum grossen Bremser wird.

Werner Salzmann – 59, Steuerexperte, Ständerat

Vorteile
Salzmann ist ein ausgewiesener Fachmann in der Sicherheitspolitik, man sagt ihm aber auch Interesse an anderen Themen nach. Ihm gelang es, den Berner Sitz der SVP im Ständerat wieder zu erobern. 

Nachteile
Die Departementsverteilung ist kein Wunschkonzert. Ob Salzmann auch ausserhalb der Sicherheitspolitik dossierfest ist, muss sich zeigen. Ausserhalb der eigenen Partei ist er nur mässig beliebt.

Hans-Ueli Vogt, 52 – Uni-Professor, Alt-Nationalrat

Vorteile
Vogt gilt als fachlich sehr versiert. In juristischen Fragen kann ihm im Bundeshaus kaum jemand das Wasser reichen. Auch ausserhalb der SVP geniesst er Respekt. Vogt ist sehr feinfühlig und gilt als sensibel. Ihm gelinge es, auf die Anliegen von Minderheiten einzugehen und diese ernst zu nehmen.

Nachteile
Mit seinem Rücktritt 2021 hat er im Bundeshaus viel Goodwill verspielt. Vor allem, dass er damals sagte, sein Naturell passe nicht zum Politikbetrieb, aber nun die Kehrtwende macht und gleich für das höchste Amt im Land kandidiert, wird ihm als inkonsequent ausgelegt. Seine Kehrtwende hat praktisch alle im Bundeshaus überrascht. Vogt ist ausserdem in seiner eigenen Partei nicht besonders beliebt.

So geht es jetzt weiter

Michèle Blöchliger, 54 – Anwältin, Regierungsrätin

Vorteile:
Für die Nidwaldnerin sprechen vor allem ihre Herkunft und ihr Geschlecht. Sie ist aktuell die einzige Frau, die Interesse am Amt bekundet hat. Die Innerschweiz ist zudem seit fast 20 Jahren nicht mehr im Bundesrat vertreten. Dass sie politisch nicht schlecht vernetzt ist, zeigte ihre Pressekonferenz, an der auch SVP-Generalsekretär Peter Keller teilnahm. Er ist ein wichtiger Strippenzieher in der SVP-Fraktion und könnte dafür sorgen, dass die Nidwaldnerin in Bundesbern in kurzer Zeit bekannter wird.

Nachteile:
Blöchlinger ist in Bern kaum bekannt und hat somit kein Netzwerk über die SVP hinaus. Die Verwirrung, ob sie nun die britische Staatsbürgerschaft hat oder nicht, hat einige irritiert. Doch viele Beobachter sprechen eher von einem Anfängerfehler und glauben nicht, dass ihr die Sache nachhaltig schaden wird.

Heinz Tännler, 62 – Anwalt, Regierungsrat

Vorteile:
Heinz Tännler ist ein erfolgreicher Finanzpolitiker. Als Zuger Regierungsrat verantwortet er derzeit die Tiefsteuerpolitik des Kantons. Da mit der OECD-Mindeststeuer eine grosse Reform der Unternehmensbesteuerung in der Beratung ist, hätte er einiges an Fachwissen einzubringen. Der Kanton Zug ist nach Zürich der zweitgrösste Nettozahler im Finanzausgleich, knapp 370 Millionen wird Zug nächstes Jahr an finanzschwache Kantone überweisen.

Nachteile:
In Bern ist Tännler nur wenig bekannt. Ausserdem arbeitete er vor seiner Zeit als Regierungsrat bei der Fifa als Jurist, was ihm immer noch zum Teil negativ ausgelegt wird.

Wer ist dein Favorit oder deine Favoritin? 

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