Aktualisiert 08.02.2010 07:13

KantonswahlenDie ganze Schweiz schaut nach Bern

Noch nie sorgten Kantonswahlen für so grosse Aufregung: Denn wenn Bern wählt, zittern selbst Bundesräte.

von
Nora Camenisch
SVP-Bundesrat Ueli Maurer, Samuel Schmid und BDP-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf. (Keystone)

SVP-Bundesrat Ueli Maurer, Samuel Schmid und BDP-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf. (Keystone)

Am 28. März wählt Bern eine neue Regierung. Während im Kanton noch nicht einmal Plakate hängen, schlägt die Wahl ausserhalb der Kantonsgrenze bereits Wellen. Politiker und Medien liefern fast täglich Schlagzeilen. Grund: Der Ausgang der Schlacht um Bern dürfte sich auf die nationalen Wahlen 2011 auswirken. Im Zentrum steht die BDP mit Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf. Bei einer Niederlage in Bern wackelt ihr Bundesratssitz noch mehr. Während Ex-Magistrat Samuel Schmid im «SonntagsBlick» die Werbetrommel rührt, schlägt SVP-Bundesrat Ueli Maurer vor Ort zur Gegenoffensive. Obwohl er sich laut Codex nur noch zu nationalen Vorlagen äussern sollte, hat er laut «Sonntag» 25 Auftritte im Kanton geplant, darunter reine Wahlanlässe.

Bei FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen stösst dieses Vorgehen auf Widerstand: «Ich verstehe die Aufregung der Parteien. Allerdings rechtfertigt das nicht, dass nun Bundesräte vor den Karren gespannt werden. Diese sind in erster Linie dafür gewählt, die grossen Probleme des Landes zu lösen», so Wasserfallen. «Aber wenn zwei sich streiten, freut sich möglicherweise der Dritte.» Nach diesem Motto sieht man auch bei der SP den Wahlen gelassen entgegen. Grossrätin Nadine Masshardt: «Unsere Leistung zählt. Ich bin überzeugt, dass der bürgerliche Zwist für uns keine Nachteile haben wird.»

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