Aktualisiert 28.04.2020 10:00

Closed Beta

Die ganze Welt will «Valorant» spielen

20 Minuten konnte die E-Sport-Hoffnung exklusiv ausprobieren und zieht nach einer Woche Dauerzocken ein erstes Fazit zum möglichen «CS:GO»-Killer.

von
Marc Gerber

Als «Counter-Strike»-Spieler fühlst du dich bei «Valorant» zu Hause. Das Ziel des Games wurde eins zu eins von CS übernommen: Ein Team will die Bombe legen, das andere dies verhindern.

Um dieses Ziel zu erreichen, rüsten sich die Teams am Anfang jeder Runde aus. Auch die Waffen sind ähnlich: Von der Vandal, die sich wie eine AK anfühlt, bis zur Sniper-Knarre Operator ist alles drin. Hier hören die Gemeinsamkeiten der zwei Taktik-Shooter aber auch schon auf.

Hero-Shooter trifft auf CS-Klassiker

Bei «Valorant» darfst du dir zu Beginn jedes Matches einen der

Helden mit unterschiedlichen Fähigkeiten aussuchen. Ähnlich wie beim Blizzard-Shooter «Overwatch» können diese Helden beispielsweise durch die Wand sehen, teleportieren und die Sicht versperren. Diese Fähigkeiten müssen wie Equipment am Anfang der Runde gekauft werden und sind nur begrenzt einsetzbar.

Natürlich hat auch jeder eine Superfähigkeit, die nach ein paar Kills und Runden freigeschaltet wird. So kann man die Gegner mit einem Superlaser aus dem Himmel angreifen oder ein totes Mitglied aus dem Team wiederbeleben. Genau diese Fähigkeiten heben «Valorant» von «Counter-Strike: Global Offensive» ab.

Viel los in der Closed Beta

Wer eine Runde spielen möchte, wartet zunächst fünf Sekunden. Die Teams sind danach ziemlich unausgeglichen. Noch ist die Closed Beta einerseits voller «Counter-Strike»-Spieler, die wissen, was sie zu tun haben, und andererseits voller Neulinge.

Sprich: Sie verhalten sich wie die grössten Anfänger, was auch den ruhigsten Journalisten in eine Furie verwandeln kann. Ein Rang-System soll aber implementiert werden, verspricht Entwickler Riot.

Alles voller Nebel

Was auffällt: Fast alle Helden haben eine Fähigkeit, um etwas zu blockieren oder anderen Spielern zumindest die Sicht zu nehmen. Brimstone kann innert Sekunden eine ganze Bombsite mit Rauchgranaten blockieren. Viper kann Kampfgas verteilen, das die Sicht nimmt und Schaden verursacht. Dazu gibt es eine Windkugel, eine Feuerkugel und eine Eiswand.

All diese Fähigkeiten dienen dazu, Gegnern die Sicht zu nehmen. Das macht «Valorant» zwar taktisch, man fühlt sich aber auch wie in einer Sauna, nachdem ein Aufguss gemacht worden ist: Man sieht nichts.

Geld für Kosmetik

Das «League of Legends»-Studio Riot will den Free-to-play-Titel «Valorant» über Ingame-Items finanzieren. Dies merkt man schon in der Closed Beta. So sind nicht alle Helden verfügbar und auch nach einer Woche exzessivem Spielen haben wir es noch nicht geschafft, eine weitere Figur freizuschalten.

Die Alternative: Geld ausgeben. Wer ein Waffenskin-Pack kaufen möchte, muss knapp 50 Franken budgetieren.

Ein erstes Fazit

«Valorant» macht schon in der Closed Beta verdammt viel richtig. Die Matches machen Spass. Sie sind kurzweiliger als bei «Counter-Strike: Global Offensive», da man weniger Runden gewinnen muss.

Am Balancing der Helden muss aber noch etwas gearbeitet werden, die drei verfügbaren Maps machen hingegen alle Spass und jede spielt sich anders. Die Waffen fühlen sich gut an, wenn sie auch alle gleich aussehen. Das soll wahrscheinlich zum Kauf von Skins animieren.

Wird «Valorant» also der «CS:GO»-Killer? Nein, denn die Spiele sind zu verschieden. Beide werden sich aber eine Fanbase erarbeiten. Riot wird «Valorant» sicher ordentlich fördern, und wir dürfen uns auf unglaublich spannende E-Sport-Fights freuen.

Am Freitag um 14 Uhr spielen wir eine Runde «Valorant» hier auf 20min.ch respektive in der App – klick rein!

«Valorant» soll diesen Sommer releast werden.

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